Pfleiderer
Übernahme gelungen
NEUMARKT. Der Pfleiderer AG ist die geplante Übernahme des schwedischen Laminat-Herstellers
Pergo gelungen.
Wie das Unternehmen am Freitag-Abend mitteilte, kontrolliert die 100-Prozent Tochter
Pfleiderer-Schweden inzwischen über 50 Prozent der Aktien und der Stimmrechte von
Pergo.
Das Neumarkter Unternehmen hatte am 15. Januar bekanntgegeben, daß es den schwedischen Laminat-Boden-Hersteller Pergo für rund 300 Millionen Euro kaufen will (
wir berichteten).
Die schwedische Pfleiderer-Tochter hat nun am Freitag 4.829.245
Pergo-Aktion erworben. Zusammen mit einer unwiderruflichen Zusage über 22.460.195 weitere Aktien kontrolliert der Konzern damit 28.547.640 Aktien der
Pergo, was 53,3 Prozent (50,7 Prozent bei vollständiger Ausübung aller 2.700.000 ausstehenden
Pergo
Optionen) der Aktien und Stimmrechte von Pergo entspricht.
26.01.07
38-Stunden-Woche bleibt vorerst
NEUMARKT. Bei Pfleiderer in Neumarkt gilt der Tarifvertrag über die 38-Stunden-Woche unverändert bis Ende 2008, hieß es am Dienstagabend.

Spanplatten-Produktion bei Pfleiderer
Das Unternehmen reagierte damit auf Meldungen zu einem Interview von Vorstands-Chef Hans Overdiek mit der
Börsen-Zeitung, in dem Overdiek ankündigte, nach der Übernahme des schwedischen Wettbewerbers
Pergo die Pfleiderer-Aktivitäten in Osteuropa auszubauen und die Arbeitzeit an den deutschen Standorten auf 40 Stunden zu erhöhen (
wir berichteten am Morgen).
Betriebsrats-Chef Manfred Schmidt zeigte sich bei einem Telefonanruf von
neumarktonline völlig überrascht und erklärte, daß man bis zum 31.12.2008 über einen Ergänzungstarifvertrag verfüge, der die Arbeitszeit bis zu diesem Zeitpunkt auf 38 Stunden wöchentlich festschreibe.
Den Arbeitnehmern war im Jahr 2005 eine Erhöhung der Arbeitszeit von 35 auf 38 Stunden ohne Lohnausgleich sowie ein zweijähriger Verzicht auf Lohnerhöhungen in den Jahren 2006 und 2007 gegen die Zusicherung von Bestandsschutz für die Produktionsstandorte abgetrotzt worden.
Änderungen bei der wöchentlichen Arbeitszeit könnten nach Schmidts Worten also nur die Zeit ab 1.1.2009 betreffen. Hier könne man durchaus über Änderungen der Arbeitszeiten sprechen, allerdings müsse klar sein, daß es keine Arbeitszeiterhöhung ohne Lohnausgleich mehr geben könne. Schmidt: "Jede Stunde muß vergütet werden!" (
wir berichteten am Mittag).
Am Abend stellte die Pfleiderer-Pressesprecherin Gala Conrad in einer Presse-Mitteilung klar, daß der gültige Ergänzungstarifvertrag für alle Pfleiderer-"Alt-Standorte" natürlich verbindlich sei. Eine 40-Stunden-Woche gelte derzeit allerdings - wie bisher - am ostdeutschen Produktionsstandort Baruth, der mit Übernahme der Kunz-Holzwerkstoffgruppe im Dezember 2005 Teil des Pfleiderer Konzerns wurde und mit dem ein seit Jahresbeginn gültiger Haustarif geschlossen wurde.
Die Pfleiderer-Presse-Mitteilung im Wortlaut:
Die Pfleiderer AG hat für den ostdeutschen Produktionsstandort Baruth, der mit Übernahme der Kunz-Holzwerkstoffgruppe im Dezember 2005 Teil des Pfleiderer Konzerns wurde, mit der IG Metall ein Haustarifvertrag abgeschlossen. Dieser gilt ab 1. Januar 2007 und sieht insbesondere standortspezifische Ecklohnvereinbarungen und die Festschreibung der bisherigen 40-stündigen Wochenarbeitszeit vor. Für diesen Standort gab es zuvor keine tarifliche Regelung.
