Pfleiderer

Pfleiderer beantragt Insolvenz


Die Pfleiderer-Zentrale in Neumarkt
Foto: Pfleiderer AG
NEUMARKT. Das Oberlandesgericht Frankfurt hat den Freigabeantrag von Pfleider abgelehnt. Der Vorstand bereitet den Insolvenzantrag vor.

Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Allerdings betrifft der Insovenzantrag nur die "Holdinggesellschaft Pfleiderer AG", die derzeit lediglich zehn Mitarbeiter beschäftigt (neumarktonline berichtete).

Das Oberlandesgericht Frankfurt gab dem Freigabeantrag der Pfleiderer Finance B.V. im Zusammenhang mit den Klagen von Gläubigern gegen die Beschlüsse der Gläubigerversammlung vom 20. Juni 2011 nicht statt. Damit können die mit großer Mehrheit getroffenen Beschlüsse nicht wie geplant umgesetzt werden. Diese waren aber Bedingung für den beschlossenen Verzicht der Gläubiger der Gesellschaft und die Eigenkapitalzuführung durch die Investoren.

Eine finanzielle Restrukturierung der Pfleiderer AG ist insofern nicht im bisher geplanten Rahmen möglich, hieß es von Pfleiderer. Der Vorstand der Pfleiderer AG bereite nun "pflichtgemäß die Antragsstellung auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens für die Pfleiderer AG beim zuständigen Amtsgericht vor".

Ein Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Pfleiderer AG hätte keine unmittelbaren Auswirkungen auf die operativen Tochtergesellschaften, da die Pfleiderer AG (als Obergesellschaft) eine reine Beteiligungsholding ist, hieß es. Die Insolvenz der Pfleiderer AG würde daher nicht automatisch zu Anschlussinsolvenzen von Tochtergesellschaften führen und hätte keinen unmittelbaren Einfluss auf die Aktivitäten der operativen Tochtergesellschaften.

Es sei geplant, die wesentlichen Maßnahmen des Restrukturierungskonzepts im Wege eines Insolvenzplanverfahrens in Eigenverwaltung umzusetzen und damit die Pfleiderer AG zu sanieren.
27.03.12

"Micky-Maus-Insolvenz" ?


Die Pfleiderer-Zentrale in Neumarkt
Fotos: Pfleiderer AG

Hans-Joachim Ziems: nur "Micky-Maus-Insolvenz" ?
NEUMARKT. Pfleiderer bereitet sich offenbar auf eine Insolvenz vor. Ein Vorstandsmitglied sprach allerdings nur von einer "Micky-Maus-Insolvenz".

Es würde "mit großer Sicherheit" kein Arbeitsplatz verloren gehen, sagte Restrukturierungsvorstand Hans-Joachim Ziems.

Wie das Handelsblatt unter der Überschrift "Pfleiderer vor Insolvenz" berichtet, könnte es für das Neumarkter Unternehmen "schon in wenigen Tagen so weit sein".

neumarktonline meldete bereits am Montag, daß bis Ende März mit einem Spruch des Oberlandesgerichts Frankfurt zum sogenannten Freigabeverfahren gerechnet wird. In erster Instanz hatten die Frankfurter Richter gegen Pfleiderer und für die klagenden Hybridanleihe-Gläubiger entschieden. Einen eigentlich schon geglückten Vergleich mit den Gläubigern ließen die Banken und Hedgefonds platzen - sie wollen eine Gerichtsentscheidung, hieß es.

Wenn Pfleiderer nun auch in zweiter Instanz verliert, scheint eine Insolvenz unausweichlich.

Allerdings sei dies "kein Beinbruch", wird Restrukturierungsvorstand Hans-Joachim Ziems von der Zeitung zitiert. Die Insolvenz müsse dem Unternehmen nicht zwangläufig schaden. Es sei nämlich nur die AG mit elf Mitarbeitern betroffen und nicht die operativen Töchter für Ost- und Westeuropa, sagte Ziems. Er sprach wörtlich von einer "Micky-Maus-Insolvenz".

Link zum Thema: Handelsblatt
21.03.12

Pleite wegen 5 Millionen ?

NEUMARKT. Das von den Banken erzwungene Gerichtsverfahren entscheidet über Pfleiderers Zukunft - dabei geht es um vergleichweise wenig Geld.

Wie neumarktonline am Donnerstag letzter Woche berichtete (Bericht hier), ließen Banken und Hedgefonds einen bereits geschlossenen Vergleich mit Anleihegläubigern wieder platzen, der deren Klagen vor dem Frankfurter Oberlandesgericht gegen die Freigabe der Anleihesanierung verhindert hätte. Die Banken wollen dagegen eine Gerichtsentscheidung.

Jetzt berichtet die Financial Times Deutschland , daß es sich bei dem Vergleich um eine Summe von weniger als fünf Millionen Euro handelt - ein geradezu lächerlicher Betrag angesichts der auf 1,3 Milliarden Euro geschätzten Schulden des Neumarkter Unternehmens.

Der Vergleich mit den etwa 25 Anleihegläubigern hätte vermutlich dazu geführt, daß der Weg für den Sanierungsplan weitgehend frei gewesen wäre. Der Konzern sollte dabei um rund 700 Millionen Euro entschuldet werden.

Jetzt hängt alles vom Urteil in zweiter Instanz in Frankfurt ab - und die Banken haben ihre Finanzierung nur bis Ende Juni zugesagt, hieß es.
19.03.12


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ISSN 1614-2853
15. Jahrgang
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