Pfleiderer
Russisches Werk läuft an
NEUMARKT. Pfleiderer hat den ersten Bauabschnitt des neuen Spanplattenwerks im russischen Novgorod in Betrieb genommen.
In einem ersten Schritt wurde erfolgreich mit der Oberflächenbeschichtung von Rohspanplatten begonnen, die zunächst noch aus den polnischen Werken der Pfleiderer Tochter Grajewo angeliefert werden, heißt es in einer Pfleiderer-Pressemitteilung.
Schon im 1. Halbjahr 2006 wird das Werk seinen Betrieb insgesamt aufnehmen und damit über eine eigene Spanplattenproduktion im dynamisch wachsenden Markt für Holzwerkstoffe in Russland verfügen. Novgorod liegt strategisch günstig für die Belieferung des russischen Marktes, insbesondere für die Versorgung der Möbelindustrie in den Ballungszentren St. Petersburg und Moskau.
„Der Produktionsbeginn der Direktbeschichtung in Novgorod ist für uns ein Meilenstein, denn die Märkte in Russland und Osteuropa sind aufgrund ihrer Wachstumsperspektiven und des Ertragspotenzials besonders attraktiv“ erläutert Hans H. Overdiek, Vorstandssprecher der Pfleiderer Aktiengesellschaft. „Wir möchten zusammen mit unseren Kunden vor Ort wachsen und von der Dynamik des Marktes profitieren“, so Overdiek weiter.
03.03.06
Dividende angekündigt

Der Vorstand der Pfleiderer AG: Dr. Jürgen Koch,
Michael Ernst und Hans H. Overdiek. (v.l.)
Foto:Pfleiderer
NEUMARKT. Pfleiderer will heuer seine Investitionen auf über 100 Millionen steigern. Außerdem können Aktionäre für das Geschäftsjahr 2005 mit einer Dividende rechnen.
In einer Telefon-Pressekonferenz ging Vorstandssprecher Hans H. Overdiek am Donnerstag auch auf den geplanten, aber durch das Kartellamt vorläufig gestoppte Verkauf des Bahnschwellen-Bereichs
track systems ein. Bei Einzelheiten zu einer geplanten Kapitalerhöhung hielt sich Overdiek zurück.
Kurz nach der Veröffentlichung der vorläufigen Bilanz-Zahlen (
wir berichteten am Donnerstag-Morgen) erklärten Overdiek und Finanz-Vorstand Dr. Jürgen Koch in der Telefonkonferenz, daß die Pfleiderer AG ihre Aufwendungen für Investitionen im laufenden Geschäftsjahr ausweiten will. Geplant seien Investitionen von knapp über 100 Millionen Euro im Vergleich zu rund 85 Millionen Euro im vergangenen Geschäftsjahr.
Diese Ausgaben würden sich vor allem auf die Fertigstellung des Spanplattenwerk im russischen Novgorod sowie das Werk für Mitteldichte Faserplatten (MDF) in Polen konzentrieren, das im ersten Quartal 2007 fertig werden soll. Außerdem plane Pfleiderer auch Kapazitätsausweitungen in den USA.
Einzelheiten zur geplanten Kapitalerhöhung (
wir berichteten) werde das Unternehmen erst im Rahmen der Bilanz-Pressekonferenz am 29. März bekannt geben, sagte Overdiek. Aber: "Wir werden das nicht auf die lange Bank schieben". Pfleiderer sei jedenfalls bislang mit zwei Banken zur Beratung und Durchführung der Kapitalmaßnahme im Gespräch.
Overdiek bekräftigte die Absicht, den Aktionären für das Geschäftsjahr 2005 eine Dividende zu zahlen (
wir berichteten). Der Vorstand werde dem Aufsichtsrat vorschlagen, erstmals seit drei Jahren wieder eine Gewinnausschüttung vorzunehmen. Angaben zur Höhe der Dividende machte er allerdings nicht.
Der geplante Verkauf des Bereichs
track systems soll trotz aller Widrigkeiten bis Ende April über die Bühne gehen, hieß es bei der Telefonkonferenz weiter. Nachdem die Kartellbehörde Bedenken bei einem Verkauf an die
Vossloh AG geäußert hatte (
wir berichteten) stehe Pfleiderer in Vertragsverhandlungen "mit vier sehr ernsthaften Bewerbern" aus dem In- und Ausland. Einer davon sei nach wie vor
Vossloh , sagte Overdiek.
Er sei sicher, dass die angestrebte Lösung auch die Zustimmung des Kartellamtes finden werde.
23.02.06
Eigene Vorgaben übertroffen
NEUMARKT. Die Pfleiderer AG sprach am Donnerstag bei der Vorstellung der Zahlen für das Geschäftsjahr 2005 von einem "sehr erfolgreichen
Geschäftsverlauf".
Die Planzahlen wurden erneut deutlich übertroffen, hieß es am Donnerstag-Morgen in einer ersten
Ad-hoc Mitteilung.Für den Vormittag ist eine Pressekonferenz geplant (wir werden berichten).
