Sternwarte Neumarkt
Die Jahreszeiten
NEUMARKT. Wann kommt der Frühling? Wieso ist es jetzt so kalt? Wer macht die Blätter bunt? Antworten auf Kinderfragen gibt es auf der Neumarkter Sternwarte.
Erwachsenen ist wohl bekannt, daß die Antworten mit den verschiedenen Jahreszeiten zu tun hat.
Die Kinder möchten ihnen aber näher auf den Grund gehen und verstehen.
Gerald Reiser wird deshalb am Freitag ab 19 Uhr zusammen mit den Kindern durch die Jahreszeiten schreiten und
viele Fragen auf
einfache Art und Weise erklären.
Schaut man beispielsweise jede Nacht zur gleichen Zeit in den Himmel, so kann man entdecken,
daß zu unterschiedlichen Jahreszeiten auch andere Sternbilder den Himmel erobern. Dies ist eine unmittelbare
Erscheinung der Jahreszeiten.
Am Tageshimmel erkennt man den sich verändernden Stand der Sonne, der,
bedingt durch die Jahreszeit entweder sehr hoch ist, nämlich im Sommer, oder sich relativ nahe am Horizont
befindet, im Winter eben.
Ein Jahr ist der Zeitraum, in dem sich die Erde einmal um die Sonne bewegt. Der Astronom Johannes Kepler
entdeckte, dass sich alle Planeten auf elliptischen Bahnen um die Sonne bewegen. Auf ihrer Bahn um die Sonne
kommt deshalb die Erde der Sonne mal mehr, mal weniger nahe. Oft wird dies als Ursache für die Jahreszeiten gedeutet.
Das ist aber nicht so.
Die eigentliche Ursache für die verschiedenen Jahreszeiten liegt in der Neigung der Rotationsachse
der Erde in Bezug zur Bahnebene um die Sonne. Die Erde wird deshalb von der Sonne je nach Jahreszeit unter-
schiedlich beleuchtet.
Die Kinder dürfen wie immer jederzeit ihre Fragen stellen.
Wegen der Witterung empfehlen die Mitglieder der Sternwarte warme Schuhe und Kleidung. Der Vortragsraum ist jedoch angenehm beheizt.
20.01.10
Ausstellung zum "IYA"-Ende

Mit einem extremen Weitwinkelobjektiv aufgenommen; die Venus über Neumarkt am 15.Januar 2009
Fotos: Harald Liederer/Sternwarte Neumarkt

So moderne Geräte wie sie hier der Vorsitzende der Fritz-Weit-
has-Sternwarte, Harald Liederer, benutzt, standen weder Galileo
Galilei noch Pfalzgraf Otto II. von Neumarkt zur Verfügung.
NEUMARKT. Das "Internationale Jahr der Astronomie 2009" endet in Neumarkt erst im Januar 2010. Dann wird als letzte Station innerhalb der Metropolregion eine Wanderausstellung in der Neumarkter Sparkasse gezeigt. Zur Eröffnung gibt es einen Vortrag über den Fernrohr-Erfinder Galileo-Galilei.
Die Volkssternwarte auf dem Mariahilfberg will damit zeigtgen, daß man auch 2010 mit einer Reihe von interessanten Veranstaltungen für die Neumarkter Bevölkerung aufwarten will.
Bei der Wanderausstellung in der Sparkasse am Oberen Marktdreht sich alles um die Astronomie in der
Region. Es ist dies der Abschluß des Astronomischen Jahres 2009 für die Metropolregion Nürnberg, hieß es.
Die Eröffnungsveranstaltung findet am Montag, 4.Januar um 18 Uhr statt. Die Ausstellung ist dann bis 15.Januar zu den Öffnungszeiten der Neumarkter Sparkasse zu sehen.
Festredner zur Eröffnung ist Pierre Leich von der Nürnberger Astronomischen Gesellschaft,
der Koordinator für das
IYA 2009 in der Region.
Er spricht zum Thema: "Der Prozess der römischen Kurie gegen Galileo Galilei"
In die fernen Weiten zu schauen und zu wissen, was sich "da draußen" so verbirgt, gilt einer der innerlichsten Wünsche
der Menschheit. Zu wissen, ob es da draußen im Weltall noch weiteres Leben gibt und ob es irgendwann mal die Möglichkeit
geben wird, eine neue Welt zu entdecken - dieser Traum ist mit dem grandiosen Wissenschaftler Galileo Galilei und seinem Teleskop ein Stückchen näher gerückt.
Dabei stammte die ursprüngliche Erfindung aus Holland: Der Brillenmacher Hans Lipperhey hatte 1608 das
Galilei-Fernrohr erfunden, das dann von dem italienischen Physiker, Mathematiker und Astronom weiterentwickelt wurde - so entstand das Galileo-Galilei-Teleskop.
Durch sein Teleskop erkannte er, dass die Milchstraße aus vielen Sternen besteht und er entdeckte außerdem die vier größten Jupitermonde.
Doch auch viele Astronomen aus der Region trugen zu dem heutigem Wissenstand bei. Als der erste in Neumarkt tätige Astronom gilt
Pfalzgraf Otto II. von Neumarkt.
Viele weitere folgten ihm und so soll die Ausstellung auch eine Hommage an die vielen Astronomen aus der Metropolregion Nürnberg sein,
wie zum Beispiel Regiomontanus, Dr. Karl Strehl oder der Mathematiker Erhard Weigel, der in den protestantischen Ländern die Kalenderreform
durchsetzte.
In der Ausstellung werden auch viele Sternwarten in der Region vorgestellt mit ihren Aufgaben und Zielen.
Die Wanderausstellung ist eine Gesamtschau der astronomischen Einrichtungen der Region und ist durch mehr als 20 Orte gezogen, bevor sie nun in Neumarkt mit einem Streifzug vom "kalten zum heißen Universum" endet.
30.12.09
Legende oder Tatsache?
NEUMARKT. "Der Stern von Bethlehem – Legende oder Tatsache?" Darum geht es am Freitag beim Kinderabend auf der Fritz-Weithas-Sternwarte.
Um 19 Uhr wird dort wieder einer der beliebten Kinderabende unter der Leitung von Gerald Reiser veranstaltet. Eines der wichtigsten Themen des "Internationalen Jahres der Astronomie 2009" ist es nämlich auch, Kinder und Jugendliche für die Sterne zu interessieren.
War der Stern von Bethlehem ein sehr heller Stern, ein Planet oder gar ein Komet? Gerald Reiser wird sich den neugierigen Fragen der Kinder stellen.
Gerade in der Vorweihnachtszeit lädt der Sternenhimmel in klaren Nächten zum Beobachten ein. Daher werden die Kinder auch erfahren, was es momentan für interessante Himmelserscheinungen gibt. So wird Gerald Reiser auf Sternenbilder eingehen, die nur im Winter zu sehen sind. Wie gewohnt werden diese Informationen abwechslungsreich und kindgerecht verpackt.
Dieser Abend findet auch bei schlechtem Wetter im Vortragsraum der Sternwarte Neumarkt statt. Wenn die Nacht jedoch sternenklar wird, können die Kinder und ihre Eltern den wunderschönen Himmel durch die Fernrohre der Sternwarte erkunden.
Bei der Himmelsbeobachtung wird sehr warme Kleidung (eine dicke Jacke, Mütze, Schal und Handschuhe) empfohlen, da die Nächte sehr kalt werden.
08.12.09
Geheimnisvolle Schwarze Löcher

