"Verliebt, verlobt … verrückt?"NEUMARKT. "Verliebt, verlobt … verrückt?" Mit dieser provozierenden Frage lenkt die Stadtbibliothek das Interesse auf ihre Buchausstellung des Wonnemonats Mai. Von diesem und weiteren sehr amüsanten Titeln auf dem Thementisch sollte man sich jedoch nicht täuschen lassen. Hinter der "frechen Klappe" verbergen sich meist sehr ernst zu nehmende Ratgeber, die klarmachen: Liebe, Ehe, Partnerschaft sind keine Spaßveranstaltung, sondern eine nicht zu unterschätzende Daueraufgabe.- Das Motto ist auch Titel eines Buches von Amelie Fried und Peter Probst. Wollen die Autoren damit heiratslustige Paare vor dem Schritt ins Verderben warnen? Diese Befürchtung zerstreut die Unterzeile "Warum alles gegen die Ehe spricht und noch mehr dafür". Die offenherzigen Einblicke in ihr abwechslungsreiches 20jähriges Eheleben, Interviews (auch mit einer Geliebten), amüsante Zitate, Dialoge und Selbsterfahrungstests ergeben eine lohnenswerte Lektüre für Singles, Ehepaare und solche, die es werden wollen.
- "Wann kommt endlich der blöde Prinz auf seinem dämlichen Gaul!" Auch hinter diesem Titel verbirgt sich ein ernsthafter Ratgeber. Der als "Frauenflüsterer" bekannte Oliver Stöwing verrät 100 Tipps, mit kommunikations-psychologischen Methoden endlich den Traummann zu finden und zu halten - vom ersten Treffen bis ans hoffentlich ferne Ende der Tage.
- In "Göttergatten" widerspricht Martina Rellin dem Vorurteil, Männer hüllten sich lieber in Schweigen, als offen über ihre Gefühle zu sprechen. Nach Ansicht der Autorin sind es vielfach gerade die Frauen, die den Austausch mit dem Partner erschweren, durch Nachbohren, Besserwissen, Streitbereitschaft. Lieber mal einen Gang zurückschalten, empfiehlt sie, nicht so sehr nach dem gucken, was fehlt, sondern was man bekommt.
- "Treue ist auch keine Lösung" behaupten die Paarberater Holger Lendt und Lisa Fischbach. Sie wollen ihr Buch keineswegs als Leitfaden zum Fremdgehen verstanden wissen, plädieren aber für mehr Freiheit in der Liebe. Provokant argumentieren sie zum Thema Untreue, beleuchten die biologischen, kulturellen und sogar göttlichen Komponenten. Erschütternde Fallbeispiele sind Schwerpunkt des Abschnitts Treue, gefolgt von überlegenswerten Denkansätzen zum Thema Liebe überhaupt im letzten Abschnitt.
- "Rechtsfragen zur Ehe- und Lebenspartnerschaft" beantwortet der Ratgeber von Herbert Grziwotz. Er erläutert nicht nur die Rechtsgrundlagen, sondern zeigt auch persönliche Gestaltungsmöglichkeiten durch Verträge und Vereinbarungen auf. Das kann gerade für das Zusammenleben ohne Trauschein hilfreich sein.
- "Verliebt, verlobt, verheiratet" – das ist nun wirklich ein Titel ohne Hintergedanken. Susanne Mansfeld hat alles zusammengetragen, was die Hochzeit zum schönsten Tag des Lebens macht. Egal, ob es romantisch, edel, klassisch oder ganz modern zugehen soll, von Vorschlägen für den Brautstrauß bis zu Druckvorlagen für Einladungen und Menükarten lassen Checklisten und Expertentipps keine Frage offen.
- Falls doch noch etwas fehlt: "Passende Reden für jede Gelegenheit", also auch für die Hochzeit, bietet diese Musterredensammlung .Und wenn der große Tag auch floristisch eine ganz persönliche Note bekommen soll, hilft sicherlich die Anleitung "Blumendeko für die Hochzeit" von Eleonore Schick.
