Landwirtschaft
"Unbürokratisch umsetzen"
NEUMARKT. Die Beschlüsse zur europäischen Agrarpolitik müssen unbürokratisch und praxisgerecht umgesetzt werden, erklärte MdEP Albert Deß.
Der Agrarausschuss des Europäischen Parlaments hat den Startschuss für eine Reform der Agrarpolitik nach 2013 gegeben. In erster Lesung stimmten die Europaabgeordneten für neue Regeln bei den Direktzahlungen und beim ländlichen Raum.
Der Ausschuss stimmte mehrheitlich dafür, dass künftig mindestens drei Prozent der Ackerfläche für Agrarumweltmaßnahmen, wie zum Beispiel Landschaftselemente oder den Anbau von Eiweißpflanzen, bereitgestellt werden müssen (
Greening). Schrittweise ist eine Erhöhung auf fünf oder sieben Prozent geplant.
Außerdem beinhaltet das
Greening ein Grünlandumbruchsverbot und die Forderung eines Mehrfruchtanbaus. Albert Deß, agrarpolitischer Sprecher der EVP-Fraktion, wies darauf hin, dass die Beschlüsse Verhandlungsgrundlage sind und unbürokratisch und praxisgerecht umgesetzt werden müßten.
Die Abstimmung erfolgte vorbehaltlich einer ausreichenden Finanzierung des Agrarbereichs. Sollten beim EU-Sondergipfel Kürzungen beschlossen werden, müssen die heutigen Beschlüsse zum
Greening neu diskutiert werden. Zudem sprach sich Deß für eine Angleichung der Zahlungen nicht nur zwischen den EU-Staaten sondern auch auf nationaler Ebene aus.
24.01.13
Verträge unterzeichnet

Christina Dietmayr, Josef Neumeyer, Herbert Obermeier und Timo Burger (v.l.)
NEUMARKT. Regionale Kartoffeln wurden teurer: jetzt unterzeichneten "Burgis" und die Erzeugergemeinschaften Neumarkt und Stulln den Rahmenvertrag.
Die Vorsitzenden der Erzeugergemeinschaften, Josef Neumeyer und Herbert Obermeier, und die Geschäftsführung von "Burgis", Christina Dietmayr und Timo Burger, einigten sich auf einen um 500 Euro höheren Preis pro Hektar Kartoffelanbaufläche als im vergangenen Jahr. Der Rahmenvertrag gewährleistet Sicherheit für beide Seiten: Die Landwirte können langfristig planen und investieren und "Burgis" kann sicherstellen, zuverlässig mit Kartoffeln aus der Region versorgt zu werden. "Burgis" arbeitet mit vielen der insgesamt 75 Vertragslandwirte bereits in der zweiten Generation zusammen.
"Die Flächenknappheit in der Landwirtschaft macht sich deutlich bemerkbar. Die Kartoffel steht in direkter Konkurrenz zum Getreide und vor allem zum Mais, der für die Bewirtschaftung der Biogasanlagen benötigt wird", erläuterte Timo Burger die vertragliche Vereinbarung.
Vor Vertragsunterzeichnung berichtete Burger über Entwicklungen im Hause "Burgis". Die Verbraucher würden die Auszeichnung "Geprüfte Qualität - Bayern", die mit hohen Qualitätsstandards verbunden sei, immer mehr zu schätzen wissen. "Burgis" engagiert sich auf Messen, wie zuletzt auf der Internationalen Grünen Woche (IGW), am Gemeinschaftsstand des Bayerischen Staatsministeriums für die Bekanntmachung des regionalen Qualitätssiegels. Davon überzeugten sich die EG-Vorsitzenden persönlich am "Burgis".Stand in Berlin und würdigten das Engagement für Regionalität, zu dem sie mit ihren Kartoffeln maßgeblich beitragen.
24.01.13
"Problem ist Überproduktion"

MdEP Albert Deß (2.v.l.), Kreisobmann Martin Schmid und Kreisbäuerin Sieglinde Hollweck mit den weiteren Gesprächsteilnehmern
NEUMARKT. Bei den Milchbauern sei das große Problem der Region die Überproduktion, hieß es bei einer Diskussion mit MdEP Albert Deß.
Zu dem Fachgespräch zum Thema "Milchproduktion – Aussichten für die Zukunft" hatte sich MdEP Albert Deß mit Vertretern des Bayerischen Bauernverbandes im landwirtschaftlichen Betrieb von Michael Gruber in Günching getroffen. An der Diskussion beteiligten sich auch Fachleute aus der Milchwirtschaft, der Leitende Landwirtschaftsdirektor Johannes Hebauer vom Amt für Landwirtschaft Neumarkt, Stefan Nutz aus Kleinalfalterbach von der Bezirkszuchtgenossenschaft, Markus Götz aus der Vorstandschaft des Milchindustriekonzerns Bayernland sowie Aufsichtsrat Franz Hummel.
Die steigende Nachfrage nach hochwertigen Milchprodukten gerade auch in den Entwicklungs- und Schwellenländern führten zu günstigen Aussichten auch für Milchproduzenten in Europa, hieß es. Albert Deß: "Für alle Probleme, ob Milchpreis oder Zuschüsse, gibt es keinen Königsweg".
Die Unterschiede in Europa seien groß, so gäbe es auch Bauern in den Alpen, die mit 40 Cent pro Liter nicht klar kämen. In anderen Regionen sei man mit 28 Cent zufrieden. Deß sprach sich dagegen aus, dass am Markt politisch eingegriffen wird. Wenn bei uns die Verbraucherpreise steigen würden, würden sofort außereuropäische Landwirte ihre Waren in Europa verkaufen.
Deß hörte sich die Sorgen der Milchbauern an. Die Milchproduzenten im Landkreis sind auf den Export angewiesen, da man hier mit 300 Prozent überversorgt sei. Der Milchpreis – immer wieder in der Diskussion – war das große Thema.
Bei Umfragen stoße man beim Verbraucher und bei den Händlern stets auf Verständnis und auf das Wissen um die schwere Arbeit, die hinter der Milch stehe. Markus Götz sagte dazu: Das große Problem der Region sei die Überproduktion. Damit müssten die Molkereien fertig werden.
13.01.13
Milchbauern in Berlin
NEUMARKT. Am Samstag, 19.Januar, findet nun schon zum siebten Male in Folge das BDM-Symposium im Rahmen der "Grünen Woche" in Berlin statt.
Thema der diesjährigen Veranstaltung: "Vollkostendeckung in der Milchproduktion: Fiktion oder Notwendigkeit?"
Anmeldungen bis Montag bei Xaver Geitner, Telefon 09182/902064
oder bei Georg Urban Telefon 09189/7628
12.01.13
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