Gesundheit

„Auf dünnem Eis“


Das Rote Kreuz macht sich Sorgen um rückläufige Blutspenden
Foto: BRK
NEUMARKT. Im Landkreis Neumarkt spendeten im letzten Jahr bei 61 Terminen 8741 Menschen Blut, hieß es vom Roten Kreuz - doch die Zahlen gehen zurück.

„Trotz einer auch im vergangenen Jahr gesicherten Versorgungslage, bewegt sich die Blutspendebereitschaft permanent auf dünnem Eis“, sagte BRK-Kreisgeschäftsführer Klaus Zimmermann.

Es bestehe eine enorme Abhängigkeit von einem kleinen Personenkreis, der mit seinem Engagement dafür Sorge tragen muss, dass jeder Mensch in Bayern an 365 Tagen im Jahr, rund um die Uhr Zugriff auf ausreichend Blutpräparate hat, hieß es. In Bayern gewährleisten zum Beispiel 248.768 Menschen die sichere Blutversorgung von etwa 13,4 Millionen Bürgern.


Auch beim so dringend benötigten Nachwuchs sind die Zahlen aktuell rückläufig. Leisteten in Bayern im Jahr 2023 noch 49.874 Menschen zum ersten Mal eine Blutspende, waren es 2024 nur noch 45.113, die eine Blutspende-Karriere starteten.

Im Landkreis Neumarkt haben Blutspender zwischen 18 und 45 Jahren die Möglichkeit, auf allen Terminen des Blutspendedienstes des Bayerischen Roten Kreuzes als Stammzellspender registrieren zu lassen.

Im März gibt es im Landkreis nur drei Termine:
03.03.25

„Krankschreibungen ernst nehmen“


Die Gewerkschaften appelieren an Neumarkter Firmen-Chefs, Krankmeldungen ihrer Mitarbeiter ernst zu nehmen
Foto: Gewerkschaft
NEUMARKT. Angesichts der kursierenden Grippewelle appelliert die Gewerkschaft an die Firmen-Chefs im Landkreis, Krankmeldungen ernst zu nehmen.

Viel zu schnell würden Beschäftigte, die sich krankmelden, in die „Blaumacher-Schublade“ gepackt, hieß es. Das könne nach Meinung der Gewerkschaft schnell zum Bumerang werden.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten wandte sich in einer Mitteilung direkt an die rund 3520 Betriebe im Landkreis Neumarkt und rief zu mehr Verständnis bei Krankmeldungen auf. Die Gewerkschafts-Geschäftsführerin Regina Schleser appellierte an die Chef-Etagen im Landkreis: „Bei Fieber fair bleiben.“

„Wer sich lieber krank zur Arbeit schleppt, statt zum Arzt zu gehen und sich zu Hause auszukurieren, tut sich selbst keinen Gefallen damit“, so Schleser. Außerdem bringe es auch nichts, andere am Arbeitsplatz mit Erkältung oder Grippe anzustecken.


Wenn Beschäftigte allerdings Angst davor haben müßten, sich krank zu melden, dann stimme etwas nicht. Denn Gesundheit am Arbeitsplatz sei kein „Nice-to-have-Faktor“. Gesundbleiben sei vielmehr „ein Muss für den Job“. Vor allem dürfe die Arbeit selbst nicht krank machen: „Zu viele Überstunden, enormer Zeit- und Arbeitsdruck, Mobbing, Schikanen, psychischer Druck – das alles kann schnell auf die Gesundheit gehen“, warnte Schleser.

Es sei wichtig, insbesondere auch auf Stress zu reagieren. Der entstehe oft schon durch fehlende Pausen und durch Arbeitszeiten, die – gerade bei Nacht- und Schichtarbeit – zur Belastung würden. Aber auch schlecht ausgestattete Arbeitsplätze seien ein wichtiger Punkt: „vom billigen Bürostuhl bis zum permanent schweren Heben“. „Wer an Dingen spart, die den Job einfacher machen und die Gesundheit schonen, spart am falschen Ende“, sagte die Gewerkschafterin.

Kritisch seien auch unfaire Abläufe: „Es kann nicht sein, dass immer die Gleichen die Arbeiten machen müssen, die sonst keiner machen will“.

Entscheidend sei, dass der Lohn vom ersten Krankheitstag an fortgezahlt werde.Das sei für die Gewerkschaften nicht verhandelbar.
27.02.25

40 Minuten bis zur Klinik


Im Süden des Landkreises gibt es die längsten Krankenhauswege Bayerns
Foto: Archiv
NEUMARKT. Wenn man im Landkreis Neumarkt schwer verunglückt sollte dies möglichst nicht im Süden geschehen - da sind die Chancen schlechter.

In der Gemeinde Breitenbrunn haben zum Beispiel die Bewohner bayernweit im Schnitt den längsten Weg in ein Krankenhaus. Ähnlich schlecht ist die Situation in Seubersdorf oder Dietfurt.

Darüber berichtete der Bayerische Rundfunk, der eine interaktive Karte veröffentlichte, in die die Daten des „Science Media Centers“ eingearbeitet wurden. Nach diesen Daten brauchen im Raum Breitenbrunn Patienten knapp 40 Minuten, bis sie in ein Krankenhaus gebracht werden können - je nach genauem Wohnort sind es 32 bis 44 Minuten. Ähnlich schlechte Werte haben auch Dietfurt, Seubersdorf , Parsberg, Lupburg und Hohenfels.


Zum Vergleich: in der großen Kreisstadt Neumarkt braucht es zwischen einer und 17 Minuten - durchschnittlich sechs Minuten - bis ein Unfallopfer oder ein Erkrankter im Notfall im Klinikum ist.

Die langen Fahrtzeiten im südlichen und östlichen Landkreis gibt es seit 2020 - damals wurde das Parsberger Krankenhaus aus Wirtschaftlichkeits-Gründen geschlossen.

Im Neumarkter Landratsamt will man die schlechten Noten für den südlichen Landkreis so nicht gelten lassen: durch den Hubschrauber-Landeplatz auf dem Dach des Neumarkter Klinikums sei die Notfallversorgung im Landkreis verbessert, hieß es gegenüber dem BR. Zudem wurde auch die Rettungswache und der Notarztstandort in Parsberg sowie ein neuer Rettungsdienst-Standort in Seubersdorf erwähnt.
26.02.25
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ISSN 1614-2853
15. Jahrgang
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