Landwirtschaft
Hinter den Erwartungen
NEUMARKT. Vertreter aller Erzeugergemeinschaften aus der Oberpfalz trafen sich zum Jahresgespräch "Kartoffelernte Oberpfalz 2012" im Kartoffellager der Neumarkter firma Burgis.
Das Geschäftsführer-Duo Christine Dietmayr und Timo Burger richtete das diesjährige Treffen aus. Zielsetzung des Gespräches war neben dem Erfahrungsaustausch in erster Linie die Feststellung der diesjährigen Situation auf dem bayerischen Kartoffelmarkt, nachdem die Ernte abgeschlossen und bewertet ist, und die daraus resultierenden Konsequenzen für den Markt der Kartoffelerzeugnisse.
Nach einem Rundgang durch das Kartoffellager begaben sich die Teilnehmer an den runden Tisch und fassten die derzeitige Lage zusammen. Auch in diesem Jahr muß wieder ein weiterer Rückgang der Anbaufläche in Bayern von gut 80 Prozent verbucht werden, hieß es. Hinzu kommt, dass die Ernte in Bayern, genauso wie im Bundesdurchschnitt, hinter den Erwartungen zurückblieb. Die Qualität der Kartoffeln wird von den Experten zwar einstimmig als gut eingestuft, aber wegen der anhaltenden Trockenheit in diesem Jahr ist die Erntemenge sehr viel geringer ausgefallen als im vergangenen Jahr. Aus diesem Grund muss der Handel, und damit letzlich auch der Verbraucher, von einer Preiserhöhung für Kartoffelprodukte ausgehen.
06.11.12
Verwunderung über Halbierung
NEUMARKT. MdEP Albert Deß sprach sich für mehr Stetigkeit bei der Biospritförderung und für mehr Planungssicherheit der Produzenten aus.
Die gemeinsamen Pläne der EU-Kommissare Oettinger (Energie) und Heedegard (Umwelt), die vorsehen, dass der Anteil konventioneller Biokraftstoffe, der auf die EU-Klimaziele angerechnet werden kann, auf maximal fünf Prozent am Gesamtenergieverbrauch des Transportsektors begrenzt werden soll, sorgen bei Albert Deß, dem agrarpolitischen Sprecher der EVP-Fraktion, für Verwunderung.
Noch im Juni 2010 beschloss der Europäische Rat den Anteil der Biokraftstoffe am Gesamtenergieverbrauch des Transportes auf zehn Prozent bis 2020 zu erhöhen. Mit dem neuen Vorschlag soll die Unterstützung bis 2020 komplett eingestellt werden.
Als widersprüchlich bezeichnet Deß diesen Vorschlag und lehnt ihn daher ab. "Ich erinnere mich noch gut, welche Verwirrung nach der Einführung dieser Vorgaben geherrscht hat, insbesondere in Deutschland. Den Beitrag auf fünf Prozent zu halbieren, halte ich für nicht zielführend", sagte Deß.
Eine undifferenzierte Herabsenkung des Biospritanteils auf fünf Prozent trägt weder den Anforderungen der Realität, noch den Anforderungen an den Bürokratieabbau Rechnung und widerspricht den Zielsetzungen des Umweltschutzes. "Alle Biokraftstoffe über einen Kamm zu scheren wäre voreilig und falsch, denn bei der Produktion von Biokraftstoffen fällt als Nebenprodukt wertvolles Eiweißfutter für Nutztiere an", so Deß.
Auf große Irritationen stieß bei Albert Deß daher auch die Kombination der Kürzung mit dem schnelleren Auslaufen der Förderung. Eine Beibehaltung des Zehn-Prozent-Richtwertes ist auch zum Schutz der getätigten Investitionen notwendig: "Wenn wir jetzt den Richtwert auf fünf Prozent senken werden, vernichten wir die bereits getätigten Investitionen. Es wird in Zukunft schwer werden, Investitionen in effizientere Technologien anzuregen. Des Weiteren gefährdet diese Unstetigkeit viele Arbeitsplätze", so der bayerische Agrarpolitiker.
