Pfleiderer
Gute Noten vergeben
NEUMARKT. Die Pfleiderer AG
hat am Dienstag von
Moody’s Investor Services ein "Ba2"-Rating erhalten.
Unter "Rating" versteht man die Einschätzung der Zahlungsfähigkeit eines Schuldners (Quelle:
Wikipedia).
Moody’s
berücksichtigt mit dem positiven Rating die gute Marktposition der Gesellschaft in
den Kernmärkten in West- und Osteuropa sowie Nordamerika, das Engagement im
weniger zyklischen Erneuerungs- bzw. Renovierungsgeschäft in Nordamerika statt des
von
Moody’s als zyklisch eingeschätzten Neubausektors sowie die hohe operative
Ertragskraft der Gesellschaft.
"Wir sind über das Ergebnis des Moody’s Ratings sehr erfreut, denn es unterstreicht die
strategische Ausrichtung des Pfleiderer Konzerns auf profitables Wachstum in unseren
Kernmärkten, das zu hohen operativen Margen und starken Cashflows führt" sagt
Derrick Noe, Finanzvorstand der Pfleiderer AG. "Darüber hinaus spiegelt das Rating die
soliden finanziellen und bilanziellen Verhältnisse des Pfleiderer Konzerns wider", so Noe
weiter.
Durch die Akquisition des schwedischen Laminatbodenherstellers
Pergo AB im März
2007 ist ein führender Anbieter im Wachstumsmarkt für Laminatfußboden entstanden,
der die industriellen Stärken des Pfleiderer Konzerns als ein weltweit führender
Holzwerkstoffhersteller mit der Stärke von
Pergo als Markenführer im Laminatfußboden
verbindet.
Die Rating-Agentur
Fitch Ratings setzt Pfleiderer durch Ankündigung über die Begebung einer
Hybridanleihe auf "Positive Watch".
Die Übernahme mit einem Volumen von rund 320 Millionen Euro wird zum Teil durch
Kredite sowie in einem Volumen zwischen 200 und 250 Millionen Euro durch die
Emission eines Hybridbonds über die Finanzierungstochter Pfleiderer Finance B.V.,
Deventer, Niederlande, finanziert (
Bericht hier). Durch die am Dienstag angekündigte Emission stuft die
Rating Agentur
Fitch die Bonität der Pfleiderer AG, derzeit mit "BB positive", auf "Positive Watch" hoch. Nach der Begebung der Hybridanleihe ist damit ein Heraufstufen
auf "BB+" zu erwarten.
"Die Ratingagenturen honorieren mit diesem Schritt die sehr gute wirtschaftliche
Entwicklung im Geschäftsjahr 2006 sowie den exzellenten Ausblick des Pfleiderer
Konzerns für die Folgejahre. Die Ratings unterstreichen die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit
der Pergo-Übernahme und erkennen die Finanzierung der Pergo-Transaktion mit
eigenkapitalähnlichen Mitteln an" so Derrick Noe, Finanzvorstand der Pfleiderer AG
weiter.
10.04.07
"Hybrid-Anleihe" geplant
Eine Hybridanleihe
...ist eine eigenkapitalähnliche, nachrangige Unternehmensanleihe ohne Laufzeitbegrenzung. Die Kündigung durch den Emittenten zu einem vorher festgelegten Termin ist möglich. Außerdem können die vereinbarten Kuponzahlungen unter bestimmten Bedingungen ausgesetzt bzw. verschoben werden.
Durch einen Zinsaufschlag von bis zu 2 Prozent gegenüber konventionellen Unternehmensanleihen soll der Anleger einen Ausgleich für das erhöhte Risiko erhalten, das bis zum Totalverlust zum Beispiel im Insolvenzfall des Emittenten reichen kann.
NEUMARKT. Im Zuge der Ausweitung der weltweiten Marktpräsenz im
margenstarken Holzwerkstoffgeschäft und durch die Übernahme der schwedischen
Pergo AB plant die Pfleiderer AG die
Begebung einer Hybrid-Anleihe über ihre Finanzierungsgesellschaft
Pfleiderer Finance
B.V. mit Sitz Deventer, Niederlande, mit einem Volumen von 200 bis 250 Millionen Euro.
