Pfleiderer
An der MDAX-Spitze
NEUMARKT. Nach der Vorlage der Quartalszahlen ist die Pfleiderer-Aktie am Dienstag-Mittag um 4,5 Prozent auf fast 26 Euro gestiegen.
Sie lag damit an der MDAX-Spitze. Seit Juni 2005 hat sich der Aktionskurs des Unternehmens fast verdoppelt.
neumarktonline berichtete
bereits am Dienstag-Morgen über die vorgelegten Quartalszahlen.

Hans H. Overdiek
Fotos:Pfleiderer AG
Analysten und Händler begründeten die Steigerung vom Dienstag damit, daß Pfleiderer bei der Vorlage der Zahlen die Erwartungen erfüllt habe. Die operative Entwicklung sei stark, hieß es; und: "Pfleiderer hat ein solides Zahlenwerk vorgelegt".
Vorstandsvorsitzende Hans Overdiek kündigte in einer Telefon-Pressekonferenz am Dienstag an, daß man zur Jahresmitte die Prognosen für das Gesamtjahr erhöhen wolle. Bislang geht das Unternehmen von einem Vor-Steuer-Ertrag (EBITDA) von 200 Millionen Euro bei einem Umsatz von 1,4 Milliarden Euro aus.
Die vollständige Inbetriebnahme der im russischen Nowgorod errichteten Fabrik für die Beschichtung von Spanplatten wird sich nach Overdieks Worten um zwei oder drei Monate verzögern. Wegen eines Getriebeschadens könne die Produktion nicht wie geplant im ersten Halbjahr so anlaufen, wie man es sich gewünscht habe.
Bei dem Pressegespräch gab Pfleiderer auch bekannt, daß man die restlichen 43 Prozent an der polnischen
Pfleiderer Prospan SA noch im Laufe des zweiten Quartals übernehmen will. Pfleiderer befinde sich deswegen in Exklusivverhandlungen mit dem polnischen Staat, der einen Minderheitsanteil halte. 57 prozent des Unternehmens gehören Pfleiderer bereits über die Tochter
Grajewo SA.
09.05.06
Umsatz: Zwei Drittel im Ausland
NEUMARKT. Die Pfleiderer AG hat im ersten Quartal das Betriebsergebnis fast verdoppelt und den Umsatz auf 335 Millionen gesteigert.
Die Pfleiderer AG
berichtet mit der Veröffentlichung der Zahlen für das erste Quartal 2006 über einen
erfolgreichen Geschäftsverlauf. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen und saisonaler
Einflüsse steigerte der Pfleiderer Konzern den Umsatz im ersten Quartal 2006 um
74,1 Prozent auf 335,8 Millionen Euro. Im Business Center Westeuropa stieg der Umsatz
im Berichtszeitraum deutlich von 135,1 Millionen Euro im ersten Quartal 2005 auf 192,8 Millionen
Euro. Im Business Center Osteuropa erreichten die Umsatzerlöse im ersten Quartal 2006
insgesamt 66,2 Millionen Euro, während das erstmals in einem Gesamtquartal
konsolidierte Business Center Nordamerika im Berichtszeitraum 81,2 Millionen Euro zum
Gesamtumsatz des Pfleiderer Konzerns beitrug. Demnach stieg der Auslandsanteil am
Umsatz im Pfleiderer Konzern von 57,9 Prozent auf 66,4 Prozent. Pfleiderer gab diese Zahlen am Dienstag bekannt.
Noch deutlicher als der Umsatz stieg das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Abschreibungen (EBITDA). Mit einem Anstieg um 99,5 Prozent konnte das EBITDA
im Jahresvergleich nahezu verdoppelt werden und stieg auf 41,1 Millionen Euro im
Berichtszeitraum. Die EBITDA-Marge erreichte damit 12,2 Prozent nach 10,7 Prozent
im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Schon im ersten Quartal nach der Kunz-Übernahme wurde damit die Profitabilität des
Pfleiderer Konzerns wie prognostiziert gesteigert. Bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr
2005 sind verschiedene Maßnahmen zur nachhaltigen Steigerung der Ertragskraft
eingeleitet worden, die sich im März 2006 eindrucksvoll auswirkten, sodass die EBITDAMarge
im Einzelmonat auf über 14 Prozent stieg. Für den Jahresverlauf wird eine weitere
Verstärkung dieses Effektes erwartet.
Großen Anteil an der positiven Quartalsentwicklung hatte die Ertragsentwicklung im
Business Center Westeuropa, in dem die EBITDA-Marge nach der Integration der
Holzwerkstoffaktivitäten der Kunz Gruppe und durch die grundsätzlich positive
Ertragsentwicklung von 10,4 Prozent im Vorjahr auf 12,5 Prozent anstieg. Im Business
Center Osteuropa lag die EBITDA-Marge im Winterquartal 2006 bei 16,4 Prozent; das
erstmals im Gesamtquartal konsolidierte Business Center Nordamerika erreichte eine
EBITDA-Marge in Höhe von 12,2 Prozent.
