Sternwarte Neumarkt

Der Mann im Mond


Vollmond
Foto: Thomas Monn
NEUMARKT. Der zweite Teil der Reihe "praktische Astronomie" steht am Freitag unter dem Motto: "Der Mond als Störenfried bei der Beobachtung?"

Harald Liederer wird zunächst den Mond, den unmittelbaren Nachbarn im Weltall, genauer vorstellen.

Der Mond ist rund ein Viertel kleiner als die Erde und doch erscheint er am Himmel als größtes Beobachtungsobjekt überhaupt. Die Menschen verfolgten seinen Lauf am Firmament schon seit der Antike und machten genaueste Berechnungen über ihn. So prägte er auch schließlich unseren Kalender mit rund 30 Tagen im Monat, da sein Umlauf um die Erde in etwa einem Monat entspricht. Auch das Wort "Monat" leitet sich übrigens vom Mond ab.

Die Phantasie des Menschen wurde durch den Mond und seine Oberflächenstrukturen geprägt. Einige sehen noch heute, 400 Jahre nachdem der erste Mensch mit einem Fernrohr hinaufblickte, 40 Jahre nachdem der erste Mensch einen Fuß auf den Himmelskörper setzte, ein Gesicht, das zur Erde herabblickt, oder einen Hasen, der scheinbar still sitzend in die Weite des Universums blickt. Am bekanntesten ist aber die Geschichte vom Mann im Mond.

Im zweiten Teil des Seminares zur praktischen Astronomie geht Liederer auf die Auffälligkeiten auf der Mondoberfläche ein. Viele Interessante Details können mittels heutiger Teleskope auf der Mondoberfläche beobachtet werden. Krater und Täler, Gebirge und unheimliche Schattenwürfe auf der Terminatorgrenze fesseln quasi den Beobachter an das Fernrohr.

Doch was ist mit dem grellen Licht des Vollmondes, das all die Sternenpracht wegwischt, wenn er bei Sonnenuntergang aufgeht? Soll der Mond als Störenfried für die Himmelsbeobachter verdammt werden? Kann man nicht die "sternenlose Zeit" sinnvoll mit einer entspannten Mondbeobachtung bereichern?

Für den Einsteiger unter den Himmelsbeobachtern ist der Mond das lohnendste Objekt am Himmel. Selbst mit den kleinsten Fernrohren können bereits die Krater und weitläufigen Mare gesichtet werden.

Liederer wird eine Auswahl an interessanten Beobachtungszielen rund um den Mond anbieten. Es liegt an den Teilnehmern, diese zu entdecken.
05.08.09

"Praktische Astronomie"

NEUMARKT. Am Freitag beginnt auf der Neumarkter Sternwarte eine vierteilige Seminarreihe über "praktische Astronomie".

Vorstand Harald Liederer wird einen ersten, leichtverständlichen Einblick in die Bedienungsweise von Fernrohren geben.

Im Internationalen Astronomiejahr 09 wird ja auch die Erfindung des Fernrohres gefeiert und so entstand die Idee, die Bevölkerung über die Vorgehensweise und Bedienung bei der Beobachtung mit einem Fernrohr näher zu informieren.
Viele Fragen rund ums Fernrohr werden im ersten Teil der Reihe beantwortet.

Jeder Seminarteilnehmer bekommt die Möglichkeit, selbst Hand anzulegen, um die Scheu vor der vermeintlichen komplizierten Technik zu verlieren. Daß dann dabei die Beobachtung mit den Teleskopen am Sternenhimmel selbst vollzogen wird, ist selbstverständlich - klarer Himmel vorausgesetzt.

Beginn des ersten Abends ist am Freitag um 21 Uhr auf der Sternwarte. Es kann kann auch das eigene Fernrohr gerne mitgebracht werdern.
29.07.09

Kinder eingeladen


Das neue Teleskop in der Neumarkter Sternwarte.
NEUMARKT. Am Freitag um 20 Uhr wird auf der Fritz-Weithas-Sternwarte wieder einer der sehr beliebten Kinderabende veranstaltet.

