Pfleiderer

Wird Pfleiderer "Europa-AG" ?

NEUMARKT. Die Pfleiderer AG könnte in eine "Europäische Aktiengesellschaft SE" umgewandelt werden, sagte Vorstands-Chef Overdiek.

Gleichzeitig kündigte der erst vor wenigen Wochen nach einem schweren Verkehrsunfall an den Chef-Schreibtisch zurückgekehrte Vorstands-Vorsitzende in einem Interview mit der Zeitung "Euro am Sonntag" Zukäufe in Westeuropa an. Man wolle in Westeuropa im Laminatbodenbereich 15 Prozent Marktanteil oder mehr, sagte Hans H. Overdiek. Dies sei nur mit Zukäufen erreichbar. Derzeit hat Pfleiderer in diesem Bereich etwa fünf Prozent Marktanteil.

Overdiek wiederholte erneut, daß Pfleiderer bis 2010 den Umsatz auf vier Milliarden Euro mehr als verdoppeln will.

Eine Umwandlung in eine "Europäische Aktiengesellschaft SE" werde außerdem ernsthaft erwogen. "Darüber denke ich tatsächlich nach, das halte ich durchaus für möglich", wird Overdiek zitiert.

Die "Europäische Gesellschaft" (lateinisch Societas Europaea, SE) ist eine Rechtsform für Unternehmen in der Europäischen Union. Mit ihr ermöglicht die EU seit dem Jahresende 2004 die Gründung von Gesellschaften nach weitgehend einheitlichen Rechtsprinzipien. Umgangssprachlich wird die SE auch als "Europa-AG" bezeichnet.
21.09.07

"Umsatz verdoppeln"

NEUMARKT. Pfleiderer will bis 2010 seinen Umsatz mehr als verdoppeln, sagte Vorstandssprecher Hans Overdiek in einem Interview.

"Unser Umsatz sollte in diesem Jahr auf rund 1,9 Milliarden Euro steigen. 2008 werden es deutlich mehr als zwei Milliarden sein. Und 2010 sind sogar vier Milliarden Euro Umsatz möglich", sagte er in einem Gespräch mit dem Wirtschaftsmagazin "EURO", das schon vorab veröffentlicht wurde.

Die Prognose für den Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) für 2007 liegt bei 240 bis 250 Millionen Euro, bekräftige Overdiek. Im nächsten Jahr soll dieser Gewinn bereits bei "über 300 Millionen Euro" liegen. Die Gewinne würden wegen der Profite von Investitionen der vergangenen Jahre überproportional steigen.
17.09.07

Renommierter Preis

NEUMARKT. Nur wenige Tage, nachdem er nach einem schweren Unfall an seinen Schreibtisch zurückkehrte (wir berichteten), ist der Sprecher des Vorstands der Pfleiderer AG, Hans H. Overdiek, unter den Finalisten für den renommierten Wirtschaftspreis "Stratege des Jahres 2007", den die Financial Times Deutschland zusammen mit den Beratern von Bain & Company und der WHO – Otto Beisheim School of Management ausloben.

In der Kategorie unter fünf Milliarden Euro Umsatz belegte der Mann an der Spitze des Neumarkter Holzwerkstoffherstellers den zweiten Platz. Lediglich 13 der rund 100 börsennotierten Unternehmen in Deutschland mit einem Umsatz über einer Milliarde Euro schafften es in die letzte Runde.

Mit diesem Preis würdigten die Organisatoren zum vierten Mal Vorstände von Unternehmen, die durch eine klare und langfristig angelegte Strategie die Konkurrenz im Markt hinter sich gelassen haben und nach objektiv messbaren Kriterien nachhaltig überdurchschnittlichen Erfolg bewiesen.

Im Rahmen der Preisverleihung wurde die erfolgreiche strategische Neuausrichtung des Pfleiderer Konzerns gewürdigt. Im August 2003 startete Overdiek in seinem Amt mit einem weit reichenden Restrukturierungsprogramm. Er konzentrierte den Konzern auf den Geschäftsbereich Holzwerkstoffe und veräußerte alle Beteilungen, die nicht zum Kerngeschäft gehörten. Gleichzeitig baute er das Produktspektrum durch Akquisitionen systematisch aus und baute Schulden ab.

Heute steht der Pfleiderer- Konzern finanziell mit einer Eigenkapitalquote von nahezu 40 Prozent wieder auf stabilen Füßen und ist für weiteres Wachstum bestens gerüstet.

Im ersten Halbjahr 2007 hat Pfleiderer operative Bestmarken erreicht. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Konzernumsatz um 31% auf 886,2 Millionen Euro. Das Konzernergebnis vor Zinsen, Ertragssteuern und Abschreibungen (EBITDA) legte im ersten Halbjahr um 34 Prozent auf 121 Millionen Euro zu. Bis Ende 2007 wird ein Konzernumsatz von 1,9 Milliarden Euro angestrebt. Das entspricht einer Umsatzsteigerung von 150 Prozent im Vergleich zu 2004. Das Konzern EBITDA soll im Geschäftsjahr 2007 den Wert von 240 bis 250 Millionen Euro erreichen und wird damit zweieinhalb Mal höher sein als vor drei Jahren.

"Pfleiderer ist operativ und finanziell hervorragend für das weitere ertragsstarke Wachstum gerüstet. Wir rechnen damit, dass Umsatz und Ertrag auch künftig deutlich steigen und das Konzernergebnis dabei überproportional zum Umsatz wächst. Durch die erfolgreiche Integration der Kunz Gruppe und die Übernahme des schwedischen Laminatbodenherstellers Pergo erschließen wir weiteres internationales Wachstum. Es ehrt mich sehr, dass die erfolgreiche strategische Neuausrichtung des Konzerns in dieser Form gewürdigt wird", kommentiert Hans H. Overdiek die Preisverleihung.

Die Entscheidung, wer den Wirtschaftspreis "Stratege des Jahres" erhält, trifft letztendlich keine Jury: Die Manager müssen rein objektiven Zahlenanalysen standhalten. In einem mehrstufigen Auswahlprozess werden u.a. Bilanz- und Kapitalmarktdaten quantitativ bewertet und untersucht. Die unabhängigen Prüfer beobachteten bei der Entscheidung die Geschäftsjahre 2004 bis 2006, wobei letzteres doppelt in die Rechnung eingeflossen ist. Nur, wenn das Unternehmen in den letzten drei Jahren deutlich besser als die Konkurrenz abgeschnitten hat und alle weiteren Voraussetzungen erfüllt sind, qualifiziert es sich für die Endausscheidung. Über ein Rangzahlenverfahren ermitteln die Organisatoren dann die Sieger.
14.09.07


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ISSN 1614-2853
15. Jahrgang
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