- Ganz dicht am Thema sind auch viele der ausgelegten Romane. "Wenn nicht jetzt, wann dann?" fragt Astrid Ruppert und schildert, wie eine junge Hochzeitsplanerin ausgerechnet in der Hochsaison wegen eines Knöchelbruchs zur Untätigkeit verdammt wird – und gerade dann ihren Traummann findet. "Träum ich?" von Adena Halpern startet mit einem äußerst romantischen Heiratsantrag, aber gleich nach der Hochzeit beginnt ein Fluch zu wirken, den eine Urahnin der Braut vor langer Zeit über alle Frauen der Familie verhängt hat.
- "An und für Dich" von Ella Griffin ist eine turbulente Liebesgeschichte, die mit einer Promihochzeit beginnt und erst nach vielen überraschenden Wendungen zum tatsächlichen Happy End führt.
- In "Finnen von Sinnen" schildert der deutsche Journalist Wolfram Eilenberger humorvoll seine Erlebnisse mit einer schönen Finnin. Er heiratet sie, zieht in den hohen Norden und schildert vor diesem Hintergrund humorvoll die Eigenarten seiner neuen Heimat und ihrer Bewohner. Viele weitere Romane und Liebesgeschichten ergänzen das frühlingshafte Angebot.
KatastrophenNEUMARKT. Hochwasser, Feuersbrunst, Schiffbruch, Flugzeugabsturz – Berichte von Katastrophen fesseln die Menschen seit eh und je. Die Stadtbibliothek hat dieses Thema für ihre aktuelle Buchausstellung im April jedoch keineswegs ausgewählt, um bloße Sensationsgier zu befriedigen. Viele der ausgestellten Medien warnen vielmehr nachdrücklich vor Gefahren, die am Horizont aufziehen.- Das gilt besonders für "11 drohende Kriege" von Andreas Rinke und Christian Schwägerl. Der Autoren zeigen ohne Panikmache auf, dass aktuelle Probleme wie Terrorismus und Finanzkrise dazu führen, in Zukunft weit schwerer wiegende Gefahren zu unterschätzen. Ihre Warnung untermauern sie mit elf Zukunftsszenarien für globale Konflikte mit Ursachen wie Klimawandel, Übervölkerung, Welternährung, Migration, Rohstoffverkappung, aber auch Pandemie und Neurotechnologie
- "Überlebt!" In diesem großformatigen Bildband von National Geograhic Deutschland berichten 60 Menschen von extremen Notsituationen, die sie selbst bewältigt haben: drei australischen Mädchen, die auf der Suche nach ihren Eltern 1600 Kilometer durch das Outback liefen; Natascha Kampusch erzählt von ihrer Entführung und viele andere von Fluchten, Geiselnahmen, Kriegserlebnissen, Flugzeug- und Schiffsunglücken.
- "Als ich vom Himmel fiel" ist ein besonders dramatischer Überlebensbericht. Weihnachten 1971 stürzt ein Flugzeug aus 3000 Metern über dem Regenwald Perus ab. Als Einzige überlebt die 17-jährige Juliane noch angegurtet auf der Sitzbank. Schwer verletzt irrt sie elf Tage lang durch den Dschungel, bis sie von Waldläufern gerettet wird. In "Isaacs Sturm" zeichnet Erik Larson den Kampf eines Mannes gegen den schrecklichsten Hurrikan der Geschichte nach, der die aufstrebende Stadt Galveston praktisch dem Erdboden gleichmachte und Tausende von Todesopfern forderte.
- "Das große Buch der Naturkatastrophen" von Melanie Goldmann informiert umfassend über geologische Gefahren wie Erdbeben, Erdrutsche, Vulkanausbrüche, Wirbelstürme, Dürren, Überschwemmungen, Missernten, Epidemien und Gefahren aus dem All. Hohen Leseanreiz üben die vielen historischen und aktuellen Fallbeispiele auch aus Europa und Deutschland aus. "Im Zentrum der Katastrophe" befindet sich der Autor: der Arzt Richard Munz, der sich seit über 20 Jahren an internationalen Hilfseinsätzen beteiligt. Ob nach dem Tsunami 2004, nach Erdbeben oder bei der Beseitigung von Kriegsfolgen – die Realität vor Ort unterscheidet sich krass von dem, was die Medien dramatisch überzeichnet wiedergeben. Das gilt für selbstlose "Superretter" ebenso wie für angeblich stoisch und untätig ausharrende Opfer.
