Pfleiderer

"Emotionale" Tagung

NEUMARKT. Bei Pfleider kam der Gesamt-Betriebsrat aus ganz Deutschland zusammen. Eine gemeinsame Erklärung soll es am Freitag geben.

Stichwort: Pfleiderer

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Die Tagung der Betriebsräte in der Neumarkter Pfleiderer-Zentrale begann am Donnerstag-Nachmittag um 14 Uhr und soll noch bis Freitag dauern. Schon am ersten Tag sei es "emotional" zugegangen, hieß es von Tagungsteilnehmern.

Eine Erklärung - vermutlich gemeinsam von Gesamtbetriebsrat und Konzernleitung - wurde für das Ende der zweitägigen Zusammenkunft am Freitag angekündigt, hieß es am Donnerstag.

Am Montag hatte ein Bericht in einer überregionalen Zeitung für Wirbel gesorgt (wir berichteten), in dem Pfleiderer-Vorstandssprecher Hans Overdiek davon sprach, in den nächsten drei Jahren bis zu einem Drittel der deutschen Arbeitsplätze und mehrere Werke ins osteuropäische Ausland zu verlegen. Sogar Neumarkt als Standort der Firmenzentrale wurde in Frage gestellt.
02.11.06

"Bewußt verunsichert ?"

NEUMARKT. In der Kreis-SPD glaubt man, daß die Pfleiderer-Mitarbeiter "womöglich bewußt verunsichert" werden sollten.

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In einer Presse-Mitteilung des SPD-Kreisverbandes gab es am Donnerstag harte Vorwürfe gegen Pfleiderer. Das Unternehmen hatte in einem Gespräch mit einer überregionalen Zeitung den Abbau von 860 Arbeitsplätzen in Deutschland, die Verlagerung von Werken nach Osteuropa sowie eine Verlegung der Neumarkter Konzern-Zentrale ins Gespräch gebracht (wir berichteten).

DGB-Kreisvorsitzender Michael Meyer wurde in der SPD-Pressemitteilung zitiert, daß auch Protest-Veranstaltungen nicht ausgeschlossen seien. Meyer wörtlich: "Die Arbeitnehmer und die Gewerkschaften müssen ihre Rechte solidarisch wahrnehmen. Notfalls auch auf der Straße!"

SPD-Kreisvorsitzende Carolin Braun erinnerte daran, daß sie bereits im Juli bei Pfleiderer "auf Konzernebene mehr Verantwortungsbewusstsein" für die Arbeitnehmer eingefordert habe. Vor allem angesichts "immenser Gewinne" seien auch Arbeitgeber in der Pflicht. "Man muss sich nicht mehr über Zuwächse bei rechtsradikalen Parteien wundern, wenn wir auch hier vor Ort solche Entwicklungen verzeichnen müssen", erklärte Braun.

Es könne niemand mehr "ernsthaft überrascht" von der derzeitigen Entwicklung und dem drohenden Verlust von über 800 Arbeitsplätzen bei Pfleiderer sein. erklärte Braun. Pfleiderer sei damit "in einer Reihe zu suchen mit Ben-Q, AEG, Grundig oder der Deutschen Bank".

"Ackermann und Konsorten" - so heißt es wörtlich in der Mitteilung - und Großaktionäre würden Rekordgewinne zu Lasten der Arbeitnehmer einstreichen. Dabei hätten "die Arbeitnehmer letzten Endes den Betrieb hochgebracht," erklärte Helmut Gatzhammer aus Lupburg.

Gerd Lindl aus Dietfurt fragte sich, "welche Werte für die Overdieks , Pfleiderers und Ackermänner noch zählen?" Die Gewerkschafter innerhalb der SPD zeigten sich sehr besorgt. Wieder einmal würden in Deutschland Arbeitsplätze abgebaut, um im Osten scheinbar billiger produzieren zu können.

Verurteilt wurde auch die "mangelnde Informationspolitik" gegenüber den Arbeitnehmern. "So was" aus neumarktonline oder einen Tag später aus den Neumarkter Druck-Zeitungen zu erfahren sei "ja fürchterlich". Auch darin zeige sich, dass die Arbeitnehmer keinen "Wert" besäßen für den Konzern.

Der Versuch, jetzt "zurückzurudern", bringe den Betroffenen nichts mehr. Die "Verunsicherung der Arbeiter bei Pfleiderer sei womöglich bewusst in Kauf genommen und Ziel solcher Aktionen", hieß es. "Unsäglich", nannte dies Gaby Feierler-Egner aus Deining. Auch MdL Reinhold Strobl forderte die Konzernleitung auf, ihre Verantwortung gegenüber den Arbeitnehmern wahrzunehmen.
02.11.06

"Wie geht es weiter ?"

NEUMARKT. Der Pfleiderer-Betriebsrat will bei einer außerordentlichen Sitzung wissen, wie es mit dem Unternehmen weitergeht.

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Wie neumarktonline bereits in der Nacht zum Montag berichtete, hatte Vorstands-Sprecher Hans Overdiek in einem Gespräch mit einer überregionalen Zeitung erwogen, in den nächsten drei Jahren bis zu einem Drittel der deutschen Arbeitsplätze und mehrere Werke ins osteuropäische Ausland zu verlegen. Sogar Neumarkt als Standort der Firmenzentrale wurde in Frage gestellt.

Der Bericht in neumarktonline vom drohenden Verlust von bis zu 860 Arbeitsplätzen schreckte die Neumarkter Politiker auf: Schon wenige Stunden später gab Oberbürgermeister Thomas Thumann nach einem Telefonat mit Overdiek bekannt, Neumarkt sei von den Plänen nicht betroffen.

Tatsächlich ruderte das Unternehmen gewaltig zurück: Es handele sich nur um grundsätzliche Erwägungen, die immer wieder einmal angestellt würden, hieß es in einer Stellungnahme.

Nach den Meldungen über den Arbeitsplatz-Abbau stieg der Aktienkurs der Pfleiderer-Papiere deutlich an - doch in Neumarkt schlugen die Wellen hoch.

Der Gesamt-Betriebsrat will jetzt in einer außerordentlichen Sitzung wissen, wie es weitergeht und wie ernst die Äußerungen des Vorstands-Vorsitzenden zu nehmen sind. Man hoffe auf eine Erklärung der Konzernleitung, hieß es vor der Sitzung.

Um 14 Uhr werden Betriebsräte aus den verschiedenen Werken in ganz Deutschland zu der auf zwei Tage angesetzten Sitzung erwartet, bestätigte Gesamtbetriebsrats-Chef Manfred Schmidt gegenüber neumarktonline.
02.11.06


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ISSN 1614-2853
15. Jahrgang
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