Für die Pfleiderer Altstandorte in Deutschland gilt unverändert der Mitte 2005 geschlossene Ergänzungstarifvertrag bis zum 31. Dezember 2008. Zu den wichtigsten Regelungen gehört die Verlängerung der wöchentlichen Regelarbeitszeit von 35 auf 38 Stunden ohne Lohnausgleich mit Nachwirkung, die Flexibilisierung der Arbeitszeit, der Verzicht auf Entgelterhöhungen in den Jahren 2006 und 2007, sowie der Bestandsschutz für diese Produktionsstandorte.
Im Februar 2007 beginnen gemäß Ergänzungstarifvertrag Verhandlungen mit der Pfleiderer Geschäftsleitung und der IG Metall zu einem Haustarifvertrag, die unter anderem das Kernthema Lohn und Gehalt frühestens ab 1. Januar 2008 betreffen. Ein weiteres Thema ist die Verlängerung der wöchentlichen Regelarbeitszeit vor dem Hintergrund der Sicherung der nachhaltigen Wettbewerbsfähigkeit der Standorte und im Hinblick auf die Schaffung vergleichbarer Bedingungen zum Wettbewerb.
23.01.07
"Jede Stunde bezahlen"
NEUMARKT. Beim Pfleiderer-Betriebsrat sieht man Forderungen nach der 40-Stunden-Woche gelassen - "aber jede Stunde muß bezahlt werden!"
Betriebsrats-Vorsitzender Manfred Schmidt zeigte sich am Dienstag-Vormittag von einem
Bericht in neumarktonline überrascht und wies gegenüber unserer Zeitung darauf hin, daß die Arbeitszeit bei Pfleiderer bis zum 31.12.2008 auf 38 Stunden festgeschrieben sei. Die Arbeitnehmer hätten damals erhebliche Opfer gebracht, als sie sich mit einer zweijährigen Lohnpause für die Jahre 2006 und 2007 einverstanden erklärten und zusätzlich bis Ende 2008 eine Arbeitszeiterhöhung von 35 auf 38 Stunden ohne Lohnausgleich schluckten.
Die von Vorstands-Chef Overdiek jetzt in einem Zeitungs-Interview geforderte erneute Arbeitszeit-Verlängerung auf 40 Stunden wertet Schmidt als ersten Vorboten der Tarifverhandlungen. Zuerst stünden die Gehaltsverhandlungen an, nachdem die Arbeitnehmer zwei Jahre lang bis Ende 2007 auf Lohnerhöhungen verzichtet hätten. Und danach könne man durchaus auch über eine Neuregelung der bis 31.12.2008 festgeschriebenen Arbeitszeiten ab 1.1.2009 reden - allerdings bei voller Bezahlung.
Eine der Forderungen nach Ablauf des gültigen Ergänzungstarivertrages werde "selbstverständlich" sein, daß ab 1.1.2009 wieder alle geleisteten Arbeitsstunden bezahlt werden. Über die Zahl der Arbeitsstunden - ob man nun auf 35 zurückgehe, bei 38 bleibe oder auf 40 erhöhe, könne man durchaus verhandeln, sagte Schmidt, "aber jede Stunde muß vergütet werden!"
Der Betriebsrats-Chef wies außerdem darauf hin, daß Vorstands-Vorsitzender Hans Overdiek in seinem Interview mit der Börsen-Zeitung von einer geplanten Arbeitszeit-Verlängerung gesprochen, die Frage der Bezahlung dieser Mehrarbeit aber offen gelassen habe.
Allerdings hatte Overdiek in dem Interview als Grund für die Forderung angeführt, daß Pfleiderers Hauptkonkurrenten über einen "Lohnkostenvorteil von 20 Prozent" verfügen würden.
23.01.07
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