Eines der wichtigsten Themen des Internationalen Jahres der Astronomie 2009 ist es auch, Kinder und Jugendlichen für die Sterne zu interessieren.

Gerald Reiser will bei seinem Vortrag nicht nur Fragen beantworten, sondern auch astronomische Begriffe anschaulich und damit begreifbar umsetzen. Wie gewohnt werden die Kinder natürlich voll ins Geschehen mit einbezogen.

An dem Abend werden auch andere Themen wie zum Beispiel die Mondphasen angesprochen. Nach dem Abend wissen die Kinder auch, ob das Jahr auf dem Jupiter genau so lang ist wie auf der Erde. Spielerisch will Gerald Reiser zusammen mit den Kindern das Sonnensystem erforschen und nachstellen. Die Besucher sollen überrascht werden, wie lustig aber auch einfach die Astronomie sein kann.

Aber auch die Eltern können an dem Abend einiges Neues und Überraschendes erfahren. Wenn die Nacht sternenklar wird, können die Kinder anschließend gleich das Erlernte praktisch umsetzen. Es wird Himmelsführungen geben und dabei kann man dann einen Blick durch das neues Kuppelteleskop werfen, das Anfang Juli feierlich eingeweiht wurde.

Dieser Abend findet auch bei schlechtem Wetter im Vortragsraum der Sternwarte Neumarkt statt. Bei den Beobachtungen unter klarem Himmel wird etwas wärmere Kleidung empfohlen, da die Nächte auch im Sommer recht kalt werden können.

Auch in den nächsten Wochen will die Sternwarte wieder den Besuchern die Astronomie näher bringen, indem - klarer Himmel vorausgesetzt- Führungen durch die Sternbilder durchgeführt werden. Ende Juli beginnen dann die Vorträge, in denen die Besucher mehr über die Beobachtungspraxis erfährt.
14.07.09

Selbst beschenkt


Geschafft: Das neue Teleskop ist montiert.


Zuvor waren komplizierte Transportarbeiten notwendig


Ein Autokran hob die neue "Montierung" durch die Kuppel.
NEUMARKT. Das erste Juli-Wochenende steht auf der "Fritz-Weithas-Sternwarte" unter einem ganz besonderen Stern: Zum 40. Geburtstag der Himmelbeobachter am Mariahilfberg ist ein großes Programm geplant. Im Mittelpunkt: das nagelneue 16-Zoll-Spiegelteleskop in der Beobachtungskuppel.

Passend zum Internationalen Jahr der Astronomie besteht auf der Sternwarte in Neumarkt Grund, gebührend zu feiern. Vor genau 40 Jahren, also im Jahre 1969, am 12. Juni, begann nämlich Fritz Weithas eine Schar von etwa 14 Gleichgesinnten zu formieren, um gemeinsam den Geheimnissen des Universums auf den Grund zu gehen und diese an die Menschen in der Umgebung weiterzugeben.

Schnell wurde allen klar, eine Volkssternwarte sollte hier in der ländlichen Gegend um Neumarkt, genauer, auf dem Mariahilfberg, errichtet werden, da der Himmel ausgesprochen "gut" war. Die letzte Sternwarte, die es zuvor auf Neumarkter Boden gab, im Jahre 1499 aber aufgegeben wurde, errichtete und unterhielt Pfalzgraf Otto II. in der Neumarkter Residenz.

Mit Hilfe von privaten Spenden und Mitteln der öffentlichen Hand wurde das Gebäude der "neuen" Sternwarte hoch über Neumarkt, auf dem Höhenberg, dem höchsten Punkt in Neumarkt, in mehreren Bauabschnitten errichtet. Es dauerte ganze fünf Jahre, bis 1974 die Sternwarte endlich fertig gestellt wurde. Mit dem imposanten Beobachtungsturm mit einem Durchmesser von knapp sechs Metern und einer Höhe von zwölf Metern, einem über 70 Personen fassenden Vortragsraum und einer 80 Quadratmeter großen Beobachtungsplattform wurde eine Kultur- und Bildungseinrichtung geschaffen, die heute weit über die Grenzen des Landkreises bekannt ist.

