Christlich Soziale Union
CSU verliert Landratsamt

Der neue Landrat: Martin Meier bei der Stimmabgabe am Sonntagvormittag
Foto: Nicole Delikahya
NEUMARKT. Martin Meier von den Freien Wählern wird neuer Neumarkter Landrat - nach einem wahren Wahlkrimi mit ständig wechselnden Führungen.
Die CSU verliert damit das Neumarkter Landratsamt, nicht einmal zweieinhalb Jahre, nachdem sie mühsam das Neumarkter Rathaus nach vielen Jahren von den Freien Wählern zurückerobert hat.
Auf die Zahlen vor dem Komma schauten die Wahlbeobachter im Laufe des frühen Sonntagabends gar nicht mehr: Mehrmals wechselten die Führungen, einmal lag Martin Meier knapp vorn, das andere Mal Dr. Katharina Ziegler von der CSU, die bei den Wahlen vor zwei Wochen noch über 10.000 Stimmern mehr als ihre Gegner erreicht hatte.
Um 19.32 Uhr war dann das spannende Rennen zu Ende: mit 50,2 Prozent der Stimmen siegte Meier vor Ziegler und sicherte damit laut vorläufigem Endergebnis den Chef-Sessel im Neumarkter Landratsamt für die Freien Wähler. Bei weit über 60.000 abgegebenen Stimmen hatte am Ende der Kandidat der „Freien“ genau 270 Stimmen mehr.
Von einem „historischen Ergebnis für die Freien Wähler“ sprach Meier in einer kurzen Stellungnahme gegenüber
neumarktonline. Er telefonierte mit uns, als er vor dem Neumarkter Landratsamt stand, wo er gerade seinen Antrittsbesuch absolvieren wollte. Die Freude sei riesig bei ihm und bei den Freien Wählern, aber man wolle auch „die nötige Demut“ aufbringen angesichts der gewaltigen Aufgaben, die in den nächsten Jahren vor dem Landkreis liegen.
Den Abend mit dem Wahl-Krimi habe er übrigens „tiefenentspannt“ erlebt, sagte er etws augenzwinkernd. Das große Ziel sei es gewesen, die CSU in eine Stichwahl zu zwingen. Daß es jetzt gleich zum Landratsposten gereicht hat, sei natürlich umso erfreulicher.
Das von den Bürger geschenkte Vertrauen sei für ihn eine große Ehre. "Ich werde alles daransetzen, diesem Vertrauen gerecht zu werden und als Landrat für den gesamten Landkreis zu arbeiten“, sagte er.
Drei neue Bürgermeister
Kaum Grund zum Jubeln hatte die CSU auch bei den Bürgermeister-Stichwahlen in vier Gemeinden. Nur Tobias Maget gewann für die CSU in Freystadt die Wahl - kurioserweise gegen einen Amtsinhaber, der bei der letzten Wahl für die CSU Bürgermeister geworden war. Maget erreichte 64 Prozent, der amtierene Bürgermeister Alexander Dorr hatte mit der CSU gebrochen, nachdem er nicht als Kandidat aufgestellt wurde, und war für eine Gruppe "Frey" angetreten. Er kam bei der Stichwahl nur auf 36 Prozent.
In Hohenfels nutzte Christian Graf von der UPW seine Chancen, Bürgermeister zu bleiben. Er kam in der Stichwahl auf 56 Prozent der Stimmen. Sein Gegner Jonas Mirbeth von der ABL erreichte 44 Prozent.
Schmerzen dürfte die CSU der Verlust des Rathauses in Berching, wo Dietmar Zeller von der „Bürgerliste Berching“ mit 72,2 Prozent der Stimmen dem CSU-Bewerber Peter Hollweck (27,8 Prozent) keine Chance ließ.
In Sengenthal gewann Thomas Klein (FWG/UWG) die Stichwahl klar mit 61,6 Prozent gegen Stephan Kratzer von der CSU 38,4 Prozent.
22.03.26
Vize-Vorsitzende verläßt CSU