Erwartungsgemäß stieg der Zinsaufwand des Pfleiderer Konzerns im ersten Quartal 2006
infolge der zunächst vollständig fremdkapitalfinanzierten Übernahme der Kunz Gruppe
auf insgesamt -15,1 Millionen Euro (Q1/2005: -4,6 Millionen Euro). Das Finanzergebnis
lag im Berichtszeitraum bei -13,9 Millionen Euro (Q1/2005: -3,0 Millionen Euro). Dennoch
verbesserte sich das Ergebnis aus fortzuführenden Aktivitäten vor Steuern (EBT) um
27,9 Prozent auf 8,1 Millionen Euro; die EBT-Marge erreicht 2,4 Prozent vom Umsatz
(Q1/2005: 3,3 Prozent). Nachdem der Verkauf des Geschäftsbereiches track systems im
April 2006 vollzogen und die Kapitalerhöhung im April erfolgreich abgeschlossen wurde,
erwartet die Gesellschaft deutlich reduzierte Zinsbelastungen und eine daraus
resultierende Verbesserung des Gesamtergebnisses.
Die Steuerquote des Pfleiderer Konzerns erreichte im ersten Quartal 2006
nunmehr 24,4 Prozent und lag damit deutlich unter dem Wert des Vorjahres
(Q1/2005: 28,8 Prozent). Folglich verbesserte sich das Ergebnis der fortzuführenden
Aktivitäten um 35,7 Prozent und erreichte im Berichtszeitraum 6,1 Millionen Euro. Das
Ergebnis je Aktie aus fortzuführender Aktivität stieg von 1 Eurocent im ersten Quartal des
Vorjahres auf 8 Eurocent im ersten Quartal 2006. Auch das Konzernergebnis nach
Ertragssteuern und Minderheitenanteilen verbesserte sich auf 3,5 Millionen Euro, so dass
das Konzernergebnis auf 8 Eurocent pro Aktie stieg.
Der operative Zahlungsmittelüberschuss (Cashflow) des Pfleiderer Konzerns stieg
aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung im ersten Quartal 2006 um 19,1 Prozent
und erreichte im Berichtszeitraum 16,9 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote des
Pfleiderer Konzerns lag zum Ende des ersten Quartals infolge der fremdkapitalinanzierten
Übernahme der Holzwerkstoffaktivitäten der Kunz Gruppe unter dem Vorjahreswert.
Bei einem Eigenkapital von 274,2 Millionen Euro sank die Eigenkapitalquote zum
Quartalsstichtag erwartungsgemäß auf 18,6 Prozent. Sie wird aufgrund der im April 2006
erfolgreich durchgeführten Kapitalerhöhung sowie der weiteren Entschuldung des
Konzerns wieder auf deutlich über 30 Prozent ansteigen. Insgesamt erreicht die
Konzernnettoverschuldung zum 31. März 2006 651,6 Millionen Euro.
Nach der abgeschlossenen Fokussierung auf Holzwerkstoffe erwartet die Gesellschaft,
getragen von guten Marktaussichten und dem Anlaufen der ausgebauten Kapazitäten in
Nordamerika und Osteuropa, im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres eine nochmals
verstärkte positive Entwicklung. Dies wird unterstützt durch die zunehmend zum Tragen
kommenden Effekte aus der Integration von Kunz und den ertragssteigernden
Maßnahmen in Westeuropa.
Im Februar 2006 wurde im russischen Novgorod mit der Oberflächenbeschichtung von
Spanplatten ein erster Bauabschnitt des neuen Spanplattenwerkes in Betrieb genommen.
Die für das erste Halbjahr 2006 geplante vollständige Inbetriebnahme der
Spanplattenproduktion kann sich infolge eines festgestellten Getriebeschadens um zwei
bis drei Monate verzögern. Derzeit beträgt der Montagestand 95 Prozent. Pfleiderer hat
zusätzliche Montage- und Inbetriebnahmekapazitäten mobilisiert, um noch zu einer
möglichst zeitgerechten Inbetriebnahme zu kommen. Unbeschadet dieser erneuten
Verzögerung sieht der Vorstand der Pfleiderer AG die Ergebnisziele des Pfleiderer
Konzerns für 2006 nicht gefährdet.
Der Vorstand bekräftigt vor dem Hintergrund einer weiterhin stabilen
Geschäftsentwicklung in den Holzwerkstoffmärkten in Ost- und Westeuropa sowie
Nordamerika seine Zielvorgabe im Gesamtjahr 2006 Umsatzerlöse in Höhe von
1,4 Milliarden Euro und ein EBITDA in Höhe von mindestens 200 Millionen Euro
erwirtschaften zu können. Dabei wird eine durchschnittliche EBITDA-Marge von
14,3 Prozent angestrebt.
09.05.06
Weltneuheit aus Neumarkt

Die neue Verkehrszeichenbrücke im Einsatz.