Dies wurde schon bei der Bilanz-Pressekonferenz Ende März angedeutet (
wir berichteten)
Die Pfleiderer AG wird von
Moody's gegenwärtig mit Ba2 (Ausblick: stabil) und von
Fitch
mit BB (Ausblick: positiv) eingestuft.
Die Pfleiderer-Anleihe ist nachrangig besichert und wird voraussichtlich von beiden
Agenturen zwei Stufen unterhalb des Senior- bzw. IDR Ratings der Gesellschaft
bewertet.
Die genauen Bedingungen der Anleihe werden auf Basis marktüblicher Konditionen im
Anschluss an eine pan-europäische
Roadshow festgelegt. Als
Joint Structuring Advisors
und
Joint Lead Managers für Pfleiderers geplante Hybrid-Kapital-Transaktion wurden
ABN AMRO und
Barclays Capital gewählt.
Die Anleihe wird gemäß internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen (IFRS) als
Eigenkapital bilanziert. Von
Moody’s wird die Anleihe zu 50 Prozent, von
Fitch zu 75 Prozent als
Eigenkapital eingestuft.
Der Erlös aus der Begebung dieser Anleihe soll gemeinsam mit anderen Finanzierungsmitteln
zur Refinanzierung des Brückenkredits dienen, den die Pfleiderer AG kürzlich für
die strategische Übernahme der schwedischen
Pergo AB aufgenommen hat.
Mit der Ausgabe der Hybrid-Anleihe baut Pfleiderer die finanzielle Flexibilität weiter aus, hieß es am Dienstag in einer Pressemitteilung.
"Durch die Nutzung von Hybrid-Kapital folgt Pfleiderer seiner Strategie, Übernahmen mit
Eigenkapital und eigenkapital-ähnlichen Instrumenten zu finanzieren. Dadurch wollen wir
ausschließen, dass sich Übernahmen nachteilig auf das sich stetig verbessernde
Kreditprofil von Pfleiderer auswirken", so Derrick Noe, Finanzvorstand der Pfleiderer AG.
10.04.07
Neue Rekordzahlen

Foto:Pfleiderer
NEUMARKT. Die Pfleiderer AG setzt - gestärkt durch das
beste Ergebnis ihrer Unternehmensgeschichte im Geschäftsjahr
2006 - ihren ertragsorientierten Wachstumskurs konsequent fort, hieß es am Donnerstag bei der Bilanz-Pressekonferenz des Unternehmens in München.
Nach der erfolgreichen Integration der Kunz Gruppe ist die Übernahme
der schwedischen Pergo AB der nächste Schritt des Holzwerkstoffherstellers
zum Ausbau der weltweiten Marktpräsenz,
insbesondere im Laminatfußboden-Geschäft in Nordamerika und
Westeuropa.
Wie der Vorstand der Pfleiderer AG am Donnerstag bei der Vorlage des Konzernjahresabschlusses 2006
in München erläuterte, hält die 100-prozentige Tochtergesellschaft
Pfleiderer Sweden AB, nach Ablauf der verlängerten Angebotsfrist
am 9. März 2007, jetzt knapp 99 Prozent des Aktienkapitals und der
Stimmrechte an der Pergo AB. Pfleiderer strebt eine vollständige
Übernahme des Unternehmens an. Am 30. März 2007 erfolgt das
Delisting von Pergo an der schwedischen Börse. Entsprechend der
gesetzlichen Rahmenbedingungen soll Anfang 2008 der Squeeze-out-Prozess der noch außenstehenden Aktionäre abgeschlossen
sein, erklärte Finanzvorstand Derrick Noe, der überdies ankündigte,
dass Pfleiderer die Pergo-Akquisition durch die Ausgabe einer
Hybrid-Anleihe im Mai dieses Jahres maßgeblich refinanzieren wolle.
"Mit dem Hybrid-Kapitalinstrument gewinnen wir eine höhere
finanzielle Flexibilität und eröffnen uns weitere unternehmerische
Handlungsoptionen", so Noe.
Einbußen für Mitarbeiter ?
