Landwirtschaft
Mehr Flaschenhals-Kontrollen
NEUMARKT. "Die EU-Kommission schlägt Verbesserungen bei den Agrarkontrollen vor. Das geht in die richtige Richtung, reicht aber bei weitem nicht aus", so Albert Deß, agrarpolitischer Sprecher der CSU-Europagruppe." Die Cross-Compliance-Kontrollen müßten praxisorientierter und effizient werden.
Zahlreiche Vorschläge von Albert Deß zur Verbesserung der Cross-Compliance-Kontrollen hat Agrarkommissarin Fischer Boel bereits aufgegriffen:
- Einführung einer Bagatellregelung mit einem Sanktionsfreibetrag von 50 Euro;
- Harmonisierung der Kontrollrate auf 1 Pozent der Betriebe;
- Überprüfung des Geltungsbereiches von Cross-Compliance;
- Berücksichtigung von Betriebsberatungen und Qualitätsmanagementsystemen bei der Stichprobenauswahl;
- Erlaubnis für die Mitgliedstaaten, einen Verstoß nach dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit mit einem Warnschreiben an den Landwirt zu ahnden;
- Vor-Ort-Flächenkontrollen nur auf der Hälfte der Parzellen statt im gesamten Betrieb.
Aus Sicht der landwirtschaftlichen Praxis und der ausführenden Behörden gibt es noch erheblich mehr Möglichkeiten, die Agrarkontrollen zu vereinfachen. Der Agrarpolitiker Deß fordert deshalb:
- keine Ausweitung von Cross-Compliance auf zusätzliche neue EU-Standards;
- Cross-Compliance-Sanktionen im Agrarumweltbereich nur noch bei umweltrelevanten Verstößen;
- verstärkte Anwendung von Flaschenhalskontrollen, also Überprüfungen an Sammelstellen wie etwa Schlachthöfe und Molkereien;
- Die bürokratische 10-Monats-Regel bei der Verfügbarkeit von Agrarflächen ist durch eine praktikable Stichtagsregelung zu ersetzen;
- Die Prüfbehörde braucht den Entscheidungsspielraum, um bei einem offensichtlichen Versehen von Sanktionen abzusehen;
- Flächenkontrollen müssen grundsätzlich 14 Tage vorher, andere Kontrollen mindestens 3 Tage vorher angekündigt werden. Unangekündigte Kontrollen sind nur bei begründetem Verdacht zulässig.
"Durch die geplante Vereinfachung der Cross-Compliance-Vorschriften muss der bürokratische Aufwand für Landwirte und Behörden deutlich reduziert werden, ohne dass der Prüfungszweck in Frage gestellt wird", so Albert Deß abschließend.
10.05.07
Jahrelang "verramscht"
NEUMARKT. "Die Bereitstellung von Agrarrohstoffen für gesunde Lebensmittel bleibt für die Landwirte wichtigster Produktionszweig", so Albert Deß, agrarpolitischer Sprecher der CSU-Europagruppe. "Wenn der Bioenergiebereich als weiterer Nachfrager am Marktgeschehen teilnimmt, entspricht das dem Wettbewerb im Sinne unserer Marktwirtschaft."
Mit dieser Aussage reagiert der Agrarpolitiker Deß auf Hinweise von Verbänden wie etwa Mühlen und Margarineherstellern, Mälzereien und Brauereien. Diese beklagen sich darüber, dass der verstärkte Anbau von Energiepflanzen dazu führen kann, dass Agrarrohstoffe für Lebensmittel knapp und damit teuer werden.
"Lebensmittelverarbeiter sollen sich nicht über anziehende Rohstoffpreise beschweren. Über Jahrzehnte hinweg konnten sie aufgrund des großen Angebotes hochqualitative Agrarrohstoffe zu Schleuderpreisen einkaufen", erklärte Deß. Mit ihrem Wehklagen schürten die Verbände nur eine "Scheindiskussion gegen die Bioenergie". Deß unterstützt aber die Forderung der Mühlen nach einer Streichung der Flächenstilllegung und der Abschaffung der Energiepflanzenprämie.
Bis vor einem Jahr konnte aus Sicht der Landwirte nicht von der "Vermarktung" von Getreide gesprochen werden, sondern eher von "Verramschen" hochwertiger Braugerste und Brotweizen, erklärte Deß. Die Erzeuger konnten seit Jahren nicht einmal mehr ihre Gestehungskosten erwirtschaften.
Braugerste sei dafür ein Paradebeispiel. Viele Landwirte in klassischen Braugerstengebieten seien inzwischen aus dem Anbau ausgestiegen. Deß: "Sie wurden von den Mälzereien jahrelang regelrecht schikaniert mit immer neuen und weiter erhöhten Qualitätsparametern. In guten Erntejahren wurden oftmals Top-Qualitäten zurückgewiesen mit der Begründung, dass der Eiweißgehalt leider etwas zu hoch sei". Und 2006 hätten es die Mälzereien "aus bisher unerklärlichen Gründen" geschafft, selbst Futtergerste zu erstklassigem Gerstenmalz zu verarbeiten. "Die Bierqualität hat dabei nicht gelitten".
Bei einer Maß Bier schlagen die Kosten für Braugerste aktuell mit etwa drei Cent zu Buche, anstatt mit zwei Cent wie die Jahre zuvor. Mit gestiegenen Getreidepreisen also ließen sich die angekündigten Bierpreisanhebungen nicht begründen.
