Landwirtschaft

"Praxisgerechter gestalten"

NEUMARKT. "Die EU-Agrarkontrollen müssen für Landwirte und Behörden deutlich vereinfacht werden", so Albert Deß, agrarpolitischer Sprecher der CSU-Europagruppe. "Der eingeschlagene Weg der EU, die sogenannten Cross-Compliance-Vorgaben zu verbessern, ist richtig, reicht aber nicht aus."

Albert Deß hat sich deshalb direkt an die EU-Agrarkommissarin Fischer Boel gewandt. Sie hat jetzt eine möglichst frühe Umsetzung der Vereinfachungen bereits ab Januar 2008 zugesichert. Darüber hinaus werden folgende Verbesserungsvorschläge von Albert Deß aufgegriffen: "Kontrollen haben ihre Berechtigung, aber sie müssen mit Augenmaß durchgeführt werden und dürfen für die Landwirte keine Schikane sein. Auch die Kommission hat erkannt, dass es mit dem bürokratischen Kontrollwahn der letzten Jahre so nicht weitergehen kann", so Albert Deß.
29.08.07

Gute Ernte


Eine durchschnittliche Ernte wird heuer erwartet, hieß es noch beim "Erntepressegespräch 2007" in Ernersdorf.

NEUMARKT. Die Ernte 2007 ist im Landkreis offenbar viel besser ausgefallen als viele Landwirte befürchteten.

Nachdem BBV-Kreisobmann Martin Schmid vor einigen Wochen schon Schwarzmalern widersprochen hat (wir berichteten), meldet jetzt auch das statistische Landesamt für ganz Bayern eine überdurchschnittliche Getreideernte. 6,8 Millionen Tonnen werden erwartet, das sind gut sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Die durchschnittliche Erntemenge der vorangegangenen sechs Jahre wird um mehr als drei Prozent überschritten.

Als Durchschnittsertrag werden 62,6 Dezitonnen je Hektar erwartet. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung um knapp sieben Prozent, gegenüber dem langjährigen Durchschnitt ein Plus von nahezu fünf Prozent. Die Getreideanbaufläche erhöhte sich binnen Jahresfrist geringfügig um knapp ein Prozent, wobei die Anbaufläche des ertragreicheren Wintergetreides weiter zugenommen und die des Sommergetreides deutlich abgenommen hat.

Die von den bayerischen Landwirten bewirtschaftete Getreidefläche (ohne Körnermais) erhöhte sich nach dem vorläufigen Ergebnis der Bodennutzungshaupterhebung 2007 gegenüber dem Vorjahr um 0,7 Prozent bzw. 7 800 Hektar auf 1,083 Millionen Hektar. Hierbei nahm der Anbau des ertragreicheren Wintergetreides binnen Jahresfrist um weitere 31 400 Hektar bzw. 3,7 Prozent auf 890 500 Hektar zu, was im Wesentlichen auf der Flächenausweitung bei Wintergerste um 13 900 Hektar (4,9 Prozent), Roggen um 9 100 Hektar (28,5 Prozent) und Triticale um 6 000 Hektar (9,7 Prozent) beruht. Dagegen verminderte sich die Sommergetreidefläche um 23 600 Hektar bzw. 10,9 Prozent auf 192 400 Hektar, wobei die Anbaufläche von Sommergerste um 16 100 Hektar (- 10,2 Prozent) und von Sommerweizen um 4 600 Hektar (- 47,7 Prozent) reduziert wurde.

Die Aussaat von Wintergetreide im Herbst 2006 konnte rechtzeitig erfolgen. Auf den sehr milden Winter, der den Kulturen praktisch keine Vegetationspause abverlangte, folgte ein sehr warmer Frühling mit ungewöhnlicher Hitze und Trockenheit im April. Durch die guten Wachstumsbedingungen im Mai und Juni wurden größere Trockenschäden verhindert.

Allerdings kam es im Juni örtlich zu Unwettern mit Starkregen und auch Hagel. Die Ernte begann dieses Jahr etwa zwei bis drei Wochen früher als normal. Durch das wechselhafte Wetter im Juli mit häufigen Westwetterlagen und regional sehr kräftigen Niederschlägen musste die Einbringung der Ernte immer wieder unterbrochen werden. Sowohl beim Ertrag als auch bei der Qualität der Ernte wird es regional deutliche Unterschiede geben, wobei der Süden Bayerns merklich höhere Erträge aufweist als der Norden.

Bis auf wenige Ausnahmen in den Spätdruschgebieten ist die Getreideernte in Bayern abgeschlossen. Nach den bisher ausgewerteten Ertragsmessungen im Rahmen der "Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung" in Verbindung mit den Ertragsschätzungen der amtlichen Berichterstatter wird beim Getreide (ohne Körnermais) mit einem Durchschnittsertrag von 62,6 Dezitonnen je Hektar (dt/ha) gerechnet.

Dies sind 6,6 Prozent mehr als im vorangegangenen Jahr (58,7 dt/ha) und gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2001/2006 (59,7 dt/ha) ein Plus von 4,8 Prozent. Insgesamt wird es bei etwas größerer Anbaufläche in diesem Jahr zu einer überdurchschnittlichen Getreideernte von knapp 6,8 Millionen Tonnen kommen. Dies sind 7,4 Prozent mehr als im Vorjahr (6,3 Millionen Tonnen) und 3,3 Prozent mehr als im Durchschnitt der vergangenen sechs Jahre (6,6 Millionen Tonnen).
23.08.07

40 Projekte entwickelt


Landrat Löhner und die Bürgermeister der "ArGe 8" bei der Vorstellung des Entwicklungskonzepts am Freitag in Velburg.