NEUMARKT. Die Mitarbeiter in den deutschen Pfleiderer-Werke müssen sich möglicherweise auf niedrigere Zahlen auf dem Lohnzettel einstellen.
Der Vorstand will die Personalkosten in den heimischen Werken um 15 Prozent senken, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit und damit die acht deutschen Standorte zu sichern, hieß es bei der Bilanzpressekonferenz.
Dies soll durch die Einführung "leistungsorientierter Komponenten" ermöglicht werden, die über das Grundgehalt hinaus gezahlt werden sollen. Das Grundgehalt beträgt derzeit 75 Prozent des Gesamtlohns. Die neue Lohnstruktur soll individuell je nach Standort ausgestaltet werden.
"Wir werden damit unsere Mitarbeiter am Erfolg, aber auch am Misserfolg des jeweiligen Standortes beteiligen", erklärte Pfleiderer-Personalvorstand Michael Ernst. Er schloß längere Wochenarbeitszeiten nicht aus: die heute wie in Neumarkt zu leistenden 38 Stunden seien "die Untergrenze".
Im zurückliegenden Geschäftsjahr 2006 hatte die Pfleiderer AG
durch eine erfolgreiche Kapitalerhöhung das Grundkapital der Gesellschaft
um rund ein Viertel auf 136,5 Millionen Euro erhöht. Durch die
Einnahmen aus der Ausgabe von 10,6 Millionen neuer Aktien im Frühjahr
2006 und die Erlöse aus dem Verkauf der Pfleiderer track systems,
als letztem nicht zum Kerngeschäft zählenden Unternehmensbereich,
konnte die Pfleiderer AG ihre Konzernnettoverschuldung von
627,5 Millionen Euro zum Ende 2005 auf 414,6 Millionen Euro zum 31. Dezember
2006 verringern.
Die Eigenkapitalquote verbesserte sich von
19,1 Prozent auf 39,5 Prozent zum Ende des Berichtszeitraumes. "Der Pfleiderer
Konzern ist heute nicht nur strategisch und operativ, sondern
auch finanziell und bilanziell bestens für das weitere, ertragsorientierte
Wachstum gerüstet", so Derrick Noe.
Starkes Wachstum
Das Geschäftsjahr 2006 stand für den Pfleiderer Konzern im
Zeichen der Integration der im Dezember 2005 erworbenen
Holzwerkstoff-Aktivitäten der ehemaligen Kunz Gruppe in
Westeuropa und Nordamerika. Durch diese Akquisition, die
Inbetriebnahme eines neuen Holzwerkstoff-Werkes in Russland
sowie durch organisches Wachstum stiegen die Umsatzerlöse
des Pfleiderer Konzerns im Geschäftsjahr 2006 um rund 71 Prozent auf
1,415 Milliarden Euro (Vj. 829,3 Millionen Euro). Das EBITDA verbesserte
sich überproportional und verdoppelte sich annähernd auf 208,1
Millionen Euro (Vj. 104,1 Millionen Euro). Inklusive der Buchgewinne aus dem
Verkauf der Pfleiderer track systems erzielte der Pfleiderer Konzern im Berichtszeitraum 2006 ein Konzernnettoergebnis von 83,9 Millionen
Euro (Vj. 28,8 Millionen Euro). Dies entspricht einem Ergebnis je Aktie
(unverwässert) von 1,67 Euro (Vj. 0,68 Euro). Das Ergebnis der fortzuführenden
Aktivitäten, nach Minderheitsanteilen, verbesserte sich
auf 1,00 Euro (Vj. 0,56 Euro).
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung 2007
die Erhöhung der Dividende von 15 Eurocent im Vorjahr auf 25 Eurocent
vor (
wir berichteten). "Unser Ziel ist es, unsere Aktionäre angemessen am Unternehmenserfolg
zu beteiligen und gleichzeitig Handlungsspielräume
für das weitere Wachstum zu wahren. Langfristig orientiert sich
unsere Dividendenpolitik weiterhin mit Vorrang an den Wertsteigerungspotenzialen,
die wir für unsere Aktionäre durch den weiteren
Ausbau unserer Geschäftsaktivitäten erschließen können." betonte
das Vorstandsmitglied Michael Ernst, der während der Abwesenheit
von Vorstandsprecher Hans H. Overdiek die Arbeit im Vorstandsgremium
kommissarisch koordiniert.
