Kirchen
"Sonntag gehört Gott"
NEUMARKT. (pde) -Mit einem leidenschaftlichen Appell ermunterte der Eichstätter Bischof Dr. Walter Mixa die Jugendlichen beim Weltjugendtag, regelmäßig die Heilige Messe zu besuchen.
Mixa zeigte sich im Rollstuhl, nachdem er vor einigen Wochen bei einem Treppensturz verunglückt war (
wir berichteten)

"Wer ein Freund von Jesus ist, der kommt", meinte er bei der Katechese in der vollbesetzten Kölner Kirche St. Stephan, an der auch rund 300 Jugendlichen aus dem Bistum Eichstätt teilnahmen. Die Ansprache am Donnerstag stand unter dem Motto "Christus in der Eucharistie begegnen." Dabei zeigte Mixa Verständnis dafür, dass Jugendliche den Gottesdienst manchmal als langweilig empfinden würden. Aber die Messfeier sei lebensnotwenig. "Ohne sie können wir nicht leben".
Deutlich wies der neu ernannte Bischof von Augsburg auf den Unterschied zwischen dem Abendmahl Jesu und dem Mahl mit den Sündern hin. Allen Bestrebungen, die Eucharistie zu verwässern, erteilte er eine Absage. Auch eine Einladung an evangelische Christen sei nicht möglich, da die Eucharistiegemeinschaft die Kirchengemeinschaft voraussetze. So müsse man nämlich bedenken: "Wer zur Kommunion geht, isst den Papst mit, isst den Bischof mit, isst die ganze katholische Glaubenslehre."
In seiner Katechese ging Bischof Mixa auch auf die "Sehnsucht vieler Menschen nach Liebe und Beheimatung ein". Diese Sehnsucht sie es auch gewesen, die die Heiligen Drei Könige aus dem Osten voran getrieben habe. Deswegen folgten sie dem Stern. Gefunden haben sie ein kleines Kind in einem Stall von Betlehem. Mit ihm sei ein neues Zeitalter der Hoffnung angebrochen. "Dieser Stern ist nicht untergegangen wie eine Sternschnuppe", meinte der Bischof. Auch heute noch könne Jesus die Menschen von ihren Ängsten befreien, weil er da sei für die anderen. Das erfülle sich gerade in der Eucharistie, in der Jesus nicht nur Brot und Wein verwandelt, sondern auch die Menschen. "Wir gehen anders aus der Kirche heraus, als wir herein gekommen sind", so der Bischof.
18.08.05
An der Seite des Papstes
NEUMARKT. Einer der engsten Begleiter von Papst Benedikt XVI. beim Weltjugendtag ist ein ehemaliger Neumarkter Kaplan.
Wenn Papst Benedikt XVI. am 18. August zum Weltjugendtag nach Köln kommt, gehört ein Eichstätter Diözesanpriester zu seiner engsten Begleitung: Monsignore Dr. Christoph Kühn, Leiter der deutschsprachigen Abteilung des Päpstlichen Staatssekretariates.
Christoph Kühn wurde 1990 in Eichstätt zum Priester geweiht. Er war Kaplan in Neumarkt/St. Johannes und Greding, bevor er 1993 zu einer speziellen Ausbildung an der Päpstlichen Diplomatenakademie und zu einer Promotion im Fach Kirchenrecht freigestellt wurde. Nach dem Abschluss seiner Studien in Rom trat Kühn 1997 in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein.
Wie die Katholische Nachrichtenagentur (KNA) berichtet, gilt die Berufung ins "seguito papale", ins päpstliche Gefolge, als hohe Ehre, bedeute aber weniger Repräsentation als vielmehr arbeitsintensive Dienstleistung.
Gemessen an Auslandsreisen des US-Präsidenten oder der Queen reise der Papst mit kleinem Gefolge und nehme mit, wen er zur Wahrnehmung seiner Aufgaben als Kirchen- und Staatsoberhaupt während der Reise brauche. Angeführt wird das Gefolge von Kardinal-Staatssekretär Angelo Sodano.
Weitere wichtige Mitglieder sind der vatikanische "Innenminister" Erzbischof Leonardo Sandri, der päpstliche Zeremonienmeister Erzbischof Piero Marini, der Reisemarschall Bischof Renato Boccardo und der Privatsekretär des Papstes, der aus dem Erzbistum Freiburg stammende Monsignore Georg Gänswein.
16.08.05
Jugendliche verabschiedet
NEUMARKT. (pde) - Mit einem feierlichen Reisesegen hat Bischof Walter Mixa die Teilnehmer aus dem Bistum Eichstätt und die internationalen Gäste zum Weltjugendtag nach Köln ausgesandt.
Beim Pontifikalgottesdienst zum Fest Mariä Aufnahme in den Himmel im Eichstätter Dom wünschte der Bischof den Teilnehmerinnen und Teilnehmern erlebnisreiche Tage, aus denen alle gestärkt in den Alltag zurückkehren.