Bisher haben fast 100.000 Besucher die Vorträge und Führungen der Sternwarte besucht, die ausschließlich von den ehrenamtlichen Mitgliedern des Vereins geleitet wird. Besonders die Kinderabende sind in den vergangenen Jahren zur beliebten Dauereinrichtung geworden.

Aus dem Kreis der Sternwarte sind übrigens auch einige professionelle Astronomen hervorgegangen, wie zum Beispiel Dr. Gero Rupprecht, heute in der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Garching tätig, der deshalb auch am Freitag ab 20 zur Eröffnung der Feierlichkeiten den Festvortrag halten wird. Das Thema lauter "Fenster zum Weltall - 400 Jahre Teleskope für die Astronomie".

Er will den Besuchern in einfacher und anschaulicher Weise erklären, welchen Siegeszug das Fernrohr hinter sich hat, das vor 400 Jahren von Galileo Galilei entwickelt wurde. Galileo war der erste Mensch, der ein Teleskop zu astronomischen Beobachtungen des Himmels benutzt hat.

Mit dem für heutige Maßstäbe winzigen Fernrohr hat er unter anderem den Jupiter beobachtet. Aus dieser Beobachtung heraus ist hervorgegangen, daß scheinbar vier Monde den Jupiter umkreisen. Daher tragen sie bis heute auch seinen Namen: "die 4 Galileischen Monde". Dies ist übrigens einer der wichtigsten Gründe gewesen, warum das geozentrische Weltbild, also die Erde als Mittelpunkt des Universums, sich als völlig unzureichend und falsch herausstellte.

Die Kirche wehrte sich aber noch lange Jahre gegen diese Erkenntnisse. Galileo mußte deshalb auch offiziell diese Aussagen widerrufen, was er aber der Sage nach mit dem berühmten Satz schloß: "...und sie bewegt sich doch".

Die heutigen Erkenntnisse bauen auf seinen Beobachtungsergebnissen auf. Johannes Kepler vervollständigte diese Beobachtungen, indem er die Planetengesetze entwarf, die im Wesentlichen bis heute gelten.

Im Vortragsraum der Sternwarte kann eine Replik des Original-Teleskopes von Galileo Galilei bewundert werden. Ein weiteres "Galileiskop" steht direkt zum Durchschauen im Beobachtungsbereich der Sternwarte zur Verfügung. Hier kann jeder nachvollziehen, was der größte Forscher seiner Zeit wirklich gesehen hat.

Vor dem Festvortrag wird eine Vernissage stattfinden, mit Bildern der Künstlerin und Malerin Bärbel Hornung aus Weiden, die die Planeten des Sonnensystems kunstvoll auf Leinwand gebracht hat. Die Ölgemälde sind im Vortragssaal der Sternwarte ausgestellt. Die Mitglieder geben dazu gerne Auskünfte über Entfernung und Durchmesser der einzelnen Planeten. Auskünfte zu den Bildern gibt die Künstlerin selbst. Die Vernissage wird um 19.30 Uhr mit einem Sektempfang eröffnet und die Ausstellung begleitet die Feierlichkeiten während der beiden Jubiläumstage.

Rechtzeitig zum 40. Geburtstag konnte die Sternwarte mit vielen Spenden (alle Spender sind namentlich auf einer extra dafür hergestellten Spendentafel in der Beobachtungskuppel erwähnt) den technologischen Sprung ins Dritte Jahrtausend schaffen: Mit einem hochmodernen 16-Zoll-(41 Zentimeter)-Spiegelteleskop von der Amerikanischen Firma Meade und einer sehr leistungs- und tragfähigen, daher äußerst stabilen Montierung von Bernhard Liebscher, übrigens ein Mitglied der Sternwarte Neumarkt, werden die Besucher eine neue Dimension der Sternenbeobachtung erleben.