Die zentralen 25 Bogensekunden der Milchstraße. Die Auf-
nahme wurde mit adaptiver Optik am VLT im nahen Infrarot
bei drei Wellenlängen gewonnen. Man erkennt heiße blaue
neben kühleren roten Sternen sowie rotleuchtende Gaswolken.
Die Sterne, von denen Umlaufbahnen beobachtet wurden,
stehen im Zentrum des Fotos in einer Region von etwa
einer Bogensekunde.
Foto: ESO
NEUMARKT. Nachdem vor einem Monat Prof. Dr. Jörn Wilms über die Eigenheiten und Entstehung der Schwarzen Löcher im Universum im Allgemeinen berichtete, geht man am Freitag auf der Neumarkter Sternwarte Neumarkt dem Schwarzen Loch in unserer eigenen Milchstraße im Speziellen auf den Grund.
Der Leiter der Sternwarte, Harald Liederer, konnte dafür den Berufsastronomen Dr. Stefan Gillessen von der Max-Planck-Forschung in Garching
für diesen Vortrag um 20 Uhr gewinnen. Er ist quasi einer der Wissenschaftler, der dieses Projekt ins Leben gerufen hat.
Insgesamt rund 50 Nächte Beobachtungszeit innerhalb von 16 Jahren mussten investiert werden, bis die Wissenschaftler zu ihren spektakulären Ergebnissen kamen. Die langfristige Vision des deutschen Forscherteams um Dr. Gillessen und Dr. Genzel wurde im Juni letzten Jahres mit dem hoch angesehenen
Shaw-Preis ausgezeichnet.

Dr. Stefan Gillessen
Durch die neue Studie können die Astronomen nun die Positionen der Sterne mit sechsmal höherer Genauigkeit als zuvor vermessen. Die letztlich erreichte Präzision von 300 Mikrobogensekunden ist vergleichbar mit dem Sehen einer Ein-Euro-Münze aus einer Entfernung von rund 10.000 Kilometern.
Aus der Bewegung der Sterne kann auf die Gravitationskräfte geschlossen werden, die durch das Schwarze Loch auf sie wirken - so wie auch an herumwirbelnden Blättern in einer winterlichen Böe die Bewegung der Luft beobachtet werden kann, so die Wissenschaftler.
"Für Untersuchungen in der unmittelbaren Umgebung des Schwarzen Lochs benötigen wir aber eine noch höhere Winkelauflösung als zurzeit möglich", sagen die Wissenschaftler. Die Europäische Südsternwarte (ESO) soll jedoch bald in der Lage sein, diese benötigte Auflösung zu erreichen. "Der nächste große Schritt wird sein, das Licht von den vier 8,2-Meter-Teleskopen des VLT zu kombinieren." Das werde die Genauigkeit der Beobachtungen im Vergleich zum heute Möglichen um einen Faktor zwischen 10 und 100 steigern. Diese Kombination besitzt das Potenzial, Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie in der gegenwärtig noch unerforschten Region nahe an einem Schwarzen Loch zu überprüfen."
Nach dem Vortrag besteht die Möglichkeit, mit den Fernrohren der Sternwarte, bei klarem Himmel zu beobachten.
26.11.09
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