Mit den Wochenendteilnehmern und den freiwilligen Helfern sind 2.500 junge Christen aus dem Bistum zur Teilnahme am Weltjugendtag angemeldet; 1460 Gäste aus 16 Nationen waren an den „Tagen der Begegnung“ bei Gastfamilien in der Diözese untergebracht. „Wir sind einander näher gekommen im Glauben und im Leben - wir haben uns gegenseitig beschenkt“, stellte Bischof Mixa zum Abschluss der vier Begegnungstage fest.
In seiner Predigt betonte Bischof Mixa, dass gerade das Fest Mariä Himmelfahrt signalisiere, welchen Wert das Leben des Menschen habe. Jedes menschliche Leben sei vor Gott gleich wertvoll und dürfe in seiner Würde nicht angetastet oder gar zerstört werden. Der zwanzigste Weltjugendtag in Köln sei ein Bekenntnis zu Jesus Christus, der sich als Sohn Gottes vorbehaltlos an die Seite des Menschen gestellt habe. Durch den Glauben an den einen und wahren Gott, der in Jesus Christus Mensch geworden sei, könne eine Zivilisation der Gerechtigkeit der Liebe und des Lebens geschaffen werden. „Das sind die Wurzeln für den Aufbau einer menschenwürdigen Gemeinschaft“, so Bischof Mixa.
Mit dem festlichen Gottesdienst, an dem Gäste aus Indien, Polen, Spanien, Frankreich, Madagaskar und Ghana teilnahmen, wurde zugleich das Patrozinium des Eichstätter Mariendoms gefeiert.
15.08.05
"Bausteine der Freundschaft"
NEUMARKT. (pde) „Baumeister werden einer neuen Zivilisation der Gerechtigkeit und der Liebe“ - dieser Aufruf, den Papst Johannes Paul II. an die Jugend der Welt gerichtet hat, war Motto einer internationalen Jugendvesper am Freitagabend in der Abtei Plankstetten bei Berching. An dem Treffen im Rahmen der „Tage der Begegnung“ nahmen rund 1.000 Gäste teil.
Das Anliegen des Papstes kam auch in den Worten zum Ausdruck, die Bischof Dr. Walter Mixa den Gottesdienstbesuchern aus Europa und Übersee mit auf den Weg gab. Nach dem Gottesdienst freute sich der diözesane Weltkirche-Referent Gerhard Rott über einen „historischen Moment“: Zum ersten Mal trafen im Bistum Eichstätt junge Menschen aus den beiden Eichstätter Partnerdiözesen, Poona (Indien) und Gitega (Burundi), aufeinander.
Zum Auftakt der Jugendvesper in der Abteikirche errichteten junge Leute mit Diözesanjugendpfarrer Martin Geistbeck aus Ziegelsteinen und einem Holzbalken ein großes Kreuz, über dessen tieferen Sinn Bischof Mixa anschließend zu den Jugendlichen sprach. Baumeister einer neuen Zivilisation der Gerechtigkeit und der Liebe zu sein, das bedeute nicht „Macher und Manager“ zu sein, betonte Bischof Mixa. Nur einer, der Gekreuzigte, könne einem jedem Gerechtigkeit und Liebe geben. „Er hat sie uns ein für alle mal geschenkt, indem er jeden Menschen in seiner persönlichen Würde angenommen hat“. Er habe Kinder gesegnet, Sünder wieder aufgerichtet, Kranken neue Hoffnung gegeben. Niemand habe eine größere Liebe als der, der sein Leben gibt für seine Freunde. „Und weil wir so hineingenommen sind in die Liebe Gottes durch Jesus, können wir es jetzt wagen, Baumeister einer neuen Zivilisation der Gerechtigkeit und der Liebe zu werden“, so der Bischof. Aus eigener Kraft „können wir ganz wenig, aber in der Freundschaft mit ihm können wir alles erreichen“. Die Worte des Bischofs wurden in drei Sprachen - englisch, französisch und italienisch - übersetzt. Als Dolmetscher fungierten Salvador D'Souza (Poona), Kaplan Marcel Akoumany und der italienische Bischof Arrigo Miglio.
In mehreren Sprachen trugen Jugendliche anschließend frei formulierte Fürbitten vor und brachten ihren Dank zum Ausdruck, „ ...dass wir sicher hier angekommen sind und diese Gelegenheit nutzen können, voneinander zu lernen“ und „... dass jeder für sich etwas mit nach Hause nimmt“. Nach dem Schlussgebet dankten die Organisatoren der Jugendvesper (diesmal das „Schneemühlen-Team“ mit Pfarrer Reinhard Stadler und Jugendpflegerin Martha Gottschalk) dem scheidenden Bischof Walter Mixa für seine mehrfache Teilnahme an den Jugendgottesdiensten in Plankstetten und versicherten: „Wir werden Sie immer in unser Gebet mit hineinnehmen“.
Ausgelassene Stimmung herrschte beim anschließenden Treffen in der Turnhalle, bei dem Weltkirche-Referent Rott Gäste aus Gitega und Poona miteinander ins Gespräch brachte. Inder, Italiener und Franzosen tanzten und sangen gemeinsam mit den deutschen Gastgebern lautstark im Kreis und boten einen lebhaften Vorgeschmack auf die kommenden Tage in Köln.
14.08.05
Übrigens: Sie können jetzt alle Themen aus
neumarktonline auch im
NEUMARKTER FORUM diskutieren