Im Geschäftsjahr 2005 stieg nach vorläufigen Zahlen der Konzernumsatz unter Einbeziehung
der Umsatzerlöse der Kunz Gruppe, die erstmals im Dezember konsolidiert wurden, deutlich
auf 830,5 Millionen Euro. Der Umsatz im Bereich Holzwerkstoffe stieg um rund 64 Millionen Euro und
liegt damit deutlich über den vergleichbaren Vorjahreszahlen (Vorjahr: 766,9 Millionen Euro).
Im
Business Center Westeuropa erwirtschaftete die Gesellschaft Umsatzerlöse in Höhe von
561,7 Millionen Euro und liegt aufgrund einer in 2005 verbesserten Marktlage in Westeuropa
deutlich über dem Vorjahreswert in Höhe von 536,2 Millionen Euro.
Die Dynamik der Marktentwicklung in Osteuropa hatte auch im abgelaufenen Jahr nachhaltigen Einfluss auf die
Geschäftsentwicklung des Business Centers Osteuropa: Die Umsatzerlöse stiegen auf rund
248 Millionen Euro nach rund 227 Millionen Euro in 2004.
Der erstmals im Pfleiderer Konzern
konsolidierte Umsatz des Business Centers Nordamerika erreichte im Dezember 2005 rund
23 Millionen Euro.
Die nachhaltig positive Geschäftsentwicklung der Holzwerkstoffmärkte, auf die sich der
Pfleiderer Konzern konzentriert hat, spiegelt sich auch im Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen (EBITDA) wider. Im Vergleich zum Vorjahr stieg das EBITDA um 31,2 Prozent
und liegt mit 100,6 Millionen Euro deutlich über den Planungen. Entsprechend stieg auch die
EBITDA-Marge im Konzern auf 12,1 Prozent. Unter anderem durch die Übernahme der Kunz
Gruppe steigt die Werthaltigkeit der vorhandenen steuerlichen Verlustvorträge im Pfleiderer
Konzern, was bereits im Geschäftsjahr 2005 zu einem positiven Steuereffekt geführt hat.
Das Business Center Westeuropa profitierte nachhaltig von den Auswirkungen des
Effizienzsteigerungsprogramms „PHW 2006“, dessen volle Auswirkungen nochmals positive
Impulse auf das Ergebnis des laufenden Geschäftsjahres haben werden. Gegenstand ist
neben vielen Einzelmaßnahmen auch die Verlängerung der Wochenarbeitszeit von 35 auf 38
Stunden an den Standorten in Deutschland, die zu einer signifikanten Verbesserung des
EBITDA in Westeuropa geführt hat. Im Business Center Westeuropa stieg die EBITDA-Marge
von 7,2 Prozent auf 10,8 Prozent in 2005. Das Business Center Osteuropa erwirtschaftete bei einer Marge
von 19,4 Prozent ein EBITDA in Höhe von 48 Millionen Euro, nach rund 47 Millionen Euro im Vorjahr. Trotz
jahreszeitlich ungünstiger saisonaler Effekte konnte im Business Center Nordamerika, das im
Dezember erstmals konsolidiert wurde, im Abschlussmonat ein ausgeglichenes Ergebnis
erzielt werden.
Sehr deutlich hat sich ebenfalls das Vorsteuerergebnis der fortzuführenden Aktivitäten (EBT)
im Konzern verbessert. Der Anstieg um 70,9 Prozent auf 31,9 Millionen Euro untermauert eindrucksvoll
die gesteigerte Ertragskraft des Konzerns. Die EBT-Marge der fortzuführenden Aktivitäten
steigt demnach von 2,4 Prozent auf 3,8 Prozent.
Die Nettoverschuldung des Pfleiderer Konzerns erreichte im Geschäftsjahr 2005 627,5 Millionen
Euro und lag aufgrund der Übernahme der Kunz Gruppe zum 1. Dezember 2005 zum Bilanz-
stichtag 31. Dezember 2005 planmäßig über dem Niveau des Vorjahres (176,6 Millionen Euro).
Insgesamt profitiert auch das vorläufig ausgewiesene Ergebnis je Aktie der fortzuführenden
Aktivitäten von der positiven Geschäftsentwicklung des Pfleiderer Konzerns im abgelaufenen
Jahr: Es verbessert sich um 0,65 Euro und stieg erfreulich auf 0,51 Euro je Aktie in 2005.
Bezogen auf den Konzern erreicht das Ergebnis je Aktie 0,68 Euro.
Bezogen auf das Kerngeschäft Holzwerkstoffe des Pfleiderer Konzerns bekräftigt der Vorstand
der Pfleiderer AG seine Zielvorgabe, im Geschäftsjahr 2006 die Umsatzerlöse auf 1,4 Mrd.
Euro zu steigern. Dabei wird eine durchschnittliche EBITDA-Marge von 14,3 Prozent angestrebt,
so dass das EBITDA im Gesamtjahr 2006 auf über 200 Millionen Euro gesteigert werden soll.
23.02.06
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