Landwirtschaft

Heimisches Saatgut wird geerntet


Im Landkreis wurde eine Erntemaschine für heimische Wiesensamen angeschafft
Foto: Leonie Schmid
NEUMARKT. Im Landkreis Neumarkt sollen artenreiche Wiesen mit „gebietsheimischem Saatgut“ neu angelegt oder wiederhergestellt werden.

Um das Saatgut auf heimischen Wiesen ernten zu können hat der Neumarkter Maschinenring in Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde ein im Allgäu entwickeltes Spezialgerät erworben.

Mit dem sogenannten „Wiesefix“ sollen die wertvollen Samen von Wiesen geerntet werden. Mit dem Gerät könne man sicherstellen, dass nur gebietseigenes Saatgut gesammelt wird, sagte die Biodiversitätsberaterin der unteren Naturschutzbehörde, Leonie Schmid. Das Saatgut besteht aus heimischen Wildpflanzen, die genetisch an die regionalen Bedingungen angepasst sind. Viele Wildinsekten bräuchten genau solche Wildpflanzen, etwa als Raupenfutter oder Nektarquellen. Gebietseigenes Saatgut sei deshalb besonders wichtig, um langfristig stabile Pflanzengesellschaften zu etablieren und den heimischen Insekten die passenden Nahrungsquellen anzubieten.


Solches Saatgut ist derzeit jedoch kaum zu bekommen. Bei der Neuanlage oder Wiederherstellung von artenreichen Wiesen und naturschutzfachlich wertvollen Flächen werde deshalb häufig auf handelsübliches Saatgut zurückgegriffen. Das enthält allerdings oft gebietsfremde Arten, die in der Umgebung der zu entwickelnden Flächen nicht vorhanden sind, was zu einer Veränderung aber auch Verminderung der regionalen Biodiversität führen kann, und in schlimmen Fällen sogar die Verdrängung lokaler Arten begünstigt.

Das neue Gerät soll die Gewinnung von lokalem Saatgut im Landkreis zukünftig erleichtern, denn bis vor kurzem wurde dafür schweres Gerät benötigt: Mit landwirtschaftlichen Maschinen wurde gemäht, gewendet, aufgeladen, abgefahren und auf der Empfängerfläche wieder aufgebracht.

Der „Wiesefix“ sei dagegen ein Saatgutsammelgerät, das von einer Person bedient werden kann und selbstfahrend das Saatgut aberntet. Das Gerät streift mit einer rotierenden Bürste die reifen Samenkörner von den Pflanzen und sammelt sie in einem Auffangbehälter, sagte Maschinenring-Geschäftsführer Wolfgang Zachmeier. Zudem verbleiben die Pflanzen auf der Fläche und eine anschließende Heunutzung wird dem Landwirt weiterhin ermöglicht.

Durch die Wahl des Sammelzeitpunkts und durch die Möglichkeit der Höheneinstellung der rotierenden Bürste könne nun auch gezielt Saatgut von gewünschten Pflanzenarten gesammelt werden. Das Gerät kann im gesamten Landkreis eingesetzt werden.

Derzeit werden passende Spenderflächen im gesamten Landkreis ausgewählt, auf denen die Maschine zum Einsatz kommen kann. Eigentümer von artenreichen Wiesen können sich telefonisch unter 09181/470480 oder per Email melden.
10.08.21

Durchschnittlich 37 Hektar


Die landwirtschaftlich genutzten Flächen im Landkreis sind durchschnittlich 37 Hektar groß
Foto: Archiv
NEUMARKT. Die Größe der landwirtschaftlich genutzen Flächen im Landkreis Neumarkt liegt bei 37 Hektar - weit weniger als im Bundes-Durchschnitt (63).

Das geht aus dem endgültigen Ergebnis der Landwirtschaftszählung 2020 hervor, das nun veröffentlicht wurde. Nur 19 der insgesamt 1570 Betriebe im Landkreis sind größer als 200 Hektar. Es gibt sogar 18 Mini-Anwesen mit weniger als fünf Hektar.

Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik bewirtschafteten im letzten Jahr im Landkreis Neumarkt 365 Betriebe Nutzflächen zwischen fünf und zehn Hektar, 488 Betriebe Flächen zwischen zehn und 20 Hektar, 346 Betriebe Flächen zwischen 20 und 50 Hektar. Größere Flächen zwischen 50 und 100 Hektar besitzen 242 Betriebe, Flächen von 100 bis 200 Hektar nennen nur 94 Betriebe ihr Eigen.

Insgesamt sind die landwirtschaftlich genutzten Fläche in Bayern 3.107.697 Hektar groß. Nahezu ein Viertel (24,0 Prozent) davon befindet sich in Oberbayern, 16,4 Prozent in Schwaben, 16,1 Prozent in Niederbayern und 12,5 Prozent in der Oberpfalz. Ungefähr ein Zehntel der Gesamtfläche entfällt jeweils auf die Regierungsbezirke Unterfranken (11,1 Prozent), Mittelfranken (10,5 Prozent) und Oberfranken (9,5 Prozent).

