Kneipenbühne Oberweiling

Internationales Trio

NEUMARKT. Perotti-Caleris-Braun, ein internationales Trio, stellt sich am Samstag dem Kneipenbühnenpublikum in Oberweiling vor.

Riccardo Perottis Wurzeln liegen in der Popmusik, Alberto Caleris arbeitet als Folkmusiker und Alois C. Braun ist dem Rock'n Roll verbunden. Gemeinsam harmonisieren sie als Trio instrumental wie vokal perfekt und stehen in der Tradition von Gruppen wie CSNY (Crosby, Stills, Nash, Young).

Bei den Live-Auftritten stellt zunächst jeder der drei Künstler seine Songs vor (bei dem die beiden anderen Musiker natürlich gelegentlich mitwirken), gefolgt von einem gemeinsamen Set im letzten Teil der Show.

Riccardo Perotti ist Halbitaliener, geboren in Quito, studierte in den USA (Berkley Institut), war musikalischer Direktor und Komponist für die Wahl zur Miss Universum in Ecuador (2005), schreibt und produziert Musik für TV-Shows (z.B. Reina de Quito), hat mehrere CDs veröffentlich und gilt als Singer-/Songwriter Nr. 1 in Ecuador.

57 Wochen Nummer eins in seinem Heimatland, nun zum ersten Mal in Deutschland: Alberto Caleris. Er wurde geboren in Buenos Aires, lebt seit 20 Jahren in Ouito/Ecuador, hat etwa 20 LPs und CDs weltweit veröffentlicht, kann auf Tourneen in Kolumbien, Venezuela, Mexiko und Deutschland zurückblicken. Mehrere seiner CDs sind auch in Deutschland erhältlich. Seit 2006 arbeitet er mit Riccardo Perotti, Anfang 2007 absolvierten sie eine gemeinsame Tour durch Chile und Argentinien.

Alois C. Braun: seit fast 25 Jahren in der bayerischen Musikszene als Singer-/Songwriter tätig, u.a. Auftritte beim Singat's (München) und dem Bardentreffen (Nürnberg), gab als kreativer Kopf und Sänger Bands wie d'Ofarohr Band, Strudelpeter, Kupfer S. ihre Unverwechselbarkeit, hat mehrere CDs veröffentlicht, hat als Musik- und Reisejournalist und Fotograf eine tiefe Zuneigung zu Südamerika.
26.04.07

Gelungenes Heimspiel

Von Katja Barinsky und Heike Berghofer


"Breeze The Creaze" auf vertrautem Terrain

NEUMARKT. Was ist das für eine Geschichte, die Golly am Samstag mit seinem unvergleichlichen humoristischen Charme dem gespannten Publikum in der Kneipenbühne zu erzählen beginnt? Hier will uns anscheinend ein begnadeter Didakt Geschichte und Geschichten schmackhaft machen, auf die wir aber ohnehin schon brennen.

Gefühlvoll und abwechslungsreich interpretierte Songs stellen uns die unheimlichen, liebenswerten und skurrilen Protagonisten dieses Hör-Movies vor und allerspätestens bei dem Instrumental "sad and beautiful life of a jazz musician" ist man selbst mitten in der Geschichte und diese eigenartige Berührung, die wir schon kennen, wenn wir das Trio Golly, Henning und Jule des Öfteren genießen, macht sich in der Bauchgegend breit.

Die Musiker überraschen mit einer ganz erstaunlichen musikalischen und persönlichen Entwicklung.

Jule Weidinger, nicht nur optisch, sondern auch stimmlich Frau geworden, bringt sowohl die kriechende Palomina als auch das Täubchen und die verzagte Verliebte überzeugend rüber. Die vielen verschiedenen Gesichter dieser Gestalt fördern die verschiedenen stimmlichen Möglichkeiten zu Tage, die in der begabten Sängerin stecken. Während man sie in gewohnter Manier mal bluesig, mal jazzig, mal poppig zu hören bekommt, begeistert den einen oder anderen ihre rockige Seite, als sie zugibt, dass sie an allem Schuld ist.

Henning, der zärtliche Rhythmuskünstler, kann sich in diesem vielfältigen und fantasievollen Arrangement mal so richtig freispielen. Dies machte eine Einspielung von der Konserve auch unbedingt notwendig, denn wie der, der mit den Geräuschen tanzt, auf einer Baustelle und sonstwo die U-Bahn in Chinatown produzierte, durfte dem Publikum nicht vorenthalten werden. Live handelt er das Schlagzeug mit schlafwandlerischer Sicherheit und spielt auch hier in leichter, prägnanter und freier Manier nicht nur die obligatorischen Drums und Becken, sondern kommt auch mit dem Digeridoo, der Maultrommel oder sogar einem Blech daher.