- In "Die Schock-Strategie" hat die Globalisierungsgegnerin Naomi Klein viele Beispiele für ihre These zusammengetragen, dass Politik und Wirtschaft Naturkatastrophen, aber auch Kriege und Terror für ihr Ziel nutzen, den Neoliberalismus weltweit durchzusetzen. Im "Lexikon der Gefahren" weist Alexander Marguier nach, dass wir uns vielfach vor Gefahren fürchten, deren Eintritt sehr unwahrscheinlich ist, und dafür solche übersehen, die scheinbar harmlos daherkommen. So wissen wohl nur die Wenigsten, welche Katastrophen in Deutschland in den letzten Jahrzehnten Tausende von Toten forderten: Hitzewellen!
- "Im Notfall Buch aufschlagen" empfehlen Tobias Moorstedt und Jakob Schrenk. Auch sie widmen sich alltäglichen (zum Beispiel Treppenstürzen) und eher seltenen Gefahrensituationen (etwa Briefbomben oder überhitzte Züge). Die Fülle praktischer Tipps würzen sie mit schwarzem Humor. Mit dem spielt auch Richard Horne in "A wie Apokalypse", wo er Wahres und Übertriebenes über die Fallen zum Besten gibt, die auf unserem Planeten lauern.
- Spannende Unterhaltung bieten zum Thema passende Romane. Im Öko-Thriller "Die Schmelze" schildert Risto Isomäki, wie ein Forschungs-U-Boot auf Spuren eines Jahrtausende zurückliegenden Super-Tsunamis stößt. "Der Atem der Welt" von Carol Birch ist eine spannende Seefahrergeschichte um Walfang und Schiffbruch, aber auch um Freundschaft und Erwachsenwerden. "Schiffbruch mit Tiger" erzählt von dem 16-jährigen Sohn eines indischen Zoodirektors, der nach einem Schiffbruch monatelang in einem Rettungsboot im Pazifik treibt – mit einem bengalischen Tiger als einzigem Reisegefährten. Mit pfiffigen Dressurmaßnahmen gelingt es dem Jungen, eine Rangordnung herzustellen, die das Überleben ermöglicht.
- Über diese Neuerscheinungen hinaus hält die Stadtbibliothek auch bekannte "Evergreens" bereit. Beispiele sind die Titanic (als Buch oder DVD), die Jahrhundertflut in Sachsen, der Abwurf der ersten Atombombe auf Hiroshima, die atomaren Katastrophen in Tschernobyl und Fukushima. Viele weitere Titel finden sich im Kinder- und Jugendbuchbereich.
"Glücksrezepte"NEUMARKT. "Glücksrezepte" verspricht das Plakat im Foyer der Stadtbibliothek, das auf den Thementisch des Monats März hinweist. Gemeint sind Medien, die Wege zu einer sinnvollen, Glück verheißenden Lebensführung aufzeigen sollen, die auch beim Bewältigen tiefer Lebenskrisen helfen.- Erwähnt wird das Buch "Mein Glücksrezept" von Konstanze Küchenmeister, die vielen Neumarktern noch aus ihrer Zeit als Frauenärztin am Klinikum in Erinnerung sein dürfte. Zweimal ist die vierfache Mutter dem Krebstod von der Schippe gesprungen und legt jetzt ihr eindringliches Werk zur Lebenskrisenbewältigung vor.
- In "Die Macht der guten Gefühle" erklärt Barbara Fredrickson, wie eine positive Haltung zu einem erfüllten Leben führen kann. Grundlage der von ihr vertretenen Positiven Psychologie ist es, positive Gefühle zu steigern und negative Gefühle zu reduzieren. Die dazu aufgezeigten Möglichkeiten folgen keinem starren Schema und sind gerade deshalb gut umsetzbar.