Von der landwirtschaftlichen Fläche in Bayern entfallen 2.022.682 Hektar, und damit knapp zwei Drittel, auf Ackerland. Mit 1.058.315 Hektar ist fast die Hälfte der Ackerlandfläche mit Getreide zur Körnergewinnung (einschließlich Körnermais und Corn-Cob-Mix) bestellt. Die wichtigsten Fruchtarten sind hier Weizen mit 485.065 Hektar und Gerste mit 323.315 Hektar, wobei 97,7 Prozent des Weizens und 71,1 Prozent der Gerste als Winterkultur angebaut werden.


Mit 553.891 Hektar wird auf über einem Viertel (27,4 Prozent) des Ackerlands Mais angebaut, und zwar hauptsächlich als Silo-/Grünmais (433.859 Hektar oder 78,3 Prozent) und zu einem kleineren Teil als Körnermais/Mais zum Ausreifen einschließlich Corn-Cob-Mix (120.032 Hektar oder 21,7 Prozent). Eine relativ große Bedeutung hat Mais vor allem in Schwaben, wo mit 36,0 Prozent auf über einem Drittel der Ackerflächen Mais angebaut wird, gefolgt von Niederbayern (33,1 Prozent), Oberbayern (31,6 Prozent) und Mittelfranken (29,7 Prozent).

119.579 Hektar des Ackerlands sind mit Handelsgewächsen bestellt. Den weitaus größten Teil davon umfasst mit 87.191 Hektar die Anbaufläche für Winterraps, gefolgt von Hopfen, der auf 17.594 Hektar angebaut wird. Auch Sonnenblumen wachsen auf 5044 Hektar Land.

Die Anbaufläche von Hackfrüchten (106.482 Hektar) besteht zu 40,0 Prozent aus Kartoffeln (42.605 Hektar) und zu 59,6 Prozent aus Zuckerrüben ohne Saatguterzeugung (63.514 Hektar). Hülsenfrüchte werden auf 41.011 Hektar angebaut. Hier macht der Anbau von Sojabohnen mit 18 543 Hektar den größten Teil aus, gefolgt von Erbsen mit 14 426 Hektar.

Bei etwa einem Drittel (1.070.983 Hektar) der landwirtschaftlichen Flächen insgesamt handelt es sich um Dauergrünland. Davon entfallen 66,7 Prozent auf Wiesen (714.305 Hektar) und 29,6 Prozent auf Weiden (316.959 Hektar). Den größten Grünlandanteil verzeichnet die Statistik in Schwaben mit 49,9 Prozent, den kleinsten in Unterfranken mit 19,5 Prozent.

Die Landwirtschaftszählung ist die größte landwirtschaftliche Erhebung und erfasst im Abstand von zehn Jahren wichtige Daten der landwirtschaftlichen Betriebe in Bayern und den anderen Ländern.
05.07.21

Interesse an Umstellung

NEUMARKT. Mit dem „Weg zum Bio-Betrieb“ befaßte sich ein Online-Seminar für an einer Umstellung interessierten Landwirte.

Veranstalter waren die Öko- Modellregionen Neumarkt, Amberg-Sulzbach und Naturparkland Oberpfälzer Wald.

Das Orientierungsseminar gewährte den Interessenten einen Einblick in den Ökolandbau und einen Überblick über die Schritte zur Umstellung auf Bio. Elisabeth Remlein vom Neumarkter Landwirtschaftsamt informierte über die betrieblichen Voraussetzungen bei einer Umstellung.

Dr. Norbert Bauer sprach über die steigende Nachfrage nach Bio-Milch im In- und Ausland sowie die Anlieferungsmöglichkeiten an die Molkerei und die Entwicklungen auf dem bayerischen Bio-Milchmarkt.


Michael Schanderl von der Vermarktungsgesellschaft Biobauern umriss die Abnahme und Marktpreise von Bio-Feldfrüchten wie Druschfrüchten, Kartoffeln und Saatguterzeugnisse.

Biolandwirt Richard Götz jr. aus Thann führte schließlich virtuell durch seinen Milchviehbetrieb sowie die ackerbaulichen Betriebszweige wie etwa den Getreidebau samt Saatgutvermehrung oder den Anbau von Kartoffeln, die direkt vermarktet werden.
17.05.21

„Weg zum Bio-Betrieb“

NEUMARKT. Für umstellungs-interessierte Landwirte findet am 20. und 21. April ein Online-Seminar „Der Weg zum Bio-Betrieb“ statt.

Veranstalter sind die Öko-Modellregionen Neumarkt, Amberg-Sulzbach und Naturparkland Oberpfälzer Wald.


Über „die ersten Schritte zum Bio-Landwirt“ referiert Elisabeth Remlein, Fachberaterin am Neumarkter Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, am 20. April ab 19 Uhr.

Am 21. April erzählt Richard Götz, Bio-Landwirt aus dem Landkreis Neumarkt, aus seiner Betriebspraxis.

Die Teilnahme am Seminar ist kostenlos. Anmeldung sind per Email möglich.
12.04.21


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ISSN 1614-2853
15. Jahrgang
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