Landwirtschaft
Zur "Grünen Woche"
NEUMARKT. Der CSU-Stadtverband Dietfurt und das CSU-Europabüro Albert Deß veranstalten wieder eine politische Informationsfahrt nach Berlin.
Dabei wird auch die "Grüne Woche" und der Reichstag besucht. Außerdem stehen ein Politisches Informationsgespräch im Haus der Wannseekonferenz, der Besuch einer Gedenkstätte und eine Stadtrundfahrt auf dem Programm.
Die Fahrt findet vom 24. bis 26. Januar statt und kostet 195 Euro. Es sind noch Plätze frei, Anmeldungen bis 28. Dezember bei Bürgermeister Franz Stephan, Telefon 08464/1007.
21.12.12
Offene Türen eingerannt

Minister Helmut Brunner (Mitte) im Gespräch mit Christina
Dietmayr und Timo Burger im August.
NEUMARKT. Landwirtschaftsminister Brunner rennt mit seiner Forderung nach einer neuen Regionalmarke für Lebensmittel bei "Burgis" offene Türen ein.
Das Neumarkter Unternehmen trägt als einziges, kartoffelverarbeitendes Unternehmen in Bayern die Auszeichnung "Geprüfte Qualität - Bayern" und begrüßt deshalb einen entsprechenden Vorstoß des Bayerischen Ministers für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sehr, hieß es. Helmut Brunner will eine neue Regionalmarke für Lebensmittel einführen. Grundlage für die Qualität der Lebensmittel soll das bestehende Siegel "Geprüfte Qualität - Bayern" bilden, dessen Ansprüche über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehe.
Die neue Regionalmarke soll auf den Herkunftsort hinweisen und mit einer eigenständigen Bezeichnung und einem Siegel dem Verbraucherwunsch nach regionalen Lebensmitteln Rechnung tragen. Die Geschäftsführung des Neumarkter Unternehmen "Burgis" sieht hier "eindeutige Vorteile von ausgewiesener, regionaler Qualität für Verbraucher, Erzeuger und Unternehmen", hieß es in einer Stellungnahme am Dienstag.
Ein Qualitätssiegel mit geografischem Bezug, wie zum Beispiel "Geprüfte Qualität - Bayern", biete Verbrauchern mehr Transparenz und Information. Sie könnten beim Einkauf eine gezielte Wahl treffen, ihre Region unterstützen und sicher sein, ein Lebensmittel höchster Qualität und Güte zu erwerben, hieß es. "Als kartoffelverarbeitendes Unternehmen denken wir immer auch an unsere Bauern, für die ein Bekennnen zur Region nicht nur einen ideellen Wert, sondern auch eine wirtschaftliche Sicherheit bietet. Wir sehen uns in unserem konsequenten Handeln bestärkt, ausschließlich Kartoffeln von unseren regionalen Vertragslandwirten zu verarbeiten", erklärte "Burgis"-Geschäftsführer Timo Burger.
Bereits im August 2012 konnte sich Timo Burger mit Minister Helmut Brunner über die Bedeutung von starken, regionalen Marken beim Besuch in Neumarkt austauschen. Brunner zeigte sich damals schon beeindruckt von der Zusammenarbeit zwischen Erzeugern und dem Familienunternehmen.
Jedes Produkt des Unternehmens stamme aus kontrolliertem, nachhaltigem und regionalem Vertragsanbau aus Bayern, hieß es. "Burgis" lege großen Wert "auf die Unterstützung heimischer Bauern sowie die Qualitätssicherung seiner hochwertigen Kartoffelerzeugnisse".
Im nächsten Jahr wird "Burgis" auf Messen wie der "Hoga" und der "Anuga" am Gemeinschaftsstand des Bayerischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten präsent sein, um im persönlichen Gespräch mit Einkäufern und Gastronomen auf die Bedeutung regionaler Qualität hinzuweisen, hieß es.
11.12.12
"Jung-Bauern unterstützen"

Albert Deß (r.) eröffnete den Kongreß in Brüssel
NEUMARKT. Junglandwirte aus ganz Europa trafen sich am Donnerstag auf Einladung der EVP-Fraktion in Brüssel. Im Vordergrund stand der Meinungsaustausch. Die jungen Landwirte wollten aufzeigen, wie wichtig es für sie ist, Forschung, Innovation und Nachhaltigkeit in diesem Sektor zu fördern.
Albert Deß, agrarpolitischer Sprecher der EVP-Fraktion, eröffnete den Kongress und betonte, dass die Europäische Agrarpolitik gerade jungen Bauern Perspektiven bieten müsse. Diese könnten nur geschaffen werden, wenn die europäische Agrarpolitik auch in Zukunft so gestaltet wird, dass der bürokratische Aufwand in Grenzen gehalten wird.
Bei der Neuausrichtung der Agrarpolitik nach 2013 müsse für die jungen Landwirte erkennbar sein, dass sie mit ihren Betrieben auch im internationalen Wettbewerb erfolgreich wirtschaften können. Dazu seien gezielte Maßnahmen notwendig, unter anderem zähle dazu auch ein wirkungsvoller Außenschutz für Produkte, die nicht den europäischen Standards beispielsweise beim Umwelt- und Tierschutz entsprechen. Deß sagt dazu: "Wir brauchen faire Rahmenbedingungen zur Förderung des Generationswechsels in der Landwirtschaft und junge Menschen benötigen Unterstützung bei der Unternehmensgründung."
Jüngste Statistiken zeigen, dass nur sechs Prozent der europäischen Landwirte jünger als 35 Jahre sind. Darüber hinaus werden in den kommenden Jahren 4,5 Millionen Landwirte in Ruhestand treten. In Ländern wie Portugal, Spanien, Italien und dem Vereinigten Königreich kommen damit auf einen Junglandwirt unter 35 Jahre 20 Landwirte, die älter als 55 Jahre sind.
Diese Zahlen machten deutlich, dass eine Verjüngung des europäischen Agrarsektors notwendig ist. Das sei wichtig, denn mit jungen Menschen komme auch Bewegung durch Innovation und neue Technologien in den Sektor. "Wir haben Verantwortung dafür, dass junge Menschen gerne in der Landwirtschaft arbeiten und eine weitere Abwanderung aus ländlichen Gebieten verhindert wird", so Albert Deß.
06.12.12
Wieder daheim

