Landwirtschaft

Preis für Lammsbräu


Lammsbräu-Chef Dr. Franz Ehrnsperger (Mitte) bei einem Ernte-
dankfest seiner Brauerei.
Foto: Archiv/Zwick
NEUMARKT. "Fair zum Bauern", die Initiative der Neumarkter Lammsbräu für mehr Lebensmittelsicherheit und faire Bezahlung der Landwirtschaft, wird von der Bertelsmann Stiftung als "Verantwortungspartner" ausgezeichnet.

Dahinter steht die Aktion "Unternehmen für die Region", mit der die Bertelsmann Stiftung Projekte für gesellschaftliche Verantwortung im Mittelstand sucht. Über 700 Unternehmen aus dem gesamten Bundesgebiet hatten sich um den Preis beworben, doch lediglich zehn Mittelständler werden von Liz Mohn, stellvertretende Vorsitzende des Vorstandes der Bertelsmann Stiftung, am Montag in Berlin ausgezeichnet. Die Neumarkter Lammsbräu ist der einzige Preisträger aus der Oberpfalz.

"Gesellschaftliche Verantwortung übernehmen" ist derzeit bei vielen Unternehmen modern. Unabhängig von gesellschaftlichen Strömungen verfolgt die Neumarkter Lammsbräu diesen Ansatz als wesentlichen Bestandteil ihres Unternehmenskonzeptes bereits seit vielen Jahren. Als Dr. Franz Ehrnsperger 1971 die Leitung des Familienunternehmens übernahm, formulierte er ein ganzheitliches Öko-Konzept für die Brauerei, das seit dem Schritt für Schritt umgesetzt wurde. Nicht auf Kosten gegenwärtiger und künftiger Generationen wirtschaften und gleichzeitig einen sozialen Konsens wahren – dieser heute als "Nachhaltigkeit" bekannte Gedanke war bereits vor 30 Jahren im Ehrnspergerschen Unternehmenskonzept enthalten.

Neben dem respektvollen Umgang mit der Umwelt waren von Anfang an auch faire Bezahlung und langfristige Verträge für die Bauern tragende Aspekte der Öko-Orientierung. Inzwischen betreiben rund 100 Bio-Bauern aus und um Neumarkt ökologischen Landbau – in Kooperation mit der Lammsbräu. Was bereits lange gelebt wurde, bekam erst Jahre später einen Namen: "Fair zum Bauern".

Die Initiative "Fair zum Bauern" soll vor allem den Regionalgedanken stärken sowie Lebensmittelsicherheit und Transparenz für alle Menschen erzeugen. Dieser Ansatz lässt sich auch in Zahlen ausdrücken: Durch ihr regionales Bio-Engagement zahlt die Neumarkter Lammsbräu jedes Jahr über 500.000 Euro zusätzliches Einkommen in die Biolandwirtschaft in und um Neumarkt. Eine Studie der Universität Augsburg hat nachgewiesen, dass dadurch die Bio-Brauerei vier Mal mehr bäuerliche Arbeitsplätze sichert als vergleichbare konventionelle Brauereien. Damit werden familiäre bäuerliche Strukturen erhalten und die Bedeutung der Region weiter gestärkt.

Regionalität und Nachhaltigkeit sind die wichtigsten Kriterien des gesellschaftlichen Engagements der Neumarkter Lammsbräu, hieß es am Freitag. In diesem Sinne verstehe die Bio-Brauerei auch die Unterstützung zahlreicher weiterer Projekte in und um Neumarkt, wie zum Beispiel der Brücke GmbH, einer gemeinnützigen Integrationsfirma, die behinderten Menschen einen Weg ins Arbeitsleben ebnet, des Hauses für Jugend, Bildung und Kultur des Fördervereins G6 oder des Landschaftspflegeverbandes Neumarkt.
18.01.08

Offene Hof-Türen

NEUMARKT. Der Bauernverband sucht im Landkreis landwirtschaftliche Betriebe, die am "Tag des offenen Hofes" mitmachen.

Wie werden Lebensmittel erzeugt? Wie funktioniert Landwirtschaft? Diese Fragen werden in Tagen des Offenen Hofes von landwirtschaftlichen Betrieben den Verbrauchern dargestellt. Der Bayerische Bauernverband möchte im Jahr 2008 wieder landesweit einen "Tag des offenen Hofes" veranstalten.

Der Neumarkter BBV sucht landwirtschaftliche Betriebe im Landkreis, die sich an dieser Aktion beteiligen wollen. Interessenten sollen sich baldmöglichst an der BBV-Geschäftsstelle unter 09181/266840 wenden.
16.01.08

Lichtmess-Bäuerinnentag

NEUMARKT. Die Sparkasse Neumarkt-Parsberg veranstaltet auch in diesem Jahr wieder in Zusammenarbeit mit dem Amt für Landwirtschaft und Forsten, dem Bauernverband, den Maschinenringen und dem Verband landwirtschaftlicher Fachbildung den traditionellen Lichtmess-Bäuerinnentag.

Die Veranstaltung findet am Dienstag, 29. Januar, ab 14 Uhr im Vereinsheim Parsberg, Hohenfelser Straße 39, statt. Zum Thema "Ein Weltreich: Mein Dorf" wird Dr. Godehard Schramm referieren, ein vielfach ausgezeichneter Schriftsteller und Dichter. Aus seinem umfangreichen Dorfbuch erzählt er, was in einer Dorfgemeinschaft verschwindet, was bereits verschwand und was sich als "Immer-Noch" hält: "im Nebeneinander beisammen sein".

Für Unterhaltung sorgt der Parsberger Frauenchor "Cantores". Der Eintritt ist wie jedes Jahr frei.
16.01.08

"Keine Anhebung"

NEUMARKT. "Eine Ausweitung der Milchquoten zum jetzigen Zeitpunkt ist das falsche Signal", erklärt Albert Deß, agrarpolitischer Sprecher der CSU-Europagruppe.

Agrarkommissarin Fischer Boel hat zur geplanten 2,5 Prozent-Anhebung ab April eine zusätzliche jährliche Anhebung der Milchquote um ein bis zwei Prozent ins Spiel gebracht. Damit verbunden wären Preisabschläge für den Rohstoff Milch, die die Bauern hinnehmen müssten. "Mit ihrem erneuten Vorpreschen setzt die EU-Kommission den Milchmarkt unnötig unter Druck. Die Bauern müssen sich auf die Zusage einer stabilen Milchquote bis 2015 verlassen können", erklärte Deß.

Der Milchpreis und mit ihm die Erlöse für Molkereiprodukte haben sich in den letzten Monaten von ihren jahrelangen Tiefständen etwas erholt. Für Albert Deß ist das Vorgehen der EU-Kommission nicht hinnehmbar, durch eine Quotenaufstockung den Milchpreis zusätzlich nach unten zu drücken.

Ebenfalls ablehnend steht Albert Deß der vorgeschlagenen Senkung der staatlichen Mindestpreise für Butter und Magermilchpulver gegenüber. "Damit verstärkt die EU-Kommission zusätzlich den Trend des mittlerweile wieder fallenden Butterpreises. Die Milchmarktpolitik der EU-Kommission geht in die verkehrte Richtung."

"Die Agrarkommissarin sollte stattdessen eine EU-weite Saldierung voranbringen. Dann könnten starke Milchregionen wie Bayern die ungenutzten Quotenmengen anderer EU-Regionen auffüllen. So könnte der Milchmarkt ausreichend bedient werden, ohne dass zusätzliche Quotenmengen ausgegeben werden", so Albert Deß.
15.01.08


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ISSN 1614-2853
15. Jahrgang
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