Strategische Lücke geschlossen
Mit der Integration der ehemaligen Kunz Gruppe und der Übernahme
der Pergo AB wird Pfleiderer Konzern mit insgesamt 23 Produktionsstätten
in Westeuropa, Osteuropa und Nordamerika präsent
sein. "Mit Kunz haben wir die ‚strategische Lücke’ MDF und HDF in
unserem Produktportfolio geschlossen und sind erstmals als
integrierter Anbieter in den Laminatfußbodenmarkt eingestiegen.
Beide Positionen bauen wir jetzt gezielt weiter aus," kommentiert
Technik-Vorstand Dr. Robert Hopperdietzel die operativen Wachstumsziele.
Der Fokus für die weitere Unternehmensentwicklung liegt demnach
- zum einen im Ausbau der internationalen Marktposition, mit Schwerpunkt auf Wachstumschancen in Osteuropa und Nordamerika,
- zum anderen im systematischen Ausbau des Produktportfolios und in der integrierten Fertigung.
Durch die Einführung eines standardisierten globalen Produktionssystems
in allen Pfleiderer-Werken will der Konzern die Herstellkosten
in allen Produktionsprozessen systematisch senken und
Skaleneffekte nutzen. "Wir haben mit der Einführung unseres
globalen Produktionssystems Anfang März 2007 begonnen und
wollen innerhalb eines Jahres die Ausbringung unserer Werke um
10 Prozent steigern", erklärte hierzu Dr. Hopperdietzel im Rahmen der
BilanzPressekonferenz.
Sonderinvestitionen von insgesamt rund 31 Millionen Euro im Zeitraum
2007 bis 2009 sollen zudem die Wettbewerbsfähigkeit von
vier der insgesamt acht deutschen Produktionsstandorte nachhaltig
stärken (
wir berichteten). Ziel ist es, die Ertragskraft aller acht deutschen Standorte
mittellfristig auf eine EBITDA-Marge von mindestens 16 Prozent sowie einem
ROCE von 20 Prozent zu bringen.
Mit der angekündigten Pergo Übernahme steigt Pfleiderer in Nordamerika
als integrierter Hersteller von Laminatfußboden zum Marktführer
mit einem Marktanteil von rund 15 Prozent auf. Die beiden Marken
Uniboard und
Pergo werden als eigenständige Marken am Markt
fortgeführt werden. Pergo betreibt zwei Fertigungsstätten in North
Carolina, USA. Das Laminatfußbodengeschäft in Nordamerika wird
künftig im
Business Center Flooring North America zusammengefasst,
um Skalen- und Synergieeffekte bei Einkauf, Logistik und in
den Verwaltungskosten sowie in der Produktion zu generieren.
In Westeuropa tritt Pfleiderer mit den beiden Pergo-Werken in
Schweden erstmals als Hersteller und Anbieter in den Markt für
hochwertige Laminatfußböden ein. Zugleich schafft die Integration
eine gute Ausgangsbasis für die geplante Expansion dieses margenstarken
Geschäfts nach Osteuropa.
Guter Start in das Geschäftsjahr 2007
In den ersten beiden Monaten des laufenden Geschäftsjahres führten
eine starke Nachfragesituation und Preiserhöhungen zu einer
guten Geschäftsentwicklung im Konzern. Besonders erfreulich entwickelte
sich dabei das Rohspan-Geschäft.
Für das laufende Geschäftsjahr 2007 erwartet der Vorstand der
Gesellschaft für den Pfleiderer Konzern in seiner neuen Größe, das heißt
Pfleiderer und Pergo (mit Konsolidierung ab März 2007), ein Umsatzvolumen
von 1,9 Milliarden Euro und ein EBITDA von 270 Millionen Euro.
Dies entspricht nach Übernahme von Pergo einer EBITDA-Marge
von 14,2 Prozent. Im Jahr 2008 soll dann der Konzernumsatz die
2 Milliarden-Schwelle deutlich überschreiten und konzernweit eine
EBITDA-Marge von mehr als 15 Prozent realisiert werden.
29.03.07
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