Landwirtschaft
"Zahlungen gesichert"
NEUMARKT. Die Finanzierung der Gemeinsamen Agrarpolitik für das Jahr 2014 hat nach Angaben von MdEP Albert Deß die vorletzte Hürde genommen.
Der Landwirtschaftsausschuss des Europäischen Parlaments billigte die Übergangsregeln für die Finanzierung der Direktzahlungen an Landwirte sowie die ländliche Entwicklung.
"Damit sorgt der Landwirtschaftsausschuss des Europäischen Parlaments für Planungssicherheit statt Finanzchaos. Europas Landwirte müsse keine Angst haben, am 1. Januar 2014 vor einer Finanzierungslücke zu stehen, weil der mehrjährige EU-Haushalt noch nicht abschließend beschlossen ist", sagte der landwirtschaftspolitische Sprecher der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament und zuständige Parlamentsberichterstatter Deß.
Auch viele Landkreise und Gemeinden könnten weiter Anträge auf EU-Mittel zur Förderung des ländlichen Raums stellen. Die jetzt beschlossenen Übergangsregeln stellten die Finanzierung von erster Säule (Direktzahlungen) und zweiter Säule (ländliche Entwicklung) für den Übergang zum nächsten mittelfristigen EU-Haushalt sicher. Zuvor hatte der EU-Ministerrat den Parlamentsbericht fast unverändert übernommen. Das Votum des Ausschusses muss noch durch das Plenum des Europäischen Parlaments bestätigt werden.
05.11.13
"Wichtige Klammer"
NEUMARKT. Zum Internationalen Welternährungstag am Mittwoch verwies MdEP Albert Deß auf die wichtige Rolle der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU für die Ernährungssicherheit in Europa.
"Die europäische Agrarpolitik war von Anfang an die wichtigste Klammer, die die Gründerstaaten der EU zusammengehalten hat. Ziel war es, den Hunger und die Nahrungsmittelknappheit in der Nachkriegszeit zu überwinden", so der agrarpolitische Sprecher der EVP-Fraktion Albert Deß.
Wie die Welternährungsorganisation (FAO) berichtet, steigt die weltweite Nachfrage nach Nahrungsmitteln. Deshalb steht die Landwirtschaft vor der großen Herausforderung, die Nahrungsmittelproduktion auszuweiten, um bis 2050 zusätzlich drei Milliarden Menschen mit Nahrungsmitteln versorgen zu können. "Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, muss Europa künftig mehr produzieren und dabei noch effizienter und nachhaltiger wirtschaften", betont der Agrarpolitiker Albert Deß.
Der FAO zufolge wächst die landwirtschaftliche Produktion - weltweit gesehen - zu langsam und kann deshalb nicht effizient genug zur Verminderung der Hungersnot beitragen. Um die steigende Nachfrage nach Lebensmitteln zu bewältigen, müsse die landwirtschaftliche Produktion laut FAO um 60 Prozent erhöht werden. "Damit dieses Ziel erreicht werden kann, müssen Innovationsförderung und Agrarforschung einen höheren Stellenwert erhalten. Notwendig ist darüber hinaus aber auch der Einsatz von moderner Technologie, um noch nachhaltiger und bodenschonender wirtschaften zu können", betont Albert Deß.
15.10.13
Milchbauern besucht

Die Politiker bei der Hof-Führung in Dantersdorf
NEUMARKT. Die BDM-Milchbauern im Landkreis Neumarkt hatten die Kandidaten aller Parteien eingeladen - und SPD, Grüne und Freie Wähler kamen.
Zur Hof-Tour auf dem Milchviehbetrieb von Fritz Wienert in Dantersdorf waren die Kandidaten der SPD mit Brigitte Bachmann (Bundestag) Carolin Braun (Landtag) und Gertrud Heßlinger (Bezirkstag) sogar vollzählig erschiedenen. Mit dabei waren auch Grünen-Kandidat Roland Schlusche (Landtag) und die Kandidaten der Freien Wähler, Hans Gerngroß (Landtag) und Mathias Penkala (Bundestag).
Ziel war es, die Politiker zu informieren und zu sensibilisieren für die Belange der Landwirtschaft, hieß es. "Faire Milch" sei mittlerweile ein bekanntes "Label", das nichts von seiner Aktualität verloren habe.
In der Diskussion nach der Hofführung wurden viele Probleme der Milchviehhalter aufgezeigt.
Den Politikern war wichtig, dass der Verbraucher noch den Überblick behalte, und sich nicht Großkonzerne in die Produktion einmischten. Schließlich sei die bäuerliche Landwirtschaft ein immens wichtiger Teil unserer Kulturlandschaft, den es zu erhalten gilt, hieß es.
12.09.13
Drei Wochen Verzögerung

Am Freitag fand das traditionelle Ernte-Pressegespräch statt.
NEUMARKT. Die ungünstige Witterung hat auch den Landwirten im Landkreis Neumarkt zu schaffen gemacht, hieß es beim Erntepressegespräch am Freitag am Neumarkter Stadtrand. In anderen oberpfälzer Gebieten kam auch noch das Hochwasser hinzu.