Annalena Dorr
NEUMARKT. Die Lunte brannte schon mindestens zwei Wochen, jetzt ging die Bombe hoch: die CSU verliert eine ihrer Vize-Kreisvorsitzenden.
Kurz nach der Wahl erklärte jetzt die stellvertretende CSU-Kreisvorsitzende Annalena Dorr ihren Austritt aus der CSU. Sie sprach dabei von einer „zunehmend angespannten Situation“ innerhalb der CSU im Landkreis, von „unhaltbaren Entwicklungen“, nicht eingehaltenen Vereinbarungen und „kaum vorhandener Zusammenarbeit im Wahlkampfteam“.
Die CSU habe sogar Social-Media-Aktivitäten von JU-Kandidaten überprüft und dafür gesorgt, daß diverse vergebene „Likes“
zurückgenommen werden mußten, hieß es.
Die Entscheidung habe sie bereits vor zwei
Wochen getroffen, ihr Entschluss sei also unabhängig vom
Wahlergebnis gefallen. Dorr kandidierte auf der Liste der Jungen Union für den
Kreistag, verpasste jedoch den Einzug.
In einer Stellungnahme nennt Dorr die zunehmend angespannte Situation innerhalb der CSU im
Landkreis Neumarkt als Grund für ihren Entschluß. Besonders seit der Nominierung von Landratskandidatin Dr. Katharina Ziegler im Mai
2025 hätten sich nach ihrer Darstellung unhaltbare Entwicklungen gezeigt.
Vereinbarungen über einen fairen Wettbewerb und anschließenden Zusammenhalt
seien nicht eingehalten worden. Stattdessen habe es Einflussnahmen auf
Delegiertenstimmen und später auch gezielte Stimmungsmache gegen einzelne
Personen gegeben.
Dorr hatte sich nach der Nominierung dem Digitalteam der Landratskandidatin
angeschlossen, um zum Zusammenhalt beizutragen. Die Zusammenarbeit im
Wahlkampfteam sei jedoch aus ihrer Sicht kaum vorhanden gewesen, das Team sei
nur unzureichend eingebunden worden. Schließlich beendete sie ihre Mitarbeit.
Zusätzlich habe die Entscheidung der Jungen Union, eine eigene Kreistagsliste
aufzustellen, zu weiteren Spannungen geführt. Innerhalb der CSU sei dies kritisch
aufgenommen worden. Der JU sei mehrfach mangelnde Unterstützung der
Landratskandidatin vorgeworfen worden. Laut Dorr seien sogar Social-Media-
Aktivitäten von JU-Kandidaten überprüft worden, diverse vergebene „Likes“
mussten zurückgenommen werden.
Auch ihr Verhältnis zur CSU-Kreisvorsitzenden Susanne Hierl sei zuletzt stark belastet gewesen.
Ein Vorschlag von Dorr, bestehende Konflikte im Kreisverband offen anzusprechen,
sei scharf zurückgewiesen worden. Dabei seien die Bezeichnungen „unverschämt“
und „rotzfrech“ gefallen. „Dieser Umgang zeugt in keiner Weise von einem respektvollen
Miteinander innerhalb der Partei“, sagte Dorr.
„Es ist absurd, wenn man bei einer Wahl nicht gespannt auf das Ergebnis wartet,
sondern darauf hofft, danach endlich austreten zu können“, sagte Dorr. Den
Zeitpunkt ihres Austritts habe sie nach der Wahl gewählt, um der
Kreistagsliste der Jungen Union keinen „zusätzlichen Gegenwind im Wahlkampf“ zu
verursachen.
Gleichzeitig hob Dorr das „kollegiale Verhältnis“ innerhalb der Jungen
Union hervor .
Ihre Entscheidung zum Parteiaustritt habe sie mehrfach hinterfragt, da ihr politisches
Engagement immer wichtig gewesen sei. Sie sehe jedoch derzeit keine Perspektive
mehr, dass sich die CSU im Landkreis Neumarkt wieder stärker auf die Gestaltung
im Sinne der Wähler konzentriert, statt auf innerparteiliche
Konflikte.
Auch künftig wolle sie sich gesellschaftlich engagieren – „jedoch außerhalb der Partei“.
10.03.26
Mitgekartelt

In Pelchenhofen wurde um die Wette geschafkopft
Foto: Mario Fellner
NEUMARKT. Viele Gäste folgten der Einladung der CSU Pelchenhofen zum Schafkopfrennen - darunter auch Landratskandidat Martin Meier von den Freien Wählern.
Eröffnet wurde die Veranstaltung dann aber doch von CSU-Landratskandidatin Katharina Ziegler. An 25 Tischen lieferten sich rund 100 Kartler einen spannenden Kampf um die Punkte.
Mit 107 Punkten und acht gewonnenen Solos sicherte sich Lothar Deyerler den ersten Platz. Nur einen Punkt dahinter erreichte Anette Fürst den zweiten Rang. Drittplatzierter wurde Reinhard Mendl.
02.03.26
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