Die Milcherzeuger aus dem Landkreis sind wieder daheim
NEUMARKT. Nach sieben Tagen auf Achse sind die Milcherzeuger aus dem Landkreis Neumarkt, die mit dem Schlepper nach Brüssel gefahren waren, wieder daheim.
Mit insgesamt 3500 Kollegen aus 19 verschiedenen europäischen Ländern haben die Milchbauern aus Velburg, Darshofen und Breitental in Brüssel für Marktregeln gekämpft, die es ihnen künftig ermöglichen sollen, "kostendeckende Preise zu erwirtschaften" und von ihrem Produkt Milch "leben zu können".
In Brüssel werden in den kommenden Monaten die Rahmenbedingungen für die zukünftige Agrar- und Milchmarktpolitik festgelegt. Aktuell finden dazu abschließende Beratungen auf allen EU-Ebenen statt. Die jetzt beschlossenen Weichenstellungen entscheiden darüber, wie weit die Milcherzeuger künftig am Markt teilnehmen können und aktiv den Preis ihrer Milch beeinflussen können.
"Der Zusammenhalt und Kampfgeist der europäischen Milcherzeuger, der in Brüssel zu spüren war, war gigantisch", zieht Bernhard Hiltl, einer der Schlepperfahrer aus Darshofen, Bilanz.
"Wir sind zusammen mit 800 bis 1000 anderen Schleppern vierspurig auf der Autobahn Richtung Brüssel gefahren. In der Stadt gab es irgendwann für die Schlepper kein Vor und Zurück mehr, so dass wir einfach da stehen geblieben sind, wo wir gerade standen. Das ist ein Erlebnis, das man nicht so schnell vergisst". Landwirts-Kollegen, die nicht mit dem Schlepper dabei sein konnten, ließen es sich nicht nehmen, mit Bussen anzureisen, um gemeinsam ein Zeichen zu setzen, "dass wir auf dem Milchmarkt wirklich dringenden Handlungsbedarf haben", so Hiltl weiter.
Die belgischen Kollegen hatten schon einige spektakuläre Aktionen vorbereitet. Mit Feuerwehrschläuchen sprühten sie 30.000 Liter Milch auf die Gebäude des Europäischen Parlaments und zündeten Gummireifen an, die reichlich schwarzen Rauch produzierten, um zu verdeutlichen, "dass fehlende Marktregeln die europäischen Milchmärkte in Brand setzen".
EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos ließ es sich nicht nehmen, vorbeizukommen und ein paar Worte an die Milcherzeuger zu richten. Ihm sei klar, dass die im EU-Milchpaket vorgesehenen Maßnahmen nicht ausreichen werden, um den Markt im Gleichgewicht zu halten und so kostendeckende Preise erzielen zu können, räumte Ciolos ein. Er werde daher eine Expertenanalyse in Auftrag geben, welche weiteren Instrumente dafür nötig seien. Ciolos appellierte an das
European Milk Board EMB, sich dabei mit seiner Expertise einzubringen. Gleichzeitig warnte er aber auch vor zu hohen Erwartungen, denn der Handlungsspielraum der Kommission sei aufgrund der Vielzahl der Mitgliedsländer und der Schwierigkeit hier einen Konsens zu finden, begrenzt.
"Wir werden uns nicht ewig vertrösten lassen", erklärt Hans Hauser, Milcherzeuger aus Breitental "Wenn es notwendig ist, werden wir wieder da sein, um die Entscheidungsfindung der Mitgliedsländer in Europa zu beschleunigen. Es gibt genügend Beispiele und Warnzeichen, welche negativen Auswirkungen die fortschreitende Marktliberalisierung für die Erzeuger hat, da braucht es weniger noch eine Expertenmeinung als vielmehr den politischen Willen, nicht nur im Sinne der Industrie zu handeln, sondern auch im Sinne der europäischen Milcherzeuger und Bürger."
Viele EU-Abgeordnete hätten in Brüssel die demonstrierenden Bauern aufgesucht, hieß es - auf ihr Schreiben an Albert Deß "erhielten wir leider keine Rückmeldung und in Brüssel haben wir ihn auch nicht gesehen".
30.11.12
Übrigens: Sie können jetzt alle Themen aus
neumarktonline auch im
NEUMARKTER FORUM diskutieren