Grüne
„Völlig überflüssig“

Viele Radler nahmen am „Trassenradln“ der Bürgerinitiative teil
Foto: Rainer Göldner
NEUMARKT. Die geplanten Ortsumfahrung von Berg wurde bei einem „Trassenradln“ der Bürgerinitiative als „völlig überflüssige Baumaßnahme“ bezeichnet.
„Man muss die Bevölkerung viel mehr darüber informieren, was hier geplant ist“, empörte sich ein Radlfahrer aus Berg, der zusammen mit etwa 100 weiteren Radlern auf Einladung der „BI Solidarische Verkehrsführung in Berg Opf“ teilnahm. Unter ihnen war auch der Landtagsabgeordnete der Grünen, Jürgen Mistol. An vier Stationen entlang der geplanten Ortsumfahrung wurde gezeigt, welche Ausmaße sie haben wird.
Neben einem „massiven Flächenverbrauch“ von etwa 18 Hektar für die Trasse und zwei Kreisverkehre und der Durchschneidung landwirtschaftlich genutzter Flächen wurde auch die zukünftige Höhe der neuen Straße dargestellt. Sie werde zu einer enormen zusätzlichen Lärmbelastung für die umliegenden Anwohner führen, hieß es.
An einer anderen Station wurden die Auswirkungen auf die Schwarzach beschrieben, vor allem mögliche Veränderungen bei Hochwasser und Beeinträchtigungen des Landschaftswasserhaushalts. Jede zusätzliche Versiegelung von Flächen werde sich im Tal negativ auswirken, ebenso wie der Bau von mindestens fünf Brücken.
Die Bürgerinitiative setzt sich für eine „solidarische“ Verkehrsführung ein, weil die geplante Ortsumfahrung nur vermeintlich eine Entlastung für die Ortschaft Berg bringe; die übrigen Gemeindeteile an der Staatsstraße wären aber zusätzlich belastet, weil der gesamte Schwerlastverkehr, der derzeit nur mit Einschränkungen möglich ist, dort wieder zugelassen würde.
Allerdings könnte mit der neuen Straße auch ein weiteres Gewerbegebiet bei Meilenhofen erschlossen werden - „vielleicht der eigentliche Hintergrund“, wie ein Teilnehmer bei der abschließenden Diskussionsrunde vermutete.
Die einzige Alternative, um die Lärmbelastung für die Gemeindebürger ohne große Umweltzerstörungen zu reduzieren, sind nach Meinung der Bürgerinitiative Geschwindigkeitsbegrenzungen: Tempo 30 für die Ortsdurchfahrten Berg und Oberölsbach, Tempo 50 bei Riebling, Loderbach-Richtheim und beim Kreisel in Unterölsbach. Deshalb habe man zwei Bürgeranträge an den Gemeinderat gestellt, die demnächst behandelt werden.
13.09.23
Fraktions-Chefin kommt
NEUMARKT. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag, Katharina Schulze, kommt am 20. September zu einer Veranstaltung nach Neumarkt.
Zu den wichtigen Themen.gehören die Entwicklung der bayerischen Wirtschaft, die Fortschritte und Herausforderungen im Bereich der Energiewende sowie gesellschaftliche Belange und Fragestellungen.
Im Fokus dieser Diskussion steht die Frage, wie der Wirtschaftsstandort Bayern trotz vieler Herausforderungen, darunter der Klimawandel, internationale Konflikte und das Erstarken rechtsextremer Parteien, erhalten und gestärkt werden kann.
Die Bürger haben die Gelegenheit, ihre Anliegen und Fragen zu äußern.
Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 20.September ab 18 Uhr im Gasthaus Sammüller in Neumarkt statt.
07.09.23
Diskussionen und Frisbee
NEUMARKT. Die grüne Bundestagsabgeordnete Tina Winklmann kommt in den Neumarkter LGS-Park - und will dort diskutieren und Frisbee-spielen.
Die große Wiese neben dem Spielplatz soll am Sonntag, 27. August, von 13.30 bis 15 Uhr Diskussions- und Spielort für sportliche, politische und gesellschaftliche Themen werden, heißt es in der Einladung.
Winklmann will über ihre Arbeit im Bundestag zu Sportförderung, Teilhabe und Gleichstellung im Sport, Kampf gegen sexualisierte Gewalt, Weiterentwicklung des Sports, Sanierung von Sportstätten und Förderung der Sportvereinskultur berichten. Bundesthemen stehen tagesaktuell mit auf der Agenda.
Eingeladen sind alle Interessierten, vor allem Vereinsvorsitzende, Sportbeauftragte, Inklusionsbeauftragte und alle Menschen, denen Sport am Herzen liegt.
Es soll ausreichend Zeit für Fragen und Diskussion sein.
16.08.23
„Ländlicher Standortnachteil“
NEUMARKT. Eine Delegation der Grünen informierte sich im „Haus der Betreuung und Pflege“ in Breitenbrunn über das Konzept und die Einrichtung.
Dazu trafen Bezirksrätin und Direktkandidatin Gabriele Bayer, Kreisrat Karl-Heinz Egert, Stadträtin und Direktkandidatin Nicole Brock aus Freystadt und die Ortsvorsitzende und Jugendbeauftragte der Grünen in Dietfurt Jessica Stiegler die Leiterin des Pflegedienstes Andrea Grad.
Im Haus der Betreuung und Pflege leben 45 Personen mit Pflegebedarf und 20 Personen, die nach dem Zwölften Buch des Sozialgesetzbuches einen Hilfebedarf haben. Bei 75 Prozent der Klienten und Bewohner ist der Bezirk der Kostenträger. Wegen des Fehlens von Ärzten im Landkreis, die eine Substitutionstherapie durchführen können und dürfen, können Menschen mit einem solchen Bedarf in Breitenbrunn nicht aufgenommen werden. Für diese Menschen ist es sehr schwer einen Betreuungsplatz zu finden.
Hauptthema war wie überall aber der Fachkräftemangel. Die Einrichtung miete sogar Wohnungen für die Mitarbeiter an, so Grad. Leider sei der öffentlichen Personennahverkehr in Breitenbrunn so gut wie nicht vorhanden. Das hat sich zu einem Standortnachteil für alle sozialen Einrichtungen im ländlichen Raum entwickelt, so Kreisrat Egert. Auch sei der Weg für die Auszubildenden in die nächste Berufsfachschule für Pflege nur sehr schwer oder gar nicht zu bewältigen. Den Menschen in Breitenbrunn nütze das 49-Euro-Ticket gar nichts, wenn es keinen ÖPNV gibt.
In der Einrichtung in Breitenbrunn sind regelmäßige Fallbesprechungen mit dem Personal ebenso wie Gespräche mit Psychologen für den Klienten fester Bestandteil des Alltags. Gabriele Bayer versprach sich für die Refinanzierung der Fallbesprechungen einzusetzen. Karl-Heinz Egert will sich für die bessere Vernetzung und Verfügbarkeit von Psychologen engagieren.
Im Gespräch hieß es auch, dass es deutlich mehr regionale Pflegestützpunkte oder Anlaufstellen für pflegende Angehörige im Sozialraum geben müsse.
10.08.23
Übrigens: Sie können jetzt alle Themen aus
neumarktonline auch im
NEUMARKTER FORUM diskutieren