Der Oberpfälzer Agrarier betonte noch einmal, dass die Planungssicherheit und der Investitionsschutz der Produzenten nicht zu vernachlässigen seien. Vielmehr sei es auch mit Blick auf die Planungssicherheit wünschenswert, stete Politik mit steten Vorgaben zu haben.
31.10.12
"Praxisgerecht gestalten"
NEUMARKT. Die Berichtsentwürfe zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik bis 2020 gehen nach Meinung von MdEP Deß nur teilweise in die richtige Richtung.
"Die Positionen der Berichterstatter bei den Schlüsselpunkten reichen nicht aus, um die europäische Agrarpolitik praxisgerecht und zukunftsfähig zu machen. In den nächsten drei Wochen kommt auf uns die wichtige Aufgabe zu, die Vorschläge der Kommission durch zahlreiche Änderungsanträge zu korrigieren, um Kompromisse zu erarbeiten. Im Herbst wird dann im Agrarausschuss über die Kompromisse abgestimmt", erklärt der agrarpolitischer Sprecher der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament.
Positiv zu bewerten sei, dass in dem Berichtsentwurf zu den Direktzahlungen die landwirtschaftlichen Betriebe bei einer Nichterfüllung der Begrünungsmaßnahmen nicht darüber hinaus sanktioniert werden und damit die Basisprämie erhalten wird. Nicht akzeptabel sei die im Berichtsentwurf vorgeschlagene einzelbetriebliche Sieben-Prozent-Regelung für die Produktionseinschränkung. "Die Regionen, die bereits sieben Prozent Landschaftselemente nachweisen können, müssen von weiteren Flächenstilllegungen befreit werden", sagte Albert Deß.
Die grünen Auflagen müßten für die Mitgliedstaaten und Betriebe flexibler gestaltet werden. Dazu sei entweder ein Katalog von Maßnahmen erforderlich, aus denen die Betriebe praxisgerechte Maßnahmen auswählen können, und eine Anrechnung von bisher ausgeführten Agrarumweltmaßnahmen, so wie im Parlamentsbericht vom Juni 2011 bereits gefordert wurde. "Damit werden auch die großen regionalen Unterschiede in Europa berücksichtigt", sagte Deß.
Der Vorschlag, bis Ende 2015 eine verpflichtende Anwendung der biophysikalischen Kriterien bei den benachteiligten Gebieten zu verschieben, sei begrüßenswert, da die Kommission Zeit erhält, einen besseren Vorschlag vorzulegen, so der Abgeordnete.
Abschließend begrüßt Albert Deß die Beibehaltung der Pflanzungsrechte im Weinsektor bis mindestens 2030 und die Verlängerung der Zuckerquote bis 2020. Die zusätzlichen Regulierungsmechanismen im europäischen Milchsektor, wie beispielsweise ein Frühwarnsystem für die Marktentwicklungen, hält Albert Deß für sinnvoll.
20.06.12
Lesung im Untergrund
NEUMARKT. Landwirte und Verbraucher sind zu einer Lesung aus dem Buch "Blutmilch" in die Tropfsteinhöhle bei Velburg eingeladen.
Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter veranstaltet die Lesung von und mit ihrem Vorsitzenden Romuald Schaber am nächsten Samstag um 20 Uhr
in der König-Otto-Tropfsteinhöhle.
"Sterben unsere Milchbauern aus und
ist die regionale Milchversorgung in Gefahr?, heißt es im Untertitel. Romuald Schabers Buch soll die bewegende Geschichte eines Mannes schildern, der seine Familie, seinen Beruf und seine Heimat liebt und deshalb gegen das Bauernsterben in Europa kämpft. Sein "Hilferuf": "Der Milchpreis, den uns die Konzerne diktieren, ist der Preis, an dem die Bauern sterben. Billige Milch ist Blutmilch"
Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich bis spätestens Montag bei Bernhard Hiltl, Telefon 09492/600679. Für das leibliche Wohl ist in Form von "bäuerlichen Häppchen" gesorgt
17.06.12
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