Landwirtschaft
"Weichen für Zukunft"
NEUMARKT. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter wählt am Donnerstag seine Landkreisvertreter und Landesdelegierten.
Die Mitgliederversammlung des Landkreises Neumarkt findet am Donnerstag um 20 Uhr
im Gasthaus Zur Adelburg in Velburg-Hollerstetten statt.
Bei der Veranstaltung spricht Beiratsmitglied Johannes Pfaller zum Thema "GAP 2013" und über "Aktuelles vom BDM"
Gerade in der jetzigen Zeit, in der auf allen Ebenen intensiv über die Reform der europäischen Agrarpolitik diskutiert wird, sollte man sich über die weitreichenden Auswirkungen dieser Entscheidungen informieren, heißt es in der Einladung.
Nicht nur für Milchbauern, sondern für alle Verbraucher und die gesamte Bevölkerung des ländlichen Raumes würden damit entscheidende Weichen für die Zukunft gestellt.
03.08.11
Spende übergeben

Die Spende ging an den "Bäuerlichen Hilfsdienst"
NEUMARKT. Hilf und lass dir helfen" lautet der Slogan des Bäuerlichen Hilfsdienstes e. V. mit Sitz in München.
Auch der Bayerische Bauernverband Neumarkt unterstützt diese Einrichtung. So haben die Landfrauen beim diesjährigen Landfrauentag in Neumarkt einen Betrag von über 800 Euro gespendet. Kreisbäuerin Stilla Klein überreichte diesen Betrag an die Leiterin der Landfrauenabteilung, Dr. Andrea Fuß, die diese Spende an den "Bäuerlichen Hilfsdienst" in München weiterleitet.
Von dort aus wird, unterstützt vom Bayerischen Bauernverband, unverschuldet in Not geratenen bäuerlichen Familien geholfen.
31.07.11
"Gefragte Arbeitskräfte"

In Niederhofen wurde für den Beruf des Landwirts geworben
NEUMARKT. Landwirtschaftsamt, Bauernverband und Berufsschule stellten die Ausbildung zum Landwirt vor - einem "vielseitigen Beruf mit Perspektiven".
Unter diesem Motto informierten sie am Freitag über die vielfältigen Bildungswege und Ausbildungsmöglichkeiten. Auf dem landwirtschaftlichen Betrieb von Georg Guttenberger in Niederhofen stellten vier Auszubildende ihren Ausbildungsberuf vor.
Landwirtschaftsdirektor Johannes Hebauer bezeichnete eine Lehre nicht nur für Hofnachfolger als interessante Möglichkeit. "Die Nachfrage nach gut ausgebildeten Landwirten ist im vor- und nachgelagerten Bereich groß, die Berufsaussichten außerhalb des elterlichen Betriebes sind hervorragend." Kreisobmann Martin Schmid sagte, dass Betriebsleiter mit einer fundierten Ausbildung deutlich höhere Gewinne erzielten.
Studiendirektor Walter Janka von der Berufsschule Neumarkt und Ausbildungsberater Wolfgang Denk informierten über den Ablauf der dreijährigen Ausbildung zum Landwirt. Nach Abschluss der Haupt- oder Realschule schließt sich ein Berufsgrundschuljahr an. In der Ausbildung gibt es den wöchentlichen Praxistag, wo in sechs Schulstunden grundlegende Fertigkeiten in Landtechnik, Tier- und Pflanzenproduktion vermittelt werden.
Nach erfolgreichem Besuch des Berufsgrundschuljahres schließt sich eine zweijährige betriebliche Ausbildung auf einem anerkannten Ausbildungsbetrieb an. Dies kann für maximal ein Jahr auch der elterliche Betrieb sein, was aber grundsätzlich nicht empfohlen werde. Daneben muss einmal in der Woche die Berufsschule besucht werden. Nach insgesamt drei Jahren schließt sich die landwirtschaftliche Gehilfenprüfung an.
Martin Geier aus Krondorf berichtete über seine Erfahrungen und betonte, dass vor allem die Fremdlehre in anerkannten Ausbildungsbetrieben wertvolle Erfahrungen gebracht habe, die er nicht nur aus fachlicher, sondern vor allem aus menschlicher Sicht als "unersetzlich" bezeichnete.
Kreisobmann Martin Schmid stellte die Fördermöglichkeiten für die landwirtschaftliche Auszubildenden vor. Nach seinen Erfahrungen gibt es "keine arbeitslosen Landwirte", er könne im Gegenteil die Nachfrage nach den vielseitig talentierten und ausgebildeten Landwirten oft nicht decken.
Nach dem Besuch der Landwirtschaftsschule mit Meisterprüfung kann noch die Qualifizierung als Agrarbetriebswirt draufgesetzt werden. Hebauer schilderte die Möglichkeiten, als Betriebshelfer oder Dienstleistungsanbieter aufzutreten. Arbeitskräfte mit der sehr vielseitig angelegten landwirtschaftlichen Ausbildung hätten immer sehr gute Aussichten. Auch die Technikerschule qualifiziere für Dienstleistungsberufe. Beide Wege könnten sogar bis zur Hochschulreife führen.
15.07.11
Gemischte Erwartungen