Die jetzigen Getreidepreise von rund 14 Euro je 100 Kilo seien noch weit unter denen der 60er Jahre. Ausgehend von dieser Tatsache müssten ja für den Verbraucher heute Bier oder Brot viel günstiger sein als damals. Es gäbe sicher andere "gute Gründe, warum Bier und Brot teurer geworden sind. Darüber sollten sich die Verarbeiter Gedanken machen".
"Bei entsprechend wettbewerbsfähigen Preisen sind Europas Landwirte sicher bereit, ihre Rohstoffe für die Lebensmittelverarbeitung bereitzustellen anstatt für die Bioenergie", so Albert Deß abschließend.
09.05.07
"Wertvolle Lebensmittel"
NEUMARKT. "Hochwertige Lebensmittel haben ihren Preis". Die Entscheidung "Verkaufsverbot unter Einstandspreis" des Bundeskabinetts sei eine langjährige Forderung der CSU und solle verhindern, Lebensmittel als Lockartikel zu nutzen", so Albert Deß, agrar- und verbraucherpolitischer Sprecher der CSU-Europagruppe.
Lebensmittel-Lockangebote - zum Teil kurzfristig und in kleinen Mengen - seien Verbrauchertäuschung und gingen zu Lasten von Erzeuger und Verarbeiter. Gerade Europas Bauern produziere unter strengen Vorgaben hochwertige Qualitäts-Lebensmittel, die zu wertvoll seien, um sie zu verschleudern. Albert Deß weist in diesem Zusammenhang auch auf die Bedeutung von kleinen und mittleren Unternehmen hin, die die Versorgung im ländlichen Raum sicherstellten.
Der teilweise ruinöse Preiswettbewerb unter den Lebensmitteldiscountern führe zu einem enormen Verdrängungswettbewerb. Dieser werde auf Dauer auf dem Rücken der Landbevölkerung ausgetragen. Denn es bestehe die Gefahr, dass eine flächendeckende Versorgung durch kleine und mittlere Unternehmen dauerhaft nicht gewährleistet werde Mit dem Verbot von Verkäufen unter Einstandspreisen werde ein Machtmissbrauch marktbeherrschender Unternehmen verhindert.
"Europas Landwirte produzieren für die Verbraucher hochwertige und sichere Lebensmittel und dafür sind auch faire Preise zu bezahlen", so Albert Deß abschließend.
04.05.07
Stabilere Wälder

Die neuen Standortskarten für die Wälder der Gemeinden Dei-
ning und Sengenthal wurden übergeben.
NEUMARKT. In den Jahren 2003 bis 2005 wurden die Waldböden im Gebiet der Gemeinden Deining und Sengenthal flächendeckend kartiert.
Nun sind die Ergebnisse ausgearbeitet und wurden von der Kartiererin, Diplomforstwirtin Sabine Huhn aus Berching, im Privatwald nahe Deining an die Waldbesitzervereinigung Neumarkt-Berching und die Gemeinde Deining als Auftraggeber übergeben.
Mit diesem letzten Kartiergebiet liegen nun für alle Privat- und Kommunalwälder im Landkreis Neumarkt flächendeckende Informationen über den Waldboden vor. Rund 31 700 Hektar wurden mit Gesamtkosten von 1,5 Millionen Euro bearbeitet. 96 Prozent der Kosten hat dabei der Freistaat Bayern getragen. Das Gesamtprojekt wurde von der Bayerischen Forst-verwaltung geleitet. Es wurde noch von den Forstämtern Neumarkt und Parsberg begonnen und vom Amt für Landwirtschaft und Forsten Neumarkt abgeschlossen.
Bürgermeister Scherer dankte allen Beteiligten und bezeichnete die Standortserkundung als zukunftsweisendes Projekt. Der 1. Vorstand der WBV Neumarkt-Berching, Richard Götz begrüßte ebenfalls das Gesamtprojekt. Er stellte den großen Nutzen für die 10 000 Waldbesitzer im Landkreis heraus. Aus seiner Sicht ist es gut, dass die Standortserkundung eine Vielfalt an möglichen Baumarten für einen bestimmten Standort aufzeigt. Die Waldbesitzer können auf der soliden Grundlage sicher entscheiden.
Sabine Huhn erläuterte an einem Bodenprofil wie die Mischbaumarten Buche und Eiche den Nährstoffvorrat in tieferen Schichten nutzen können. Über den jährlichen Laubfall kommen die Nährstoffe dem Wald wieder zugute. Dies ist nur ein Beispiel, wie auf den Standort abgestimmte Baumarten helfen, Wälder stabiler und ertragreicher zu bewirtschaften.
Meteorologen sagen auch für Mitteleuropa eine Erwärmung von 2 bis 3 Grad Celsius in den nächsten hundert Jahren voraus. Wenn die Baumarten an ihren Standort angepasst sind, kommen sie mit den zu erwartenden Veränderungen deutlich besser zurecht. Dafür liefert die Standortkartierung notwendige Grundlagen. Sie ist ein Schritt in die Zukunft der Wälder und wird die Bewirtschaftung durch die Waldbesitzer im Landkreis in den nächsten Jahrzehnten beeinflussen.
Die Karten stellen für alle Waldflächen die jeweiligen Bodentypen dar. Damit kann ein Waldbesitzer die für seinen Wald passenden Baumarten erkennen. Bei den Waldbesitzervereinigungen oder den staatlichen Revierförstern kann jeder Waldbesitzer kostenlos Auskunft über die Böden in seinem Wald einholen und sich außerdem über die Waldpflege beraten lassen.
04.05.07
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