Fotos: Pfleiderer Europoles
NEUMARKT. Eine Weltneuheit kommt aus Neumarkt:
Pfleiderer Europoles montierte die erste Verkehrszeichenbrücke aus Schleuderbeton.
Nach gut anderthalbjähriger Entwicklungszeit wurde an der A99 am Autobahnkreuz München-Ost die erste Verkehrszeichenbrücke aus Schleuderbeton montiert.

Schwierige nächtliche Arbeit: das Einheben des Querriegels
Um 23 Uhr in der Nacht wurde in nur knapp zwölf Minuten der Querriegel über die Fahrbahnen auf die vorbereiteten Stützen gehoben. Für diese Aktion mussten alle Spuren einer Autobahnrichtung kurzfristig gesperrt werden - so dass die Montagezeit gar nicht kurz genug sein konnte. Die Vorgabezeit von 15 Minuten konnte aber unterschritten werden, obwohl es die erste Montage einer Beton-Schilderbrücke war.
"Es war schon aufregend zu erleben, wie die erste Brücke dieser Art auf die Tragpfeiler eingehoben wurde. Dank der Präzision der Monteure lief es aber reibungslos.", erklärt Bernhard Matschiner, Projektleiter bei Pfleiderer Europoles.
Die Brücke aus hochfestem Beton zeichnet sich dadurch aus, dass sie fast keine Angriffspunkte für Korrosion bietet, heißt es von
Pfleiderer Europoles. Sie ist besonders unempfindlich gegenüber Frost und Tausalzen - das ist besonders wichtig, wenn die Spuren im Winter häufig von Schnee und Glatteis befreit werden müssen. Aufwendige Wartungs- und Pflegearbeiten wir bei herkömmlichen Konstruktionen entfallen.
"Der im Schleuderverfahren hergestellte Beton besitzt eine so dichte Oberfläche, so dass wir bei Tests hervorragende Ergebnisse erzielt haben", erklärt Helmut Lieb, Leiter Entwicklung. Beim so genannten Frost-Tausalz-Test werden Frostsituationen mit gleichzeitiger Besprühung mit Salwasser simuliert.
Doch nicht nur die lange Dauerhaftigkeit musste nachgewiesen werden. Die Ausführung wurde maßgeblich mit der Autobahndirektion Südbayern, Bereiche Brücken und Betrieb, abgestimmt. Darüber hinaus wurde die Konstruktion einer intensiven Prüfung durch die TU München unterzogen.
Die Verkehrszeichenbrücke überspannt zur Zeit drei Spuren und eine Standspur mit einer Höhe von fünf Metern und einer Länge von 26 Metern. An ihr können bis zu elf elektronische Wechsel-Verkehrszeichen angebracht werden. Ein integriertes Schienensystem sorgt dabei für eine einfache Montage und Justierung. Das hervorragende Schwingungsdämpfungs-Verhalten in Kombination mit einem speziellen Brückenlager sorgt für die Schonung der Elektronik.
Weitere Projekte befinden sich in der Planung: "Doch Details werden noch nicht verraten!", ergänzt Roland Kastner, Geschäftbereichsleiter Verkehr bei Pfleiderer Europoles.
Auf einer computergesteuerten Korbschweißmaschine werden die Armierungskörbe hergestellt. Der fertige Korb wird in die untere Hälfte einer Form aus Stahl eingelegt. Nach der Anbringung von spezifischen Einbauteilen in die Armierung, werden die Spannstähle eingezogen, an beiden Enden der Form in Spannköpfen verankert und leicht vorgespannt.
Nach dem Einfüllen des hochfesten Betons (C80/95) wird die Form geschlossen und die beiden Formhälften verschraubt. Die Spannstähle werden jetzt gegen die Form auf ihre endgültige Spannung gebracht. Die gesamte Form wird danach auf die Schleuderanlage gebracht und der eigentliche Schleuderprozess beginnt.
Ein Elektromotor lässt den Beton in der Schalung rund zehn Minuten mit etwa 600 Umdrehungen pro Minute rotieren, so dass der Frischbeton mit einer 20fachen Erdbeschleunigung an die Schalwandung gepresst wird. Durch die Zentrifugalkräfte entsteht im Inneren ein Hohlraum.
Nach dem Schleuderprozess ruhen die Betonteile in der Form und werden nach dem Erreichen der Umspannfestigkeit entschalt.
Durch das spezielle Verfahren wird eine hohe Druckfestigkeit bei sehr geringen Querschnitten erzielt. Gleichzeitig entsteht eine sichtlich porenfreie Oberfläche.
Als einer der Marktführer in Europa produziert
Pfleiderer Europoles an drei Standorten in Deutschland (neben Neumarkt noch in Dinkelsbühl und Regensburg) Maste, Stützen und Türme aus Beton, Stahl und glasfaserverstärktem Kunststoff für vielfältigste Anwendungsmöglichkeiten. Das Produkt- und Dienstleistungsspektrum umfasst Masten und Türme für Beleuchtung, Energietransport, Werbung und Telekommunikation.
05.05.06
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