- "Teile dein Glück … und du veränderst die Welt", das empfiehlt der ehemalige Bundestagsabgeordnete Jürgen Todenhöfer in seinem Spiegel-Bestseller. Offen und selbstkritisch berichtet er von den im Laufe seines abenteuerlichen Lebens gesammelten Erfahrungen und den Schlussfolgerungen, die er daraus gezogen hat.
- "99 moralische Zwickmühlen" nennt Martin Cohen seine Sammlung kniffliger Probleme aus dem Alltagsleben, die gleichzeitig einen unterhaltsamen Einstieg in Ethik und Philosophiegeschichte bietet. Für jedes Problem aus Bereichen wie Umwelt, Medizin, Wirtschaft und Forschung schlägt der Autor verschiedene Lösungsansätze vor.
- Ganz schlicht "Moral" heißt der Leitfaden, in dem der Jurist, Arzt und Journalist Rainer Erlinger die alltäglichen Probleme aufgreift, die uns alle bewegen. Die leicht verständliche Lektüre mündet in dem Entwurf für eine zeitgemäße Moral mit den Grundpfeilern Achtung, Rücksicht und Verständnis.
- Gewohnt pointiert und sachkundig geht Richard David Prechtl unter dem Titel "Die Kunst, kein Egoist zu sein" dem Phänomen Moral auf den Grund. Er sieht den Menschen grundsätzlich als moralisch gutes Wesen, dessen komplexes Innenleben aber oft eine riesige Kluft zwischen Wollen und Tun öffnet. Schonungslos legt er den Finger in die Wunden der Industriegesellschaften, die moralisch einwandfreies Verhalten oft so schwer machen.
- "Wofür stehst Du?" Mit dieser Frage eröffnen die Autoren Axel Hacke und Giovanni di Lorenzo in ihrem Spiegel-Bestseller: eine Wertediskussion über die wirklich wichtigen Dinge des Lebens. Wieviel Ehrlichkeit verträgt die Politik? Wie geht die Gesellschaft mit menschlichen Schwächen um? Welche Rolle spielen Vorbilder für uns? Wie wichtig ist das Gespräch in der Familie? Das sind einige herausgegriffene Beispiele.
- "Ich weiß nicht, was ich wollen soll", unter diesem Titel geht Bas Kast den Fragen nach, wie es möglich ist, dass trotz Wohlstand und persönlicher Freiheit die Zufriedenheit gesunken ist und wieso die Überflussgesellschaft uns die Qual der Wahl erschwert. Mithilfe empirischer Studien aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen versucht er zu klären, "wie wir ticken, was uns antreibt, was uns glücklich macht und, umgekehrt, zur Verzweiflung bringt."
- Theo Roos will philosophisch ungeübten Lesern zeigen, dass Philosophie nicht lebensfern sein muss. Dazu verabreicht er in zwei Bänden "Philosophische Vitamine" und weist nach, dass sich aus den Äußerungen großer Denker von der Antike bis zur Gegenwart konkrete Hinweise gewinnen lassen, wie die eigene Lebensqualität gesteigert werden kann.
- "Alles hat seine Zeit, nur ich hab keine" nimmt Zeitforscher Karlheinz A. Geißler einen oft gehörten Seufzer auf und weist Wege, der Zeitfalle zu entrinnen. Um Zeit geht es auch Andreas Salcher in seinem Ratgeber "Meine letzte Stunde", womit er keine Ängste vor dem Tod wecken will, sondern das Motto "Carpe diem – nutze den Tag" ausgibt. In "Muße" stellt Ulrich Schnabel Gegenmodelle zur ungebremsten Hektik des Informationszeitalters vor. "Biblify your life", empfiehlt der Journalist und Pfarrer Werner Tiki Küstenmacher und macht Vorschläge, durch Orientierung an der Bibel zu einem erfüllteren Leben zu kommen.
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