Sternwarte Neumarkt

Ortsbestimmung auf See

NEUMARKT. Am Freitag um 20 Uhr geht es auf der Neumarkter Sternwarte um die frühere Ortsbestimmung auf hoher See mit historischen Instrumenten. Referent ist Dr. Günther Oestmann von der Technische Universität Berlin-Bremen.

Oestmann ist gebürtiger Bremer und hat nach einer Ausbildung zum Uhrmacher in Tübingen und Hamburg Kunstgeschichte, Neuere Geschichte und Geschichte der Naturwissenschaften studiert. 1992 promovierte er mit einer Arbeit über die astronomische Uhr des Straßburger Münsters, 1993 wurde er mit dem Philipp-Matthäus-Hahn-Preis der Stadt Kornwestheim ausgezeichnet. An der Universität Hamburg habilitierte er sich 2001 für das Fach Geschichte der Naturwissenschaften; ein Jahr später legte er die Uhrmacher-Meisterprüfung ab. Seit 2006 ist er Konservator der Abteilung Schifffahrt des Deutschen Museums in München.


Heutzutage ist es spielend leicht, mittels satellitengestützter Navigation, dem "Global Positioning System" - kurz GPS - die eigene Position auf dem Globus durch Knopfdruck präzise zu bestimmen. Der Weg hin zu diesem Entwicklungsstand war lang und durchaus nicht immer geradlinig.

Wer sich in früheren Jahrhunderten auf die See hinauswagte, tat gut daran, sich in Sichtweite der Küste zu halten. Für lange Zeit erfolgte die Schifffahrt allein nach lokaler Kenntnis der Küstenlinie, Wind- und Meeresströmungen. Diese Erfahrungen wurden mündlich überliefert, in Nordwesteuropa ab dem 15. Jahrhundert auch schriftlich festgehalten. Im Verlauf des 15. Jahrhunderts wurden in Portugal Verfahren zur Bestimmung der geographischen Breite entwickelt und Winkelmessinstrumente - die bereits früher im islamisch-arabischen Kulturkreis zur Anwendung gekommen waren - eingesetzt.

Die verschiedenen Verfahren der Längenbestimmung auf See waren im 16. Jahrhundert zumindest in der Theorie bereits bekannt, doch sollten noch über zwei Jahrhunderte vergehen, bis das Problem eine praktikable Lösung fand. Durch die Erfindung des Spiegelsextanten, dem von John Harrison gebauten Chronometer und die Publikation hinreichend genauer Tafeln der Bewegung des Mondes war die sichere Positionsbestimmung auf See um die Mitte des 18. Jahrhunderts schließlich möglich geworden.

Durch die Entwicklung der Funk- und Trägheitsnavigation wurde die Ortsbestimmung schließlich unabhängig von Beobachtungen der Himmelskörper. Die satellitengestützte Navigation stellt hingegen eine Verbindung von astronomischer Navigation und Funknavigation dar.
16.10.16

Astronomischer Ausblick

NEUMARKT. Am Freitag um 20 Uhr will Andreas Leonhardt auf der Sternwarte einen Vortrag über das kommende astronomische Quartal halten.

Diese neue Vortragsreihe besteht aus jeweils einem Vortrag zum Beginn jedes Quartals und soll Wissen über die astronomischen Höhepunkte der folgenden Monate vermitteln, die Sichtbarkeiten der Gestirne und wie man sie am Himmel findet. Die Vorträge richten sich ausdrücklich an astronomische Laien, fortgeschrittene Besucher sind aber ebenfalls willkommen.


Am Anfang des Vortrags steht ein Rückblick auf herausragende astronomische Ereignisse des vergangenen Quartals.

Im zweiten Teil werden Sonnen- und Mondlauf im 4. Quartal 2016 vorgestellt.

Anschließend wirft man einen Blick auf die Planeten des Sonnensystems. Alle Planeten werden anhand von Bildern oder Animationen vorgestellt, ihre Sichtbarkeiten im 4. Quartal und das für eine erfolgreiche Beobachtung notwendige astronomische Zubehör vorgestellt. Auch Begriffe wie Morgen- oder Abendstern werden erklärt und veranschaulicht.

Die Sterne und Sternbilder, die im 4. Quartal gesehen werden können, sind Gegenstand des vierten Teils des Vortrags. Zahlreiche Aufnahmen von Objekten, die mit den Geräten der Neumarkter Sternwarte beobachtet werden können, werden gezeigt und Aufsuchtipps gegeben.

Nach dem Vortrag besteht die Möglichkeit zur Teilnahme an einer Führung durch die Sternwarte. Bei entsprechenden Wetterverhältnissen können einige der vorgestellten und viele weitere Himmelsobjekte mit den Teleskopen beobachtet werden.
05.10.16

Jugendtag selbst gestaltet


Der Jugendtag wurde weitgehend von den Jugendlichen selbst gestaltet
Foto: Peter Frank
NEUMARKT. Der erste Jugendtag auf der Neumarkter Sternwarte wurde weitgehend von den Mitgliedfern der neuen Jugendgruppe selbst gestaltet.

Bei bestem Wetter konnte die Sonne durch den Corona-Filter und durch den Baader-Sonnenfilter in der Kuppel beobachtet werden. Beim Sonnenuntergang wurden die Teleskope auf die Planeten Venus, Mars und Saturn gerichtet.


Die Sternwarte war am Jugendtag gut besucht. Die Jugendlichen übernahmen die astronomische Beobachtung, die Führung durch das Gebäude und die Erklärung der Teleskope. Gegen Abend wurde dann gegrillt.

Jugendleiter Benedikt Schnuchel zeigte sich mit dem Ablauf des Tages sehr zufrieden.
15.09.16

Schattenspiele über Neumarkt

NEUMARKT. Am Freitag um 20 Uhr findet auf der Sternwarte wieder der beliebte Kinderabend statt - es geht um "kosmische Schattenspiele".

Richard Pragner von der Fritz-Weithas Sternwarte Neumarkt wird über Sonnen- und Mondfinsternisse referieren - ein schon öfter behandeltes Thema. Die jungen Zuhörer werden auf ein besonderes Ereignis vorbereitet, denn am Freitag wird es eine Halbschattenmondfinsternis über Neumarkt geben. Finsternisse dieser Art sind normalerweise schwer beobachtbar.


Der kindgerechte Vortrag besteht aus einer kurz gehaltenen Einführung zum Thema Finsternis allgemein und beschäftigt sich anschließend hauptsächlich mit den Eigenschaften eines Schattens und vor allem des Erdschattens.

In einem Experiment will man herausfinden, warum ein Schatten aus Halb- und Kernschatten besteht und welchen Einfluss Lichtquelle und Entfernungsverhältnisse auf die Entstehung haben. Zum Abschluss des Vortrages wird in einer Computersimulation die kommende Finsternis vom 16. September gezeigt.

Nach dem Vortrag besteht die Möglichkeit zur Beobachtung des Mondes, der Planeten Mars und Saturn, sowie der schönsten Nebel und Sternhaufen des Sommerhimmels mit den Teleskopen der Sternwarte Neumarkt.
08.09.16


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ISSN 1614-2853
15. Jahrgang
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