"Das Hochwasser hat Äcker und Wiesen überflutet, junge Pflanzen und ganze Ernten wurden vernichtet", sagte Franz Kustner, Bezirkspräsident des Bayerischen Bauernverbandes Oberpfalz beim Erntepressegespräch des BBV-Bezirksverbandes auf dem Betrieb von Josef Liedlbier in Ungenricht bei Neumarkt. Dazu kommt der lange Winter und widrige Witterungsverhältnisse im Mai und Juni: "Die Bauern können deshalb erst zwei bis drei Wochen später mit der Ernte beginnen."
In der letzten Woche startete bei schöner Witterung die Wintergerstenernte 2013. Und jetzt rollen wieder die Mähdrescher. Sommergerste, Roggen, Triticale, Raps und Winterweizen befinden sich noch in der Korneinlagerungsphase. "Wir brauchen jetzt dringend zwischendurch Regen und dazu einige Tage oder Wochen mit Sonnenschein. Die Haupternte wird erst Anfang oder Mitte August in vollem Gange sein", sagte Kustner.
Trotz großer Schäden durch Witterung und Hochwasser erwarten die Landwirte in der Oberpfalz eine nur "unterdurchschnittliche" Getreideernte. "In diesem Jahr kamen die ertragsreicheren Winterkulturen gut über den Winter", sagte Kreisobmann Martin Schmid. Nach ersten Schätzungen muss trotzdem mit Totalausfällen auf rund vier Prozent der Acker- und Grünlandfläche in der Oberpfalz gerechnet werden.
"Auf unseren Böden, vor allem in den Tallagen gab es größere Probleme mit der Feuchtigkeit. Nach dieser extremen Nässe haben die Pflanzen nur flach gewurzelt und bei der jetzigen Trockenheit ist mit einer Notreife des Getreides zu rechnen", erklärt Schmid. Zurückhaltend sind auch die Erwartungen bei den Sommerrungen: "Die Sommergerste hat sich sehr unterschiedlich entwickelt und vor allem der Mais ist in seiner Entwicklung deutlich zurück", so BBV-Bezirkspräsident Kustner.
Auch bei Zuckerrüben oder Kartoffeln führt eine späte Aussaat sowie der kühle und nasse Frühsommer zu gedämpften Erwartungen. "Deshalb ist bei den sogenannten Hackfrüchten mit Einbußen zu rechnen." Der Bauernverband geht davon aus, dass die Landwirte in der Oberpfalz eine geringere Ernte als in den letzten Jahren einfahren werden.
"Doch neben der Menge entscheidet die Qualität, ob die Ernte zufriedenstellend ausfällt", sagte Betriebsleiter Josef Liedlbier. "Nur wenn das Wetter zur Erntezeit mitspielt, kann Weizen oder Gerste auch wirklich zum Backen oder Bierbrauen verwendet werden." Deshalb wünscht sich Landwirt Liedlbier "einen nicht zu heißen Juli mit etwas Regen für eine gute Kornfüllung und dann einen warmen und vor allem trockenen August für eine reibungslose Ernte".
Besonders entlang der Donau sowie in Bereichen Naab und Schwarzach hat das Hochwasser Land und Leute massiv getroffen. Insgesamt sind in Bayern nach Schätzungen des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums fast 70.000 Hektar Acker- und Grünland vom Hochwasser betroffen: 35.000 Hektar Grünland, 30.000 Hektar Ackerland, 2.500 Hektar Gemüsebau und Sonderkulturen. Die Oberpfalz ist dabei vergleichsweise glimpflich davon gekommen.
Das ganze Ausmaß der Schäden ist aber selbst heute noch nicht abschätzbar. Insgesamt muss in der bayerischen Land- und Forstwirtschaft von Schäden in Höhe von mindestens 115 Millionen Euro ausgegangen werden. Zudem sorgten in diesem Jahr viele Unwetter mit heftigen Niederschlägen und Hagel in mehreren Landkreisen für zusätzliche Überschwemmungen und Schäden an Hof und Flur. Neben enormen Verlusten an den Kulturen, unter anderem im Gemüsebereich, hat es eine Anzahl von Betrieben mit der gesamten Hofstelle einschließlich ihrer Wohngebäude getroffen, so BBV-Bezirkspräsident Franz Kustner. Entsprechend hoch sind dann auch die Schäden.
Auf dem Weltmarkt sind heuer keine Sondereffekte – wie beispielsweise die Hitze und Trockenheit in den USA und der Schwarzmeerregion 2012 – erkennbar. Doch auf einem globalen und volatilen Markt seien Vorhersagen nahezu unmöglich geworden. Neben Erntemengen gewinnen auch außerlandwirtschaftliche Einflüsse wie Wirtschaftswachstum, Dollarkurs oder Turbulenzen an den Finanzmärkten immer mehr Einfluss auf die Erzeugerpreise in Bayern. Den Getreide- und Rapsbauern rät Kustner sich regelmäßig zu informieren und die Märkte genau zu beobachten. Sein Rat für eine gelungene Vermarktung: "In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt: Wer seine Verkäufe aufteilt, fährt unter dem Strich ganz gut".
19.07.13
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