Sorgen um die aktuelle Ernte machte man sich beim traditionellen "Ernte-Pressegespräch"
NEUMARKT. Die Witterungsverhältnisse in diesem Jahr sind wieder ein entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Ernte 2011, stellte BBV-Bezirkspräsident Franz Kustner beim Ernte-Pressegespräch des Bayerischen Bauernverbandes im Bezirksverband Oberpfalz heraus.
Extreme und lang anhaltende Trockenheit und Hitze, verbunden mit zwei Spätfrösten, haben den landwirtschaftlichen Kulturen im April/Mai stark zugesetzt. Die Niederschläge Ende Mai/Anfang Juni kamen für viele Regionen zu spät.
Im gesamten Vegetationsverlauf kann die Natur viel ausgleichen, erklärt Präsident Kustner, aber Extrem-Ereignisse, wie zum Beispiel die diesjährigen Spätfröste und Frühjahrs-Trockenheit, verursachen großen Schaden. Betriebsleiter Ely Eibisch informiert, dass in seinen Getreidefeldern vor allem bei
Triticale durch den fehlenden Regen nur eine sehr geringe Bestockung erfolgte. Das heißt, auf dem Acker stehen weit weniger Ähren als in normalen Jahren. Jetzt hofft Eibisch auf eine möglichst gute Ährenausbildung, damit der bereits absehbare Minderertrag verringert wird.
Besondere Sorgenkinder in diesem Jahr sind Wintergerste und Raps. Hier kam der Regen zu spät und in ganz Bayern werden teilweise extreme Einbußen bis über 50 Prozent erwartet. Erste Druschergebnisse bei Wintergerste würden diese Prognose "leider bestätigen". Zudem erschwert sogenannter "Zwiewuchs" die Ernte. Bei Zwiewuchs bildet die fast reife Pflanze neue Triebe: Reife und grüne Körner stehen zusammen am Halm. Das verzögert und erschwert das Dreschen, weil die grünen "nassen" Pflanzenteile die Erntemaschinen verstopfen können. Zudem fallen zusätzliche Kosten für die Trocknung an.
Bei der Sommergerste befürchten viele Landwirte, dass sich die Trockenheit auch auf die
Qualität der Ernte ausgewirkt hat. Wegen der niedrigen Erträge und der hohen Stickstoff-Mineralisierung könnten die Proteingehalte die Qualitätsvorgaben für Braugerste nicht erfüllen.
"Bei Weizen haben die Ackerbauern noch die größte Hoffnung, dass zumindest bei einem optimalen Reifungsprozess eine durchschnittliche Ernte erzielt werden kann", so Kustner. "Dies gilt aber nur für Gebiete, in denen der Weizen Anfang Juni durch die Trockenheit nicht geschädigt wurde", fügte er hinzu. Welche Mengen und Qualitäten die Getreideernte 2011 bringen wird, so Kustner, werde man erst wissen, wenn das Getreide gewogen in der Scheune ist. Insgesamt stehen in Oberpfalz über 150.000 Hektar Getreide zur Ernte an. Damit zählt die Region zu den Schwerpunkten des Getreideanbaus in Bayern.
Große Freude bereitet den Landwirten die bisherige Entwicklung der Maisbestände, berichtet Präsident Kustner. In diesen Tagen beginnt in vielen Beständen bereits das sogenannte
"Fahnenschieben" und damit ein früher Start der Maiskolben-Bildung. Dagegen haben
zahlreiche Grünlandbauern beim ersten Schnitt eine katastrophale Ernte eingefahren. Teilweise wird von Ertragsverlusten von weit über 50 Prozent berichtet. Gute Erträge konnten jetzt aber beim zweiten Grünlandschnitt geerntet werden.
Die Landwirte hoffen jetzt, dass sich die positiven Preisentwicklungen seit der letzten Ernte fortsetzen. "Für einen Preisdruck durch die Handelsunternehmen gibt es keine begründete Marktfaktoren", so Kustner. Wegen höherer Erzeugerpreise brauchen die Verbraucher aber keine Angst haben, dass die Lebensmittelpreise stärker ansteigen. Anhand von einigen Beispielen versuchte Präsident Kustner zu zeigen, dass der landwirtschaftliche Erzeugerpreis-Anteil "bei vielen Lebensmitteln einen sehr geringen Umfang" einnimmt.
So beträgt der Getreidepreis-Anteil beim Kilo Mischbrot aktuell 24 Cent am Verkaufspreis und bei einer Semmel ist der Weizenpreis-Anteil bei rund einem Cent am Ladenpreis. "Nicht berauschend" ist auch der Braugersten-Anteil beim Bierpreis mit etwa drei Cent je Halbe Bier.
Bei schlechten Braugerstenpreisen brauchen sich die Bierbrauer nicht zu wundern, wenn sich die Landwirte nach Anbau-Alternativen umschauen, hieß es. "Würden sich die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise verdoppeln, so müssten dadurch die Lebensmittelpreise nur um wenige Cent steigen", sagte Kustner.
BBV-Bezirkspräsident Franz Kustner bat die Bevölkerung "im Namen aller Oberpfälzer Landwirte" um Verständnis für die Ernte-Aktivitäten, vor allem wenn in den nächsten Wochen bei hoffentlich gutem Druschwetter die Erntemaschinen bis spät in die Nacht arbeiten oder man auf der Straße mal ein Stück langsam hinter den landwirtschaftlichen Fahrzeugen herfahren muss.
08.07.11
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