NEUMARKT. Am Freitag wurde das Integrierte Ländliches Entwicklungskonzept der ArGe 8 im Landkreis Neumarkt vorgestellt.

Zur ArGe 8 gehören die acht Gemeinden im östlichen Landkreis Neumarkt Berg, Lauterhofen, Pilsach, Parsberg, Velburg, Lupburg, Hohenfels und Seubersdorf. Bei einem Termin in Velburg stellte man nun am Freitag das Entwicklungskonzept vor und übergab den Bericht an die Gemeinden.

In der Gemeinschaftsaufgabe des Bundesernährungsministeriums zur "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" wurde 2005 das neue Instrument des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes (ILEK) geschaffen. Damit soll Gemeinden des Ländlichen Raumes die Möglichkeit gegeben werden, interkommunale kleinregionale Entwicklungsstrategien zur Zukunftssicherung zu erarbeiten und den Fördermitteleinsatz effizienter zu gestalten.

In Bayern wurde dieses Erfordernis bereits wesentlich früher erkannt und mit der "Regionalen Landentwicklung" aktiv gestaltet. Das erste und bekannte Projekt mit diesem Instrument war das Projekt "Auerbergland" in Südbayern. Mit der bundesweiten Einführung der Integrierten Ländlichen Entwicklung wurde deshalb die Regionale Landentwicklung den neuen Rahmenbedingungen angepasst.

Vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz wurde ermöglicht, dass acht Gemeinden des östlichen Landkreises Neumarkt diesen Wege beschreiten können. Die Gemeinden werden dabei betreut von dem Büro für Regionalentwicklung Auweck, der REGINA und der Schule der Dorf- und Landentwicklung Plankstetten, mit Beratung von Prof.Dr.Magel. Das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept der ArGe 8 wurde in enger Mitwirkung der Gemeinden und von Schlüsselpersonen erarbeitet. Es besteht ein starker Bezug zu kommunalen Aufgaben.

Die acht Gemeinden im östlichen Landkreis Neumarkt wollen sich als zukunftsfähiger Raum zwischen Nürnberg und Regensburg entwickeln und die Qualität des Ländlichen Raumes mit der Nähe zu den Ballungsräumen verknüpfen.

Aus dieser Perspektive leitet sich auch ihre Leitlinie für die Integrierte Ländliche Entwicklung ab: "Ländliche Lebensqualität durch kooperatives Gemeindemanagement".

Mit der Konzentration auf vier strategische Handlungsfelder soll das erreicht werden: Dazu wurden von den Beteiligten über 40 Projekte entwickelt, die nun kontinuierlich umgesetzt werden sollen. Begonnen wurde bereits mit dem Projekt "DSL-Versorgung" und "Bündnis für Familie ArGe 8".

Ein wesentlicher Bereich ist die Umsetzung von Projekten und Handlungserfordernissen mit den Instrumenten der Ländlichen Entwicklung. Vordringlich ist hier ein Interkommunales Projekt zur Innenentwicklung. Damit die Ländliche Entwicklung der ArGe 8 aktiv zur Seite stehen kann, ist allerdings dringend eine Verbesserung der Finanzmittelausstattung des ALE Oberpfalz erforderlich, hieß es.

Eine weitere Besonderheit des Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept ArGe 8 ist eine besondere Betrachtung der Grundsätze von "Good Governance". Die Philosophie des "Guten Regierens" wurde im Frühjahr 2007 auf einer Tagung der SDL in Kloster Plankstetten unter Mitwirkung von Landrat Löhner und Prof.Dr.Magel diskutiert und der Startschuss zu einer "School of Good Governance" gelegt.

In der ArGe 8 wurde nun versucht, diese doch für viele etwas abstrakten Begriffe in das konkrete gemeindliche Handeln zu übertragen. Auch hier wurde bereits mit einem Projekt begonnen mit moderierten Werkstattgesprächen der Verwaltungsmitarbeiter zum kooperativen Gemeindemanagement.
27.07.07

Bürokratieabbau begrüßt

NEUMARKT. "Ich begrüße die Entscheidung des Bundesagrarministeriums und der Bundesregierung, den Agrarbericht künftig im vierjährigen Turnus vorzulegen. Das ist die konsequente Fortführung des Bürokratieabbaus", so Albert Deß, agrarpolitischer Sprecher der CSU-Europagruppe.

Bei der derzeit jährlichen Vorlage würden viele Daten aufwändig erhoben. Dies sei mit hohem Personalaufwand im Ministerium verbunden und für Landwirte wären immer wiederkehrende Auskunfts- und Berichtspflichten notwendig. Das Ergebnis seien umfangreiche Tabellen und große Datenmengen, deren Informationsgehalt aufgrund der Erhebung in zu kurzen Zeitabständen nicht sehr hoch sei.

Albert Deß: "Ich freue mich, dass eine Forderung aus meiner Bundestagstätigkeit Wirklichkeit wird". Die Entscheidung, den Agrarbericht alle vier Jahre vorzulegen, sei ein Schritt in die richtige Richtung. Damit ließen sich langfristige Trends besser ablesen. Verzerrungen, wie sie etwa kurzfristige Entwicklungen auf den Märkten verursachen, würden vermieden.

"Mit dem Wegfall verzichtbarer Berichtspflichten wird die Bürokratie weniger und das Agrarministerium unter Horst Seehofer kann effektiver arbeiten. Landwirte können sich wieder mehr auf ihre Arbeit konzentrieren, anstatt routinemäßig Formulare zur Agrarstatistik ausfüllen zu müssen", so Albert Deß.
25.07.07


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ISSN 1614-2853
15. Jahrgang
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