Trotz der überzeugenden Bühnenpräsentation bleibt ein kleiner Wermutstropfen: Golly musste seine von allen geliebten Saxophone zu Hause lassen. Doch der kreative Kopf des Ensembles erfreute das Publikum mit flinken Fingern auf der "acoustic finger style guitar", mal mit der Bluesharp, mal pfeifend und bewegte unsere Herzen durch Gesang mit Feeling. Er ist ein Künstler in allen Fasern, sein Projekt sind nicht nur Songs und Stücke, sondern er fordert uns mit einem Gesamtkunstwerk. Literaturenthusiasten kommen ebenso auf ihre Kosten wie Kenner eines feinen und subtilen Humors, der inhaltlich und musikalisch immer wieder aufblitzt. Und wenn sich die Kritiker streiten, ob nun Kunst von Können kommt oder schön sein muss, oder facettenreich oder ob das wichtigste die Botschaft ist – in diesem Fall vollig egal! - alles da. Lo’n’behold: Wer will, kann also auch noch was lernen.

Wer jetzt wissen will, wie die Geschichte ausgeht, oder hören will, wie Totenstädtische Musik klingt oder Sehnsucht hat nach Gollys Sax oder einfach noch einmal will, der soll sich die CD kaufen.

Aber ein bisschen was kann man ja noch verraten: Zwischen Independent Pop mit Jazzeinflüssen und akustischem Folkrock gibt es noch einiges zu entdecken: Sanfte Melodien, Liebeslieder, schräge und überraschende Einfälle, echte Indianer, außergewöhnliche Eindrücke und nicht zuletzt eine Freiheit im Denken und Fühlen, die einen für 76 Minuten den ganzen oberflächlichen Alltagsscheiß (pardon) vergessen lassen. Und nochmal 76 Minuten und...

Eine gelungene Synthese aus abgefahrener Komposition und Easy-Listening. Wobei letzteres nur auf den ersten "Blick" so scheint. Bei mehrfachem Hinhören offenbaren sich wundervolle, oft unerwartete Feinheiten.
22.04.07

Heimspiel in Owei


"Breeze The Creaze"
NEUMARKT. Am Samstag stellen "Breeze The Creaze" in der Kneipenbühne ihre derzeit letzte CD "lo’n’behold" zum ersten Mal live dem Publikum vor.

Das Konzeptalbum beinhaltet eine Art Kopfkino-Road-Movie, in dem es um die merkwürdige Liebe einer Indianerin zu einem spanisch-stämmigen Mann geht.

Im Januar auf der MIDEM in Cannes und in der vergangenen Woche im Bayerischen Rundfunk (Kulturwelt) vorgestellt und gewürdigt, kann man gespannt darauf sein, wie Golly und seine beiden jungen musikalischen Mitstreiter die komplexe Scheibe live auf der Bühne umsetzen.

Die Musik des Trios ist im äußerst fruchtbaren und wilden Niemandsland zwischen Independent Pop mit Jazzeinflüssen und akustischem Folkrock angesiedelt, in Hinblick auf die Internationalität der Themen wird auf englisch gesungen. Die Kompositionen von "Breeze The Creaze" klingen sanft, obwohl sie viele ungewöhnliche und unerwartete Wendungen enthalten. Nichtsdestoweniger sind die Melodien oftmals richtige Ohrwürmer. Viele der Texte enthalten auf kluge, ausdrucks- und gefühlvolle Weise eine feine politische Färbung.

Jule Weidinger (gerade im Abschluss-Prüfungsstress am Regensburger Music College) spielt Bass, Henning Frank, Schlagzeug (und diverse Perkussionsinstrumente nebst Didgeridoo und Maultrommel) und Golly "acoustic finger style guitar", Bluesharp und gelegentlich diverse Saxophone (Tenor, Alt, Sopran). Drei Solostimmen und dreistimmiger Chorgesang machen das Trio nahezu unverwechselbar.
19.04.07

Stilsicher und virtuos


Das "Transplant Quartett"

NEUMARKT. Stilsicher, virtuos, elegant: das Regensburger "Transplant Quartett" präsentierte sich dem handverlesenen Kneipenbühnen-Publikum mit einem Feuerwerk an modernem Jazz, der sowohl in den klug durcharrangierten Teilen wie auf den weiten Strecken freier Improvisation nach allen Seiten hin funkelte.

Außer einem wunderbar interpretierten Jimi Hendrix bestand das Programm im großen Ganzen aus Eigenkompositionen. Pianist Bernhard Geigl, Bassist Markus Stark, Drummer Peter Ansager und nicht zuletzt der mit allen Wassern gewaschene Klarinettist und Saxophonist Bertl Wenzl (Negerländer, Muck And His Swinging Buddies, Raithschwestern) schufen mit duftiger Transparenz eine genussvolle klangliche Einheit.

Nette Rätselfragen, auf deren richtige Antwort es jeweils eine CD zur Belohnung gab, lockerten das auch intellektuell auf hohem Niveau stehende Programm auf und so können die musikalischen Oberweiling-Gourmets auf einen vergnüglichen Abend und ein weiteres Highlight in der laufenden Saison zurückblicken.
15.04.07


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ISSN 1614-2853
15. Jahrgang
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