Voll computergesteuert können automatisch auf Knopfdruck zigtausende von astronomischen Objekten angefahren, gezeigt, beobachtet und erforscht werden. Im Rahmen der Feierlichkeiten wird dieses Teleskop neuester Bauart zunächst am Freitag nach dem Festvortrag sein offizielles "First Light" erfahren, um dann am Samstag feierlich eingeweiht zu werden.

Gegenüber dem alten, "nur" 30-Zentimeter-Spiegel hat das Neue Teleskop eine um fast 60 Prozent höhere Leistungsfähigkeit. Das ausgediente bisherige Fernrohr kann noch bis Ende Juli im Vortragsraum besichtigt werden. Es wird zur weiteren Verwendung zunächst eingelagert und dann im Gartenbereich der Sternwarte für die Mitglieder eingesetzt.

Auch der Vortragsraum ist mit modernster Technik ausgestattet, damit die Besucher die neuesten Informationen in HDTV-Qualität vorab erhalten können. Ein Beamer der neuesten Generation und eine genau abgestimmte Lautsprecheranlage im THX-Kinosound / Dolby Digital vermitteln ein hautnahes Erlebnis bei einem Space-Shuttle-Start.

Entsprechend ist auch das Jahresprogramm der Fritz-Weithas-Sternwarte geplant. Das Ziel dieser Veranstaltungen ist es immer, den Besuchern die Sterne und natürlich die Astronomie in anschaulicher Weise näher zu bringen und verstehen zu lernen, hieß es.

Einige Highlights aus dem umfangreichen Programm, das bis Jahresende jede Menge Informationen bereit hält: Daneben wird es wieder individuelle Sonderführungen für Gruppen ausserhalb der Freitagsveranstaltungen geben.

Oberbürgermeister und Landrat, sowie die Vertreter der beiden Kirchen und weitere Gäste geben sich am Freitag ab 19.30 Uhr und am Samstag ab 15 Uhr im Observatorium ein Stelldichein. So werden zum Beispiel die beiden ehemaligen Vereinsvorsitzenden Götz Scheithauer und Hans-Werner Neumann sowie der derzeitige Leiter der Sternwarte Harald Liederer ihre Gedanken und Erlebnisse der letzten 40 Jahre mit den Gästen teilen.

Der Koordinator des Internationalen Astronomiejahres 2009 in der Metropolregion Nürnberg, Pierre Leich, klärt die Gäste in einem knapp 20minütigen Kurzvortrag schließlich über den Sinn und Zweck dieses Jubiläumsjahres auf. Beginnend mit der Entstehung der neuzeitlichen Astronomie bei Galilei und Kepler zeigt er auf, wie maßgeblich das Fernrohr die Welt verändert hat und warum man deshalb das Internationale Jahr der Astronomie im Jahre 2009 weltweit feiert.

Gedacht werden soll vor allem Fritz Weithas, der durch sein Engagement und seine Hartnäckigkeit beim "Heranschaffen von Geldern" dieses Observatorium auf dem Mariahilfberg erst ermöglichte. So wurde im Jahre 2007 das Neumarkter Observatorium in die "Fritz-Weithas-Sternwarte" umbenannt.

Während der Jubiläumstage werden am Samstag ab 15 Uhr Mitglieder eine Vielzahl an Teleskopen aufbauen. Das neue Kuppelteleskop steht selbstverständlich ebenfalls zur Verfügung. Bei klarem Wetter könnte es dann möglich sein, auch am Tageshimmel einen begehrten Blick zur Venus, die gut 20 Grad über dem Westhorizont steht, oder zum Mondaufgang um 19.30 Uhr oder gar einem hellen Stern zu erhaschen. Die brodelnde Sonne im h-alpha-Licht ist ebenfalls eine spannende Sache. Die ersten Sonnenflecken sind bereits zu sehen und gewaltige Sonnen-Protuberanzen züngeln am Rand der Sonne heraus.
28.06.09


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ISSN 1614-2853
15. Jahrgang
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